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E#45 - Wie funktionieren Grünstromzertifikate? mit Deutschlandchef von Granular Energy - Pal Habsburg

Shownotes

In dieser Energiezone-Folge sprechen wir mit Pal Habsburg von Granular Energy über Grünstromzertifikate und wie Großverbraucher sicherstellen können, dass sie nachhaltige Energie beziehen. Wir stoßen auf Wissenslücken und Intransparenz im Bereich der grünen Energie und diskutieren, ob das aktuelle Zertifikatesystem in Europa und weltweit ausreicht, um die Herkunft von Strom nachzuweisen. Pal gibt wertvolle Einblicke in den Markt für Voluntary Carbon Credits und den Handel von Herkunftsnachweisen, mit einem Fokus auf der Herausforderung, einen 24/7 nachhaltigen Energiebezug zu gewährleisten. Wir erfahren mehr über Limitationen und Entwicklungen in diesem Bereich sowohl für Energieverbraucher als auch für Unternehmen.

Es wird festgestellt, dass es aktuell keinen finanziellen Anreiz für die Nutzung von Herkunftsnachweisen gibt, da es eine Glättung über das Jahr hinweg gibt. Wir erhalten eine detaillierte Erläuterung des Prozesses der Herkunftsnachweise von der Erzeugung bis zur Entwertung für Kunden. Das zentrale Register des Umweltbundesamts in Deutschland spielt eine bedeutende Rolle, aber es werden auch Kritikpunkte am aktuellen System aufgezeigt, wie geografische Unterschiede und Doppeltvermarktungsverbote. Granular ist ein Startup mit Niederlassungen in Paris, London und München, arbeitet an der Digitalisierung des Zertifikatesystems und der Vereinfachung von Prozessen für Energieversorger, basierend auf Erfahrungen mit Energie-Startups und den Herausforderungen im Bereich der Herkunftsnachweise.

Wir erfahren über die Gründung von EnergyTag, einer NGO, die das Regelwerk für stündliche Herkunftsnachweise standardisiert hat und von großen Unternehmen wie Google und Microsoft unterstützt wird. EnergyTag wird weltweit genutzt, mit Pilotkunden und Unternehmen im Rollout, darunter bekannte Namen wie EWE und Lichtblick in Deutschland. Unser Fokus liegt auf den Versorgern, die eine zentrale Rolle im Energiesystem spielen. Kunden profitieren von transparenten und nachhaltigen Lösungen, speziell im Hinblick auf grünen Wasserstoff. Unser Ziel ist es, den Markt über neue Herangehensweisen aufzuklären und praktische Lösungen für die Herausforderungen in der Energiewende anzubieten.

In einem weiteren Teil der Konversation diskutieren wir die Bedeutung von granularen Herkunftsnachweisen für Endverbraucher und Marken. Wir erforschen, welche Unternehmen Nachfrage nach diesen Reporting-Diensten haben und warum. Die Flexibilität im Energiemarkt und die Zukunft der erneuerbaren Energien werden ebenfalls thematisiert, einschließlich der Veränderungen, die die Rolle von Herkunftsnachweisen in Zukunft erfahren wird sowie der Chancen und Herausforderungen, die damit einhergehen. Es wird hervorgehoben, wie essenziell Transparenz im Energiemarkt ist und wie Unternehmen wie unser Gast diesem Thema gegenüberstehen. Schließlich ergeht eine Einladung an Interessierte, uns kennenzulernen und potenzielle Kooperationen zu erkunden, während die Zukunft und Entwicklung im Bereich der Energieversorgung betont wird, sowie die Notwendigkeit von Innovation und Transparenz.

Granular Website: https://www.granular-energy.com/ LinkedIn Pal: https://www.linkedin.com/in/pal-habsburg-lothringen-bb218012a/ Website von EnergyTag (Standards Body für 24/7) https://energytag.org/

Webseite: https://www.energiezone.org Community: https://forum.energiezone.org Feedback: team@energiezone.org Alexander Graf: https://www.linkedin.com/in/alexandergraf/ Ilan Momber: https://www.linkedin.com/in/imomber/

Transkript anzeigen

00:00:00: Music.

00:00:09: Diesmal ein herzliches Servus alle miteinander.

00:00:13: Hier kommt nämlich eine neue Energiezone-Folge, die wir letzte Woche in München

00:00:17: aufgenommen haben mit Paul Habsburg.

00:00:20: Der leitet das Deutschlandgeschäft bei dem Startup namens Granula.

00:00:25: Und mit Paul habe ich zum Thema Grünstromzertifikate gesprochen.

00:00:30: Vielleicht ein bisschen Hintergrund dazu. Also was uns hier bei ONU,

00:00:34: bei meiner Firma der ONU Energy wirklich umtreibt, ist ja, wie man bei Großverbrauchern

00:00:39: aus der Industrie und dem produzierenden Gewerbe, also Nicht-Haushaltskunden,

00:00:43: die machen ungefähr so 70 Prozent vom Gesamtverbrauch in Deutschland aus,

00:00:46: sicherstellt, dass diese Kunden wirklich nachhaltig Strom beziehen können und

00:00:51: Absicherungsgeschäfte tätigen können.

00:00:53: Und bei den Gesprächen mit vielen unserer Kunden fällt mir dann immer wieder

00:00:57: auf, dass selbst Profis, die sich beruflich Tag ein, Tag aus damit beschäftigen,

00:01:02: da einfach noch gewisse Lücken haben im Wissen, was das angeht.

00:01:07: Also das Thema grüne Energie im Strommarkt ist für viele, glaube ich,

00:01:11: nach wie vor extrem intransparent und für Endkunden eher schwer nachzuvollziehen.

00:01:19: Wir haben ja in Europa und in vielen anderen Ländern der Welt so ein Zertifikatesystem

00:01:24: etabliert, das den Nachweis über die Herkunft von Strom erbringen soll.

00:01:29: Aber die Frage, die mich da umtreibt, ist, klappt das auch so wirklich?

00:01:34: Halten diese sogenannten Herkunftsnachweise, HKNs, wirklich das,

00:01:38: was sie versprechen oder greifen sie einfach noch viel zu kurz?

00:01:42: Und PAL ist da der ideale Gesprächspartner, denn bei Granula kümmern die sich

00:01:46: darum, dass Energieversorger wirklich ganzjährig, 24-7 nachhaltig sein können,

00:01:51: beziehungsweise genau im Blick haben,

00:01:53: wie nah sie da rankommen, eben über ein verbessertes System zum Nachweis von grünem Strom.

00:01:58: Und ich habe von Paul zum Beispiel in der Vorbereitung gelernt,

00:02:02: dass der Markt für Voluntary Carbon Credits, kleine Referenz,

00:02:06: ihr erinnert euch ja vielleicht noch an die Energiezone Folge 39 mit Benjamin

00:02:09: von Carbon Removal Partners aus Zürich,

00:02:13: dass dieser Markt so um die 2 bis 3 Milliarden Dollar groß ist.

00:02:15: Das kennt man zum Beispiel, wenn man mal CO2 von einem Flug in den Urlaub kompensiert hat oder so.

00:02:21: Aber der Markt dafür ist nur circa ein Fünftel von dem so 10 bis 12 Milliarden.

00:02:28: Markt, die für den Handel von HKNs oder GOs im Englischen steht für Guarantees

00:02:34: of Origin ausgegeben werden.

00:02:36: Also wenn man mal einen Stromvertrag abschließt und in einem Online-Vergleichsportal

00:02:41: das Häkchen bei Grünstrom setzt.

00:02:43: Der Markt für die HKNs, die das nachweisen sollen.

00:02:46: Also da vielleicht nochmal der Hinweis vielleicht zur Podcast-Folge 27 von Energiezone

00:02:52: mit Wilfried Gilrath, dem Energieinvestor und langjährigen CEO von Lichtbig,

00:02:57: dem Grünstromanbieter.

00:02:59: Also ich glaube in jedem Fall sowohl für die eingefleischten Energiewirtschaftler

00:03:04: und Energiezone-Fans, die schon total tief drinstecken in den Themen,

00:03:08: als auch jetzt aus Konsumentensicht ein relevantes Podcast.

00:03:13: Bevor es losgeht, eine Sache noch, wie ja schon mehrmals angesagt,

00:03:16: veranstalten wir am 7.5. das Energiefrühstück am Rande der OMR in Hamburg.

00:03:21: Da sind wir auch schon ganz gut gebucht, haben wirklich noch ein paar ganz wenige

00:03:25: Plätze frei, aber dadurch, dass das so gut ankam, überlegen wir jetzt,

00:03:29: ob wir noch weitere solcher Formate machen sollen.

00:03:31: Also wenn ihr es aus irgendeinem Grund nicht nach Hamburg schafft,

00:03:34: entweder weil ihr nicht in der Nähe seid oder weil wir dann nicht genügend Platz

00:03:38: haben und euch nicht mehr reinlassen können,

00:03:40: schreibt mir gerne unter team.energiezone.org oder meldet euch gerne trotzdem

00:03:46: an unter www.energiefrühstück.de.

00:03:49: Dann können wir euch da auf dem Laufenden halten, wenn es in die nächste Edition

00:03:53: in einer anderen großen Stadt geht, dass ihr da gleich als erstes mit auf der Gästeliste sein könnt.

00:04:00: Also, jetzt aber erstmal viel Spaß mit dem Podcast Granular Energy mit Paul Habsburg.

00:04:08: Moin zusammen oder besser gesagt Servus von einer quasi Sonderfolge aus München.

00:04:14: Ich sitze hier in einem Coworking Space, CoLab München oder so ähnlich.

00:04:19: Genau. Mit Paul Habsburg von Granular. Vielen Dank, dass ich hier sein darf.

00:04:24: Ja, erstens danke für die Einladung. Freut mich auch Teil vom Podcast sein zu

00:04:28: dürfen. Klar, ihr habt viel vor und spannendes vor von dem, was ich bis jetzt

00:04:33: verstehe. Ich glaube, ich kann hier auch ganz viel lernen.

00:04:35: Aber wenn ich Granular richtig verstehe und ihr alles richtig macht,

00:04:40: was ihr so vorhabt, dann wird der Wert von Flexibilitäten sowie Batterien zum

00:04:46: Beispiel letztendlich steigen.

00:04:50: Es geht um Herkunftsnachweise und es geht um erneuerbare Energien. Ist das soweit richtig?

00:04:55: Genau, das sind so die Themen, um die es bei uns geht und wie die ganzen zusammengehören,

00:05:00: werden wir sicherlich noch im Laufe des Podcasts ein bisschen genauer erörtern können.

00:05:04: Genau, aber bevor wir zu schnell ins Geschäftsmodell von Grandler einsteigen,

00:05:09: ich glaube, es wäre super spannend, dich als Person nochmal kennenzulernen.

00:05:13: Wer bist du, was machst du und wie bist du dahin gekommen, was du hier verantwortest? Ja, genau.

00:05:20: Wie du schon meintest, mein Name ist Paul. Ich bin seit etwas über einem Jahr

00:05:23: bei Granular Energy dabei und verantworte für Granular den deutschsprachigen Raum.

00:05:27: Das Unternehmen kommt ursprünglich aus England bzw.

00:05:30: Aus Paris, Headquarter aber in London und ich baue hier quasi das deutschsprachige,

00:05:35: das deutsche Team auf und komme nicht so ganz aus der Energiewelt,

00:05:40: sondern eher aus der generischen Innovationsschiene.

00:05:43: War davor bei einem Venture Capital Fund für etwas über zwei Jahre,

00:05:46: habe Investments gemacht im Climate Tech oder auch Energy Tech Bereich und bin

00:05:51: darüber quasi jetzt in der Energiebranche gelandet.

00:05:54: Ich finde das ja immer ziemlich erfrischend, wenn die Leute in der Energiewirtschaft,

00:05:57: nicht so wie ich, betriebsblind seit 15 Jahren nichts anderes machen,

00:06:01: sondern mit ein bisschen offenem Blick von außen kommen.

00:06:03: Okay, also Paris, London und jetzt seid ihr in Deutschland.

00:06:07: Ihr kümmert euch um die Vergrünung von Strom oder Oder von Energieverbrauch?

00:06:14: Genau, also um es in einem Satz oder der One-Liner wäre, wir helfen es dem Energiemarkt

00:06:20: dahin zu kommen, dass es 24-7 erneuerbare Energien gibt.

00:06:25: Man sieht ja jetzt die Headlines in Deutschland seit, was war es,

00:06:28: letztes Jahr, das erste Mal über 50% erneuerbare.

00:06:31: Aber es ist immer die Frage, wann waren diese erneuerbaren Netz,

00:06:34: wann wurden sie eingespeist, wann wurden sie rausgezogen?

00:06:36: Und wir wollen oder wir unterstützen die Energiewirtschaft dabei,

00:06:40: bei 24 Stunden 7 grün zu sein.

00:06:45: Wie macht man das? Vielleicht können wir das sozusagen aus Kundenperspektive

00:06:50: einmal durchspielen, den Customer Journey.

00:06:52: Wenn ich jetzt einen Stromvertrag haben will oder vielleicht auch einen Gasvertrag

00:06:56: und ich gehe so wie viele andere auf so ein Vergleichsportal online, Check24,

00:07:01: VeriWorks, wie die alle heißen, gar keine Werbung jetzt machen,

00:07:04: wirklich vollkommen egal und ich möchte grüne Energie,

00:07:08: ich möchte mich nachhaltig irgendwie dem Energiesystem gegenüber verhalten.

00:07:13: Was sind meine Optionen und wie passiert das alles?

00:07:18: Ja, das ist eine gute Frage, weil es nicht so ein ganz intuitives System ist.

00:07:23: Also eben angenommen, du gehst jetzt auf ein Vergleichsportal,

00:07:27: schaust dir Tarife an und siehst dann irgendwie 100% Ökostromvertrag und denkst,

00:07:32: okay, kostet ein paar Euro mehr im Jahr,

00:07:34: aber eben du möchtest nachhaltig sein und genau, möchtest dort deinen Beitrag leisten,

00:07:39: schließt dann einen Vertrag ab.

00:07:42: Und für dich ist an der Stelle ja das Thema gegessen.

00:07:46: Quasi du denkst, okay, ab jetzt, du kannst, ich meine jetzt,

00:07:48: wir sind ja in München, ausnahmsweise regnet es mal und auch der Wind weht nicht,

00:07:52: trotzdem, keine Ahnung, hier scheint das Licht im Raum und du denkst,

00:07:56: okay, ich habe ja einen Ökostromvertrag, würde ja schon irgendwie grün sein.

00:07:58: Und somit ist für dich als Energieverbraucher, denkst du, okay, 100 Prozent Grünstrom.

00:08:04: Das ist aber nicht unbedingt der Fall. Und genau, da würde ich jetzt ein bisschen

00:08:10: ausholen, wenn das für dich passt. Auf jeden Fall.

00:08:12: Und erklären, was in deinem Hintergrund passiert. Wie kann es sein,

00:08:16: dass wenn du mit deinen Stadtwerken zum Beispiel einen Ökostromvertrag abschließt,

00:08:19: dass die claimen können, dass du 100 Prozent grünen Strom verbraucht hast.

00:08:23: Genau. Und das funktioniert über die Herkunftsnachweise. Und viele Zuhörer werden

00:08:27: sicherlich schon wissen, was das so grob ist, aber vielleicht nicht ganz im

00:08:31: Detail und einige Hörer vielleicht auch gar nicht. Und deswegen würde ich jetzt

00:08:34: einfach mal reinspringen. Genau.

00:08:36: HKNs. Das ist das, was bei den Energiewirtschaftlern oft fällt.

00:08:41: HKNs oder GOOs, auf Englisch oder Europäisch dann Guarantees of Origin oder

00:08:47: Certificates, kann man auch sagen, so ein bisschen generellere Klasse obendrüber.

00:08:52: Genau, der generischste Name ist EAC, Energy Attribution Certificates,

00:08:56: im internationalen Raum Amerika, Asien häufig REC oder IRAC für Renewable Energy

00:09:01: Certificates und dann GOO, GOO.

00:09:04: Ich nenne es jetzt mal HKN. Aber genau, das sind im Wesentlichen,

00:09:08: jedes Land hat so ein bisschen seine Feinheiten, aber das generelle System ist

00:09:12: eigentlich global ähnlich.

00:09:13: Es ist immer ein recht regulierter etablierter Markt, der überall einigermaßen gleich funktioniert.

00:09:19: Und zwar funktioniert das ja so, dass jedes Mal, wenn ich als Erzeuger eine

00:09:24: Kilowattstunde ins Netz einspeise, kriege ich, also speise ich den Strom ins

00:09:31: Netz ein und erstelle ein Zertifikat. Und,

00:09:34: Und wie kann ich jetzt als Stadtwerk hier zum Beispiel sagen,

00:09:37: okay, der Elon hat jetzt Grünstrom verwendet.

00:09:39: Das funktioniert so, dass ich ihm den Strom verkaufe als ein Asset in dem Sinne

00:09:44: und komplett separat davon kann ich jetzt ihm auch die Herkunftsnachweise verkaufen

00:09:49: oder halt in seinem Namen reservieren oder halt entwerten, nennt man das.

00:09:54: Und das funktioniert einfach so, dass ich als Stadtwerk zum Beispiel am Ende

00:09:58: vom Jahr einfach schaue, wie viel Strom hat Elon jetzt verbraucht und wie viele

00:10:03: Herkunftsnachweise brauche ich.

00:10:04: Und ich entwerte einfach Herkunftsnachweise genau der gleichen Menge, wie du verwendet hast.

00:10:09: Und das nennt man dann 100 Prozent grün.

00:10:12: Das ist regulatorisch so vorgesehen, dass man das... Klingt ja erstmal gut. Klingt gut.

00:10:16: Und da kommt eben genau da, wo Herkunftsnachweise an ihre Grenzen stoßen.

00:10:21: Was sind Herkunftsnachweise nicht?

00:10:23: Und Herkunftsnachweise sind eben nur bedingt sinnvoll oder bedingt präzise,

00:10:29: wenn es darum geht, den Strommarkt oder das, was physisch im Netz abgeht,

00:10:33: abzubilden. Es ist ja nur ein Bild vom Stromsystem.

00:10:37: Es bildet ja nur ab, was dort passiert mit so einem parallelen Zertifikatesystem.

00:10:41: Und ein Aspekt, der außen vor bleibt, ist eben dieser zeitliche Aspekt.

00:10:47: Also es kann absolut sein, dass wir jetzt bei Windstille und im bedeckten Himmel

00:10:52: Grünstrom verbrauchen, das Zertifikat aber irgendwie Mittagssonne aus dem Juni ist.

00:10:59: Das liegt daran, dass die Herkunftsnachweise immer für ein Kalenderjahr gültig

00:11:03: sind und müssen auch nur am Ende des Jahres bilanziert werden.

00:11:07: Sprich, der Versorger schaut halt tatsächlich am Ende vom Jahr,

00:11:10: wie viel Strom man sofort braucht und dann brauche ich jetzt genauso viele Zertifikate,

00:11:14: ob es jetzt Solar aus dem Sommer ist oder Windkraft aus einer anderen Zeit.

00:11:20: Also es muss nicht korrelieren mit dem Verbrauch.

00:11:22: Und das ist nämlich genau ein Problem

00:11:24: oder eine Limitation von den Herkunftsnachweisen, die aktuell existiert.

00:11:29: Cool. Verstanden. Also nur auf einer jährlichen Basis. Und.

00:11:34: Ist ja jetzt erstmal nicht so genau. Ja, genau. Und da sehen wir,

00:11:38: dass der Markt sich gerade verändert.

00:11:40: Jetzt muss man mit dem Wort Greenwashing immer ein bisschen vorsichtig umgehen,

00:11:44: weil, also ob man es jetzt Greenwashing nennen will oder nicht,

00:11:48: ist fragwürdig, weil es ist ja erlaubt, es ist ja nicht erlaubt.

00:11:53: Nur das System ist, was das angeht, einfach sehr nett.

00:11:57: Also die Regeln sind sehr großzügig formuliert und dementsprechend kann man

00:12:01: das auch als Versorger ausnutzen, dass ich halt nur jährlich bilanziere und

00:12:06: das grün nenne. Das verstößt ja nicht gegen die Regeln.

00:12:09: Und eine Sache, die wir sehen, ist, dass der Markt sich halt hinbewegt,

00:12:12: dass Energieverbraucher wie du und ich dort einfach mehr Transparenz haben wollen,

00:12:18: wirklich wissen wollen, wo kann mein Strom tatsächlich her?

00:12:21: Und sich halt die Frage stellen, wenn jetzt tatsächlich hier Dunkelflaute herrscht,

00:12:25: wo kann mein Strom tatsächlich her und wie kann es sein, dass es 100 Prozent Ökostrom ist?

00:12:29: Das passiert jetzt weniger im B2C-Bereich, muss man sagen, sondern eher im B2B-Bereich,

00:12:33: wo sich halt große Unternehmen Gedanken machen,

00:12:35: okay, wenn ich jetzt mein Produkt als 100% grün oder halt mit 100% Ökostrom

00:12:40: hergestellt darstelle,

00:12:41: wie kann ich das beweisen und wie kann ich diesem Vorurteil des Greenwashings

00:12:47: entgegentreten, der halt im Raum steht, weil diese Zertifikate halt so lasch

00:12:52: sind oder so eben diese Interpretation zulassen.

00:12:54: Naja, es ist natürlich deutlich schwieriger, auf einer stündlichen Basis oder

00:12:59: auf einer höher aufgelösten Basis immer grün zu sein und 100% nachzuweisen, als nur so im Schnitt.

00:13:06: Weil man dann eben die Dunkelflaute im Winter, die berüchtigte und allseits

00:13:11: besprochene, dann umgeht so ein bisschen. Genau, richtig.

00:13:16: Oder kompensiert mit Sonnenstrom aus dem Juni.

00:13:19: Richtig, genau. Aber da kommt nämlich genau der Aspekt ins Spiel,

00:13:22: was sind Herkunftsnachweise?

00:13:24: Herkunftsnachweise sind ja irgendwo auch eine Wertkomponente oder ein Investmentanreiz

00:13:30: und ein Anreiz für die Wirtschaft.

00:13:32: Um Energie oder erneuerbare Energie herzustellen in Stunden,

00:13:35: wo es keine Energie gibt.

00:13:37: Also jetzt zum Beispiel bei, im Beispiel von der Dunkelflaute,

00:13:42: wenn wir ein System hätten, was diese 24-7-Transparenz hat,

00:13:46: könnte man in den Stunden keinen Grünstrom verkaufen, außer man hat irgendwie

00:13:51: Grünstrom aus, keine Ahnung, Biogasanlage oder halt, wie du anfangs meintest,

00:13:55: aus Speicher, also irgendwie Batteriespeicher.

00:13:56: Und das wäre auch eine, wenn du stündliche Herkunftsnachweise hättest,

00:14:02: wäre es ja ein finanzieller Anreiz, um Assets zu bauen, die Strom zur Verfügung

00:14:08: stellen können zu den Stunden.

00:14:12: Dieser finanzielle Aspekt oder dieser Anreiz existiert aktuell nicht,

00:14:15: weil dadurch, dass du es halt irgendwie übers Jahr glattziehen kannst,

00:14:19: entsteht dieser Anreiz nicht.

00:14:22: Du incentivierst, wenn, dann nur insgesamt mehr Herkunftsnachweise auszustellen.

00:14:28: Aber zu welcher Stunde ist ganz gleich, weil wenn du deine Juni-Mittags-Sonne-Herkunftsnachweise

00:14:32: zur Dunkelflaute verkaufen kannst, hast du ja keinen Vorteil daran,

00:14:36: zu einer Stunde Erneuerbare zur Verfügung zu stellen, wo es sonst keine gäbe. Ja, okay, verstanden.

00:14:42: Und also sind die Herkunftsnachweise irgendwas physisches?

00:14:49: Ich stelle mir so den Zollbeamten vor, der so ein Papier ausfüllt und dann so

00:14:53: einen Stempel drauf macht.

00:14:54: Ist das was, wenn ich jetzt, ich bin jetzt im Solarpark und wenn ich dann meinen

00:14:59: Solarpark fertiggestellt habe und dann irgendjemandem zeigen kann,

00:15:03: hier, ich habe über das Jahr…,

00:15:04: x Kilowattstunden, x Megawattstunden produziert, kommt dann da die Bundesnetzagentur

00:15:09: und macht mir einen Stempel auf mein Papier?

00:15:11: Also lass uns mal richtig rein, so richtig detailliert.

00:15:15: Wo entsteht der Herkunftsnachweis? Wer hat den? Ist das was Elektronisches? Ist das ein Papier?

00:15:20: Genau, ja. Also was dann deine Intuition richtig war, war, dass es ein zentrales System ist.

00:15:24: Und das ist in jedem Land ein mehr oder weniger, es gibt unterschiedliche,

00:15:28: aber es ist immer ein zentrales System. In Deutschland gibt es das Register

00:15:34: vom Umweltbundesamt und das Umweltbundesamt ist quasi dort der Regiehüter.

00:15:38: Die haben diese, das ist im Wesentlichen eine Software, man kann sich dort einloggen

00:15:42: und Teilnehmer oder Leute mit einem Konto im Umweltbundesamt oder im Herkunftsfachweißregister

00:15:48: vom Umweltbundesamt haben dann ein Konto, wo sie sehen können.

00:15:52: Ich habe Zertifikate entweder als Erzeuger erzeugt oder als Versorger irgendwo

00:15:57: eingekauft oder auch selber erzeugt. Kann natürlich auch sein,

00:15:59: dass man beide Rollen hat.

00:16:00: Und auf der anderen Seite habe ich meine Kunden und dann kann ich die Herkunftsnachweise

00:16:05: im System entwerten. Also ich kann quasi Zertifikate auswählen und dann anklicken,

00:16:08: okay, diese Zertifikate entwerte ich jetzt im Namen von Kunden A oder Kunden B.

00:16:14: Also entwerten bedeutet, ich ordne sie einem Kunden zu.

00:16:17: Dass nur dieser Kunde dieses Zertifikat verbrauchen kann oder halten kann.

00:16:22: Nicht zwei Kunden gleichzeitig. Genau, und das ist nämlich genau der Grund,

00:16:26: wieso Herkunftsartweise in the first place quasi eingeführt wurden,

00:16:29: ist um eine Doppelvermarktung oder einen doppelten Verkauf, ein Doppelcounting zu verhindern.

00:16:35: Also wenn es im Namen von einem Kunden entwertet wird, kannst du es nicht für

00:16:40: einen anderen Kunden auch nochmal

00:16:41: entwerten, weil es halt vom Markt zurückgezogen wurde in dem Sinne.

00:16:45: Aber, um es sich konkret darzustellen, das ist wie ein sehr oberflächlicher

00:16:55: Vergleich wie so ein Bankkonto.

00:16:56: Also du loggst dich ein und du kannst halt genau sehen, welche Anlagen haben

00:17:00: wie viel Strom produziert, wie viel habe ich und kann ich dann von links nach

00:17:03: rechts transfern auf unterschiedliche Konten. Genau.

00:17:06: Got it. Und ist dieses zentrale Register beim Umweltbundesamt,

00:17:11: beim UBA, frei zugänglich oder ist das nur für die Erzeuger oder nur für die Vermarkter?

00:17:18: Also kann ich jetzt gucken, ich meine, ich habe ja vielleicht schon mal Grünschirmfahrer

00:17:20: verbraucht in meinem Leben. Kann ich da jetzt gucken, steht da irgendwo mein Name, Ilan Momba?

00:17:25: Ja, also erst einmal zur Frage, wer kann sich dort überhaupt einloggen?

00:17:30: Also es gibt unterschiedliche Rollen und es ist zu einem Teil limitiert,

00:17:33: wer sich überhaupt ein Konto erstellen kann.

00:17:36: Im Wesentlichen sind das die Erzeuger, die EVUs und dann kannst du als Service

00:17:42: Provider, also kannst du ein Dienstleisterkonto haben, weil es unterschiedliche

00:17:46: Funktionen gibt, die du als Dienstleister machen kannst.

00:17:48: Sonst, ich würde sagen, die zentrale Rolle ist auf jeden Fall die des EVU,

00:17:51: weil der Versorger schaut halt eben, wie viel kaufen die Zertifikate ein von

00:17:56: unterschiedlichen Erzeugern und verteilen sie dann an die Kunden.

00:17:59: Also das ist wesentlich die zentrale Rolle.

00:18:01: Und als Privatperson kannst du dich da nicht einloggen. Und jetzt zu deiner

00:18:05: Frage als Privatperson, ist dein Zertifikat entwertet für Ilan Momba?

00:18:09: Das wäre idealerweise so. In der Praxis ist es aber zu komplex und deswegen,

00:18:13: wenn dein Stadtwerk dir hier Zertifikate für dich entwertet,

00:18:18: dann wirst du halt gepoolt mit einem Portfolio und das für das Portfolio entwertet.

00:18:22: In der idealen Welt, wenn du granulare Herkunftsnachweise hast,

00:18:26: dann könnte das hier natürlich der Fall sein.

00:18:29: Also theoretisch, technisch wäre es ja möglich, dass dein Name draufsteht und

00:18:33: dann auch der Zeitpunkt, an dem der Strom erzeugt wurde, wo du es verbraucht

00:18:37: hast, ob das korreliert.

00:18:39: Also wenn man sich überlegt, wie könnte die Zukunft von Herkunftsabweisen sein?

00:18:43: Theoretisch wäre das möglich, ja.

00:18:45: Und du hast jetzt schon das Wort granular eben benutzt. Das ist vielleicht so

00:18:48: eine Vorankündigung von der Begründung eures Namens.

00:18:54: Aber was sind denn noch so Kritikpunkte an dem aktuellen, oder?

00:19:00: Wo funktioniert es noch nicht optimal, dieses System, was wir da gebaut haben?

00:19:05: Ja, also es gibt mehrere Limitationen. Das erste ist, wie ich gerade meinte,

00:19:10: dieser ganze zeitliche Aspekt und die fehlende Incentivierung,

00:19:14: die das in den Markt bringt.

00:19:16: Der andere Aspekt, und das ist deutschlandspezifisch oder ist in anderen Ländern

00:19:21: weniger stark ausgeprägt, sagen wir mal, ist die geografische Komponente.

00:19:25: Deutschland hat zu einem gewissen Grad ein HKN-Transparenzproblem.

00:19:29: Also der durchschnittliche Verbraucher, aber auch im B2B-Bereich,

00:19:34: weiß gar nicht, was ein Herkunftsnachweis ist. Deswegen machen wir die Folge. Ja, genau.

00:19:39: Bis jetzt. Es war jetzt alles nicht bekannt und jetzt kommt Energiezone und

00:19:43: jetzt sind HKNs Energiezone berühmt und wir sind alle aufgeschlaut. Genauso machen wir das.

00:19:47: Das ist doch genau richtig. Deswegen bist du hier. Perfekt. Genau.

00:19:50: Und was halt passiert ist, dass auch die geografische Komponente eine Rolle spielt.

00:19:56: Und in Deutschland hat man das sogenannte Doppeltvermarktungsverbot.

00:20:01: Doppeltvermarktungsverbot ist ein Gesetz, was besagt, dass Assets,

00:20:05: Anlagen, die EEG-gefördert sind, keine Herkunftsnachweise ausstellen dürfen.

00:20:10: Die Idee davon ist, die Anlage wurde schon durchs EEG gefördert und soll jetzt

00:20:14: nicht zusätzlich auch noch Geld durch die Vermarktung von Herkunftsnachweisen

00:20:16: kriegen. Klingt erstmal plausibel, aber. Aber das Problem dadurch ist,

00:20:20: dass es zu einer Riesenverknappung von Herkunftsnachweisen auf dem deutschen Markt dazu führt.

00:20:25: Also wir haben zwar über 50 Prozent erneuerbare Erzeugung in Deutschland,

00:20:29: aber nur sehr wenige Herkunftsnachweise aus Deutschland, weil die meisten Anlagen EEG gefördert sind.

00:20:36: Also das kann man sich so vorstellen, in Deutschland werden ja,

00:20:39: Pi mal Daumen, 500 Gigawattstunden Strom verbraucht und ca.

00:20:43: 120 davon werden grüngestellt. Also grüngestellt heißt Herkunftsnachweise entwertet für dieses Volumen.

00:20:52: Also sozusagen vereinfacht gesagt 25 Prozent Grünstrom in Deutschland.

00:20:56: So eben 120 Gigawattstunden.

00:20:59: Und davon kommen aber nur 20 Gigawattstunden aus Deutschland.

00:21:03: Der Rest kommt alles aus dem Ausland und dabei mehrheitlich aus Norwegen.

00:21:07: Also drei Viertel der Herkunftsnachweise, die in Deutschland entwertet werden,

00:21:11: kommen aus norwegischer Wasserkraft.

00:21:14: Weil es halt nicht genug Herkunftsnachweise in Deutschland gibt,

00:21:17: also schaut man sich an, wo könnte ich sonst Herkunftsnachweise kaufen.

00:21:20: In Norwegen sind sie traditionell am günstigsten, also werden sie von dort eingekauft.

00:21:26: Wäre an sich kein Problem, nur dass der Strom physisch nicht aus Norwegen nach

00:21:29: Deutschland kommen kann, in den Volumen, wie Herkunftsnachweise verkauft werden.

00:21:33: Also, und da ist wieder die Frage, ist das Greenwashing oder nicht?

00:21:36: Die Regeln lassen es zu, aber es wird de facto mehr Grünstrom in Deutschland

00:21:39: verkauft, als physisch aus Norwegen nach Deutschland kommen kann.

00:21:42: Ist das ein Problem, weil man kann ja irgendwie grenzüberschreitend handeln.

00:21:49: Also wenn es irgendwie ein Zertifikat, so wie beim CO2-Zertifikate,

00:21:57: also Ausstoßrechte für CO2 sind ja auch irgendwie handelbar, Cap and Trade.

00:22:02: Ist das ein Problem, solange das System in sich geschlossen ist und die Incentives

00:22:11: dann grün zu produzieren irgendwo anders?

00:22:13: Es ist ja eigentlich egal, ob es in Deutschland oder in Norwegen ist, oder? Ja, nein.

00:22:17: Da gibt es unterschiedliche Ansichten. Das wäre theoretisch der Fall.

00:22:21: Das hat aber nochmal einen anderen Grund, wieso man norwegische Herkunftsnachweise

00:22:24: in Deutschland so leicht verkaufen kann. Es gibt für Unternehmen,

00:22:29: die ihr CO2-Ausstoß aus dem Energiekonsum bilanzieren, zwei Arten,

00:22:33: den zu berechnen. Location-based und Market-based.

00:22:37: In der Nutshell, Market-based heißt Herkunftsnachweise, also habe ich Herkunftsnachweise

00:22:42: entwertet und Location-based heißt physisch im Netz, welchen Strom habe ich.

00:22:47: Norwegen, die meisten Unternehmen reporten location-based, weil Norwegen,

00:22:51: ich glaube, 98 Prozent Grünstrom aus Wasserkauf produziert.

00:22:54: Deswegen braucht kein Unternehmen Herkunftsnachweise aus Norwegen.

00:22:59: Deswegen können die Herkunftsnachweise aber nach Deutschland verkauft werden,

00:23:02: weil die halt alle nicht lokal entwertet wurden, weil dort alle location-based

00:23:05: reporten und nicht market-based Herkunftsnachweise brauchen.

00:23:08: Und in dem Sinne theoretisch, wenn es ein in sich geschlossenes System wäre,

00:23:12: ja. Ja, aber de facto ist es dann doch ein Double Counting, weil in Norwegen

00:23:16: wird mit dem einen System reported, in Deutschland mit dem anderen System.

00:23:20: Und so kommt es auch zu einer doppelten Berechnung. Also wenn zum Beispiel,

00:23:23: wenn alle Herkunftsnachweise, die in Norwegen verbraucht werden,

00:23:26: auch dort entwertet werden, dann würde das die Herkunftsnachweise in Norwegen auch verknappen.

00:23:30: Und wenn man sie dann hier aus Deutschland kaufen würde, dann würde es dann

00:23:33: wiederum auch den Anreiz setzen, in Norwegen mehr Assets zu bauen.

00:23:37: Theoretisch, wenn du willst, könnte man argumentieren, Ja, insgesamt sorgt das

00:23:40: für mehr Erneuerbare im System, wenn das Netz das hergibt.

00:23:45: In der Praxis ist der Effekt viel, viel stärker, dass einfach viel mehr importiert wird als möglich.

00:23:52: Und die Lösung da wäre, oder in dem Sinne ist die Verknappung von deutschen

00:23:59: Herkunftsfachweisen einfach das Bottleneck. Okay, verstanden.

00:24:07: Das heißt, wir haben ein Problem. Wir müssen irgendwas anders machen.

00:24:12: Was macht dann ein Startup aus Paris, London, slash jetzt hier mit deutscher Dependance in München?

00:24:21: Es hört sich so für mich an, dass es eigentlich irgendeine Art staatliche Instanz

00:24:24: geben muss, die da was verändert.

00:24:26: Die Accounting Systems oder die Art und Weise, wie gezählt wird in den unterschiedlichen

00:24:30: Ländern. Das ist vereinheitlicht. Was macht ihr?

00:24:33: Wie kommst du ins Spiel? Genau, ja, das ist eine super Frage.

00:24:38: Und zwar, genau, wir haben ja bis jetzt gesprochen, dass es ein Problem im Markt gibt.

00:24:43: Und wie du meintest, das müsste eigentlich ein staatlicher Akteur machen.

00:24:46: Und das ist auch eine Sache, die wir sehen.

00:24:49: Weil es dieses Problem im System gibt, sehen wir, dass es immer mehr Druck gibt

00:24:54: von regulatorischen Behörden oder von der EU, das System eben feiner zu machen

00:25:00: oder diese Loopholes quasi zuzumachen.

00:25:03: Und wir sehen andererseits auch freiwillige Nachfrage aus dem Markt.

00:25:06: Also Akteure, die merken, dass das irgendwie Greenwashing ist und dagegen vorgehen

00:25:10: und eben wollen oder mehr Transparenz um ihre Herkunftsnachweise haben wollen.

00:25:16: Jetzt führt es aber zu einem nächsten Problem. Als Energieversorger,

00:25:20: wenn ich den Elan nicht einmal im Jahr bilanzieren muss, sondern jede Stunde

00:25:25: oder sogar jede Viertelstunde bilanzieren muss, ist es operational natürlich explodiert.

00:25:29: Und das ist ja nicht nur für dich, sondern für 80 Millionen Menschen in Deutschland

00:25:33: plus tausende Unternehmen natürlich, weil eben aktuell die Verwaltung von Herkunftsnachweisen

00:25:41: häufig in Excel gemacht wird.

00:25:42: Und wir bieten ein Software-Tool, was genau hilft, diese Prozesse zu vereinheitlichen oder zu vereinfachen.

00:25:49: Also wir haben ein im ersten Schritt Portfolioübersicht-Tool,

00:25:52: wo du siehst, wie viel Strom habe ich aus welcher Anlage produziert,

00:25:56: zu welcher Uhrzeit, aus welcher Technologie etc.

00:25:59: Und auf der anderen Seite, welche Kunden habe ich, wie ist der Vertrag ausgestaltet,

00:26:05: welche Qualität habe ich ihm zugesichert und wie kann ich das optimal matchen.

00:26:09: Okay, also ihr seid sozusagen eine Digitalisierungsinstanz für dieses Zertifikatesystem. Richtig, genau.

00:26:17: Im ersten Schritt digitalisieren wir die aktuellen Prozesse,

00:26:20: aber bereiten Versorger auch vor für das, was in zwei, fünf, zehn Jahren kommt.

00:26:27: Ich habe ja, wir haben ja so ein Vorgespräch geführt, schon im Januar oder so.

00:26:31: Der Podcast ist so gut gebucht, dass wir es vorher noch nicht geschafft haben.

00:26:34: Oder ich auch meinte, wir können es ja gerne in München machen,

00:26:37: weil wir sowieso auch zwei, drei andere Podcasts hier aufnehmen.

00:26:40: Da hatte ich die Chance, die Ehre, mit Tobi zu reden. Tobi ist euer Gründer.

00:26:46: Der hat die Unternehmenshistorie oder seine persönliche Origin-Story,

00:26:50: Founding-Story auch nochmal erzählt.

00:26:52: Kannst du die vielleicht auch nochmal kurz wiedergeben? Ich glaube,

00:26:54: du könntest jetzt versuchen, mich zu erinnern. aber in Berlin kannst du es,

00:26:58: glaube ich, besser. Ja, sehr gerne.

00:26:59: Und zwar ist die Story von Tobi ein bisschen ähnlich wie unser Gespräch bis jetzt.

00:27:05: Also wir fangen gar nicht mit Granular an, sondern mit Herkunftsnachweisen und

00:27:09: was ist das Problem von Herkunftsnachweisen.

00:27:11: Also Tobi hat davor mehrere Startups gegründet, alle im Energiebereich.

00:27:16: Und das letzte, was er vor Granular gegründet hatte, war im Demand-Response-Bereich,

00:27:21: wo es eben genau darum ging, wie kann ich Speichersysteme incentivieren und so weiter.

00:27:27: Und das Startup wurde dann gekauft und er hat dann bei einem Energieversorger

00:27:32: gearbeitet, wo es eben genau um dieses Thema Herkunftsnachweise ging.

00:27:36: Und in seiner Rolle beim Versorger hat er halt genau dieses Problem festgestellt,

00:27:40: dass Herkunftsnachweise keine Inventivierung für Demand Response oder Flexibilität

00:27:45: einfach darstellen können, weil das fehlt.

00:27:49: Und hat das auch einfach privat quasi gemerkt oder ihn hat das gestört,

00:27:56: dass herberufsweise nicht das sind, was man ihm intuitiv denken würde.

00:28:03: Und hat dann erstmal EnergyTag gegründet. EnergyTag ist eine NGO,

00:28:07: die quasi sich als Ziel gesetzt hat, das Regelwerk für stündliche oder granulare

00:28:14: Herkunftsnachweise abzubilden.

00:28:16: Die Standardisierungsinstanz oder?

00:28:19: Genau, es geht einfach darum, einfach aus der Privatwirtschaft,

00:28:24: da gibt es große Namen oder große Unternehmen, die das unterstützen,

00:28:29: einfach zu schauen, wie könnte dieser 24-7 oder stündliche Herkunftsaufweise,

00:28:34: wie könnten die ausschauen und beraten damit auch Behörden oder die EU oder

00:28:39: halt unterschiedliche Stakeholder in dem Bereich.

00:28:43: Und jetzt wurde dieses, und das hat er dann quasi abgegeben und dann aber auch

00:28:47: festgestellt, okay, was wenn das jetzt realitiert wird und dieser neue Standard

00:28:52: etabliert wird, dann braucht es auch Lösungen in dem Bereich.

00:28:55: Und Granular ist eben eine Art der Lösung in diesem Bereich.

00:28:58: Gibt aber auch natürlich weitere, die darauf aufbauen und um dieses ganze System

00:29:02: von Granular und Herkunftsarbeit.

00:29:03: Okay, und Energy Tag gibt es also noch und wird genutzt. Da gibt es irgendwie

00:29:07: eine Art Penetration, eine Art Verbreitung in Europa oder weltweit Ja, weltweit.

00:29:14: Zwei der großen Unterstützer oder zwei der großen Namen sind Google und Microsoft,

00:29:19: die das Thema 24-7 sehr unterstützen,

00:29:22: weil sie eben gemerkt haben, die Datacenter, die sie haben, schlucken enorm

00:29:28: viel Strom und zwar Baseload.

00:29:31: Und das entspricht ja eben nicht Erneuerbaren und haben halt selber gemerkt,

00:29:34: irgendwann wird es uns auf die Nase fallen, wenn wir da nicht transparenter

00:29:38: sind und treiben das voran.

00:29:40: Und die unterstützen das quasi vor allem von Marktseite. Es gibt natürlich andere Akteure.

00:29:45: Der Standard wird aber auch immer mehr und mehr genutzt. Also wir sind in einer

00:29:48: Partnerschaft zum Beispiel mit 50 Hertz, die auch einen… Wir waren schon mal

00:29:52: hier im Podcast. hast. Ja, das habe ich ja angehalten. Das ist cool.

00:29:57: Und mit, also 50 Hertz baut an einem.

00:30:02: Oder wollen mal modellieren, wie sähe das aus, wenn man stündliche Herkunftsnachweise hätte.

00:30:06: Und die sind auch im Austausch natürlich mit EnergyTag. Wenn du so ein System

00:30:10: aufbaust, dann eben willst du

00:30:12: schauen, dass du den aktuell sich gerade etablierenden Standards hältst.

00:30:15: Und das sind zum Beispiel auch andere Akteure, die mit EnergyTag dort arbeiten.

00:30:20: Okay, Und wo steht ihr, also Energy Tag Check, Granular, seid ihr im Aufbau,

00:30:26: gibt es ein, zwei Jahre oder sowas?

00:30:29: Drei Jahre, ja. Drei Jahre, ihr seid auf jeden Fall in den drei genannten Locations schon aktiv,

00:30:34: darüber hinaus, wo steht ihr sozusagen in Bezug auf, ob ihr Umsatz nennen könnt,

00:30:40: wahrscheinlich noch nicht, aber Anzahl Projekte oder Anzahl Mitarbeiter oder

00:30:45: Internationalisierung,

00:30:48: wo steht ihr, in welchen Märkten seid ihr aktiv?

00:30:49: Ja, um dir da so ein bisschen einen Überblick zu geben. Wir sind 25 Leute insgesamt.

00:30:55: Es ist ein französisches Unternehmen, aber eben Headquarter in London.

00:30:58: Deswegen ist das immer so ein bisschen zwischen den beiden.

00:31:01: Ich wollte jetzt sagen European, aber nach Brexit kann man das ja irgendwie nicht sagen.

00:31:19: Und was sozusagen unsere Verbreitung oder Penetration angeht,

00:31:23: wir haben 40 circa Pilotkunden global, also vier Kontinenten.

00:31:29: Ich würde mal sagen von, also Schwerpunkt Europa sicherlich,

00:31:32: aber von Amerika bis Australien ist da alles dabei und haben circa um die zehn

00:31:39: Kunden, die das im Rollout nutzen. Nice.

00:31:42: Und wer sind eure Kunden? Also ist ja dann wahrscheinlich ein B2B-Geschäft an

00:31:48: die Versorger, weil ich als Kunde, als Privatkunde werde jetzt noch nicht von euch angesprochen.

00:31:53: Genau richtig. Also im ersten Schritt ist unser Ziel, gehen wir an die Versorger.

00:31:57: Wieso? Weil der Versorger ist wie die Spinne in diesem Netz im ganzen System.

00:32:01: Die Versorger sind die, die die Herkunftsnachweise entwerten und verwalten im

00:32:05: HKNR, also im Register, sind aber auf der anderen Seite auch die,

00:32:09: die sowohl Erzeugerdaten als auch Verbrauchsdaten haben.

00:32:12: Also alleine sozusagen von der technischen Seite ist es natürlich einfacher,

00:32:16: die beiden Sachen beim Versorger zusammenzubringen.

00:32:19: Und das ist für uns natürlich auch ein sehr interessantes Feld,

00:32:23: weil dadurch, dass wir uns als Versorger spezialisieren, gibt es in jedem Land

00:32:28: nur eine Handvoll große Player.

00:32:30: Deutschland ist da mit den Stadtwerken ein bisschen anders als andere Länder.

00:32:34: So 300 oder 800. Ja, circa.

00:32:38: Deswegen ist Deutschland immer so ein bisschen anders, aber es ist immer sehr

00:32:42: konzentriert und das ist natürlich sehr spannend,

00:32:44: weil es einerseits sehr lange Sales-Zyklen sind, auf der anderen Seite ist es

00:32:48: immer eine sehr tiefe Kooperation dann auch und es ist auch für uns sehr spannend zu sehen,

00:32:53: was sind die Bedürfnisse von unterschiedlichen Versorgern, wie sind die Ad-Hoc-Systeme,

00:32:57: wie können wir denen jetzt schon helfen und wie können wir sie halt vorbereiten.

00:32:59: Und es gibt ja unterschiedlichste Versorger.

00:33:04: Ich habe ja mal bei so einem ganz großen, beim viertgrößten Energieversorger

00:33:07: Deutschlands so im Konzern eine Zeit lang fungiert.

00:33:12: Und dann gibt es ganz kleine, quasi vertikal integrierte Stadtwerke,

00:33:17: die alles machen, Netz und Erzeugung.

00:33:20: Habt ihr eine Art ICP, Ideal Customer Profile?

00:33:24: Also wie würdest du euren Idealkunden für den nächsten Piloten beschreiben?

00:33:29: Ja, das ist eine gute Frage.

00:33:32: Also unser ICP wäre eigentlich schon der Versorger, was in vielen Ländern schon

00:33:37: so spitz ist, dass es eigentlich schon reicht. In Deutschland differenzieren

00:33:42: wir nochmal eine Stufe weiter.

00:33:44: Und zwar schauen wir tendenziell eher die Größeren an, weil bei den größeren

00:33:48: Versorgern ist es tendenziell so,

00:33:50: dass sie eher größere Kunden haben, die sich auch besser mit Herkunftsnachweisen

00:33:56: auskennen und tendenziell auch höhere Anforderungen haben. an die Qualität ihrer

00:34:00: Herkunftssachweise haben.

00:34:01: Also man hat sicherlich auch Energieverbraucher im Markt, die um dieses Problem

00:34:07: mit norwegischen Herkunftssachweisen wissen und deswegen zum Beispiel nur deutsche

00:34:11: Herkunftssachweise oder nur südeuropäische Herkunftssachweise haben wollen.

00:34:15: Und die sammeln sich tendenziell bei den großen Versorgern.

00:34:20: Oder halt wir nennen es dunkelgrüne Versorger.

00:34:23: Also eben die, die besonderes Alleinstellungsmerkmal Alleinstellungsmerkmal,

00:34:30: dadurch haben das hier besonders gut Sinn.

00:34:32: Und wenn du dir so einen riesengroßen Energiekonzern anguckst,

00:34:34: da gibt es ja verschiedene, wer von den unterschiedlichen Personen,

00:34:39: die dort arbeiten, sind spannend für euch.

00:34:40: Ist das eher die Vertriebsabteilung, die kundennah ist, die dann sagen kann, hier.

00:34:45: 30 Cent Aufschlag für, nicht pro Kilowattstunde, 0,3 Cent Aufschlag pro Kilowattstunde,

00:34:51: Aufschlag für Vergrünung.

00:34:54: Ich setze da mal das Häkchen bei meinem Belieferungsangebot.

00:34:59: Oder ist es eher eine Innovationsabteilung, weil die winken irgendwie ein bisschen

00:35:03: outside of the box und freuen sich über neue Themen. oder sind es eher die Erzeugerseite?

00:35:10: Also wir machen ja auch dann teilweise erneuerbare Projektentwicklung für die,

00:35:13: um deren Finanzierungskosten zu verbessern.

00:35:17: Oder wie gehst du da ran?

00:35:19: Ja, all of the above und auch ein paar mehr. Also sicherlich die zwei Hauptstakeholder

00:35:25: sind zum einen das Sales Team,

00:35:26: weil genau wie du meintest, die haben das Interesse, diese Transparenz,

00:35:30: die sie dann haben, können sie dem Kunden zum Verkauf anbieten oder halt Service anbieten.

00:35:36: So eine Plattform ist so aufgebaut, dass man auch in dem Energieverbraucher

00:35:40: einen Wild Label Login geben kann, der dann genau sehen kann,

00:35:43: eben wie ich es beschrieben habe, zu welcher Stunde kam mein Strom aus welcher Anlage.

00:35:47: Und ich kann das entweder interaktiv in der Plattform ansehen oder halt als

00:35:50: PDF-Report rausziehen und in mein Nachhaltigkeits-Reporting als Großenergie,

00:35:56: als Großabnehmer quasi verwenden.

00:36:00: Und genau, und die Sales-Leute beim Versorger können das einfach als Teil des

00:36:04: Sales oder als Teil der Kundenbindung benutzen. Das ist das eine.

00:36:08: Dann das andere ist das Thema die Portfolio Manager oder das quasi Backoffice

00:36:13: oder Green Desk. Das heißt immer so ein bisschen unterschiedlich.

00:36:15: Also die Leute, die Herkunftsnachweise verwalten und das Matching machen,

00:36:19: können das einfach digitalisieren und quasi dort weniger, da geht es weniger

00:36:23: darum, Umsatz zu steigern, sondern Prozesse zu vereinfachen und im Zweifel auch günstiger zu machen.

00:36:30: Dann hast du Trader. Diese Herkunftsnachweise werden ja gekauft und verkauft.

00:36:34: Und aktuell gibt es häufig nicht die adäquaten Tools, um dieses Trading abzubilden,

00:36:39: beziehungsweise man nutzt Trading-Systeme, die für den Strommarkt gebraucht

00:36:43: sind, für Herkunftsnachweise abzubilden.

00:36:45: Eignet sich nicht so 100 Prozent. Also da bieten wir auch Lösungen an.

00:36:50: Innovationsabteilung ist natürlich für jedes Startup immer so ein guter Eintrittspunkt.

00:36:54: Und dann auch noch sehr interessant für uns ist Wasserstoffprojekte.

00:36:58: Alles, wo es um grünen Wasserstoff geht, ist für uns spannend,

00:37:02: weil grüner Wasserstoff ist einer der ersten Use Cases, wo es eine ganz konkrete Regulierung gibt.

00:37:09: Es gibt da einen Delegierten Rechtsakt von der EU, der besagt,

00:37:15: dass grüner Wasserstoff ab 2030 24-7 gematcht sein muss, um grüner Wasserstoff

00:37:21: genannt werden zu dürfen.

00:37:24: Und das ist jetzt der erste ganz konkrete Use Case, das steht einfach schon

00:37:28: drin und das muss einfach so sein.

00:37:30: Und für einen Versorger oder für einen Projektierer ist 2030 übermorgen.

00:37:33: Also diese Elektrolyseure laufen ja 10, 15 Jahre mal mindestens.

00:37:38: Sprich, wer jetzt ein Elektrolyseur aufbaut, muss schon jetzt dran denken,

00:37:42: wie kann ich in sechs Jahren garantieren, dass es auch grünen Wasserstoff herstellt.

00:37:47: Und deswegen sind für uns auch diese Wasserstoffteams immer ein interessanter

00:37:51: Anhaltspunkt, weil die suchen natürlich für Lösungen.

00:37:53: Ja, es gibt ja bei den Wasserstoffen irgendwie den ganzen Regenbogen an Farben

00:37:57: mittlerweile, also irgendwie pink, grau, blau und ihr, aber heute bei euch geht

00:38:01: es wirklich um grün, weil um erneuerbar erzeugt und nachweisbar.

00:38:06: Genau, genau, das ist genau die Kondition, damit es grün sein darf,

00:38:09: muss, also es gibt dort unterschiedliche Wege, aber der eine Weg ist über,

00:38:13: also wenn es stündliche Herkunftsnachweise gibt, dann über stündliche Herkunftsnachweise. Got it.

00:38:20: Spannend, zehn Pilotkunden. Wie viele davon sind in Deutschland?

00:38:23: Kannst du auch Namen nennen?

00:38:24: Gibt es da schon Referenzen, bekanntere Firmen, die man so schon mal gehört hat? Ja, sicherlich.

00:38:31: Also international sind auch einige größere dabei.

00:38:34: Also jetzt insbesondere, keine Ahnung, Good Energy aus England.

00:38:39: In Deutschland arbeiten wir mit EWE zusammen und mit Lichtblick haben wir dort Piloten am Laufen.

00:38:45: Insgesamt sind wir im deutschsprachigen Raum bei knapp zehn Pilotprojekten,

00:38:50: die wir unterwegs haben und eben auch schon ersten Kunden, die das im vollen Rollout haben.

00:38:55: Und es geht da eben um unterschiedliche Use Cases oder auch um unterschiedliche

00:38:59: Projekte beim Piloten, wo es eben meistens darum geht.

00:39:04: Ich habe jetzt, also die Versorger wollen selber erst mal herausfinden,

00:39:07: welche Assets habe ich und

00:39:09: wenn ich jetzt 100 Prozent grün oder wenn ich diese stündliche Transparenz darstellen

00:39:14: möchte, wo lande ich da mit meinem aktuellen Asset Park oder mit meinen PPAs

00:39:18: oder wie das auch immer ausschaut.

00:39:20: Und die Feststellung ist meistens offensichtlich 100 Prozent grün kann ich nicht bieten.

00:39:25: Das ist aber auch nicht die Erwartung und so wird es in Zukunft auch nicht sein.

00:39:28: Es geht nicht darum, dass man von heute auf morgen 100 Prozent grün anbietet,

00:39:32: weil das geben die Netz nicht her, sondern dass man dem Kunden sagt,

00:39:35: eben auf jährlicher Ebene bist du 100% grün, aber auf stündlicher Ebene bist

00:39:39: du bei, sagen wir, 70% oder 80% oder keine Ahnung für Versorger,

00:39:44: die eben besonders gutes, gut ausbalancierten Assetpack haben,

00:39:47: vielleicht mal 90, 100 oder 95%.

00:39:49: Und so wird das wahrscheinlich in Zukunft auch sein.

00:39:52: Es wird nicht sein 100% Ökostrom oder nix, sondern es wird sein eben 70,

00:39:58: 80%, 90% für die besonders grünen Verbrauchern. Genau.

00:40:03: Spannend. Man muss gar nicht unbedingt fully fledged all in gehen als Versorger,

00:40:09: sondern wenn man sich einfach mal erkundigen will und was lernen will und mehr

00:40:12: Transparenz ins eigene System reinbringen will, dann stündet ihr dafür auch schon zur Verfügung.

00:40:18: Genau, das ist einfach der realistische Zwischenschritt von,

00:40:21: also eben das ganze System auf einmal umzudrehen, umzukrempeln wird schwierig

00:40:25: sein und das ist einfach der realistische Zwischenschritt.

00:40:27: Und wir haben da auch eben ein größeres Projekt am Laufen mit 50 Hertz,

00:40:32: die eben auch ein Register mal probieren.

00:40:35: Das nennt sich Energy Track and Trace, dieses Projekt, wo es eben darum geht,

00:40:39: wie sehe denn so ein Register auf stündlicher Ebene aus?

00:40:43: Und wir sind dort immer offen für Versorger, die das ausprobieren wollen,

00:40:47: die ihre Daten hochladen wollen, die einfach mal anschauen wollen,

00:40:50: wie so ein Zertifikatesystem ausschauen könnte. Cool, spannend.

00:40:55: Und wie finden euch eure Kunden oder wie findest du die Wasserstoffprojekte in Deutschland?

00:41:01: Also aktuell ist es natürlich beides. Also einerseits Outbound,

00:41:06: wir gehen halt raus und wir gehen auf Messen. oder dass halt das Schöne selbst

00:41:11: ist, in Deutschland 300 Stadtwerke gibt, es sind auch nur 300.

00:41:14: Und wenn du 300 Leute anrufen willst, dann kriegst du das im Zweifel auch hin.

00:41:19: Und deswegen machen wir sehr viel, dass wir von uns aus auf die Kunden zugehen

00:41:23: oder halt irgendwie auf den Messen oder so treffen.

00:41:26: Und genau, unser Ziel ist es einfach, zwei Sachen zu machen.

00:41:31: Das eine ist, den Markt zu educaten und zu zeigen, diese Änderung kommt.

00:41:36: Diese granularen Herkunftssachweise werden kommen. Es ist in der Regulierung.

00:41:41: Aber es gibt eben auch Lösungen dazu. Also dieser Market Education Part und

00:41:45: der andere Teil ist halt eben zu den Versorgern hingehen und sagen,

00:41:48: hey, ihr habt jetzt schon Probleme mit den Herkunftsnachweisen.

00:41:50: Wir haben die Lösungen für jetzt und für die nächsten zehn Jahre.

00:41:53: Got it. Aber ja, sehr viel Outbound.

00:41:55: Und dann lass nochmal den Markt für Herkunftsnachweise genauer angucken.

00:42:01: Heutzutage ist das eher ein B2B-Thema oder ein B2C-Thema?

00:42:06: Du hast ja Google und die großen Datencenterbetreiber, Hyperscaler und so angesprochen.

00:42:13: Die waren ja, wenn ich das richtig verstanden habe, so mit die Ersten,

00:42:18: die in den USA darauf geachtet haben.

00:42:20: Die sind sozusagen große Marken, große Verbraucher und haben eine gewisse Kundenwirksamkeit.

00:42:26: Also werden als Marke wahrgenommen beim Kunden.

00:42:29: Es gibt ja auch ganz große Energieverbraucher, die gar nicht beim Kunden,

00:42:32: keine Ahnung, irgendein Chemiekonzern, der einfach nur Vorstoffe für irgendwelche

00:42:38: anderen B2B-Produkte macht.

00:42:40: Also, die siehst du da und dann gibt es diesen Trend CSR, also Nachhaltigkeitsreporting,

00:42:50: Deutscher Nachhaltigkeitskodex, Nachhaltigkeitsberichterstattung,

00:42:55: nicht finanzielle Berichterstattung und so.

00:42:58: Also würdest du sagen, das ist wichtig für Endkunden und für dich und mich,

00:43:03: für Ilan, der seinen Vertrag vergrößert, oder mehr für Marken,

00:43:07: die, nennen es Greenwashing oder nicht, also die sozusagen grün dastehen wollen?

00:43:12: Wie ist dieser Markt verteilt? Und was ist da auch die Nachfrage von?

00:43:16: Ja, das ist eine super, super spannende Frage.

00:43:19: Also anfangs war unsere Hypothese, dass der Endverbraucher, also der auf der

00:43:26: B2B-2B-Seite sozusagen, der dieses Reporting haben möchte, dass das die eben

00:43:31: kundenzugewandten Marken sein werden.

00:43:33: Sei es irgendwie FMCG oder keine Ahnung, irgendwie Restaurant, Ketten, Hotels etc.

00:43:38: War unsere Hypothese. Wir sehen jetzt aber, wenn wir uns anschauen global,

00:43:44: wer sind die Kunden, denen unsere Kunden auf die Plattform hochladen?

00:43:48: Also wenn du jetzt Versorgern anschaust, wer sind die Endkunden von denen,

00:43:52: deren Verbrauch hochgeladen wird,

00:43:54: ist doch auch sehr viel eben so Chemiekonzerne, also doch schon die Leute,

00:43:58: die irgendwo in der Supply Chain mittendrin sind und aus unterschiedlichen Gründen

00:44:03: eben sich gründstellen wollen.

00:44:05: Einerseits aus Überzeugung, auf der anderen Seite hast du Leute,

00:44:10: die einfach sich absichern wollen.

00:44:13: Sie zahlen ja nicht mehr dafür, dass sie diese Transparenz haben aktuell oder

00:44:16: abhängig davon, wie das Setup ist, zahlen sie aktuell nicht mehr. Was meinst du damit?

00:44:19: Also wenn ich als Chemiekonzern, ich weiß, also ich bin jetzt 100% grün,

00:44:26: ich weiß aber, Mist, es kann sein, dass es in drei Jahren nicht mehr das,

00:44:30: was ich aktuell mache, nicht mehr 100% grün nennen darf, dann will ich trotzdem

00:44:33: jetzt schon wissen, wo stehe ich tatsächlich.

00:44:35: Und das ist ja für mich nicht von Nachteil, das jetzt schon zu wissen.

00:44:39: Einfach Transparenz im ersten Schritt, weil sie einfach sich absichern wollen

00:44:42: vor potenziellen regulatorischen Veränderungen in einigen Jahren.

00:44:48: Genau, das ist das eine. Und dann, also genau, es ist doch relativ viel auch

00:44:53: Unternehmen mitten in der Supply Chain, die keine jetzt Privatkundenkontakt haben.

00:44:58: Und auf der anderen Seite natürlich auch doch diese FMCD-Brands und so weiter.

00:45:03: Also sieht man doch natürlich auch.

00:45:04: Und auch im B2C-Segment allerdings dort auch eher vereinzelt,

00:45:09: weil die Privatperson weiß um diese Komplexität gar nicht, will auch um diese

00:45:13: Komplexität im Zweifel gar nichts wissen, sondern sagt einfach, ich gehe zu Check24,

00:45:16: schließe 100% Ökostromvertrag ab und das sollte es eigentlich gewesen sein.

00:45:20: Die ist übrigens keine Werbung für diese Plattform.

00:45:24: Vergleichsplattform ist. Eine mögliche Instanz von der Klasse Vergleichsplattform. Richtig.

00:45:31: Okay, und trackt ihr, also hast du eben gesagt, die Anzahl, also dass ihr auch

00:45:36: guckt, wie viele Kunden und welche Kunden werden hochgeladen von euren Kunden.

00:45:40: Trackt ihr das irgendwie? Ist es euch wichtig, viele Kunden zu haben oder ist

00:45:44: es euch wichtig, viele Kilowattstunden auf der Plattform zu haben?

00:45:47: Ja, genau, letzteres. Also in der idealen Welt wäre oder eine unserer Visionen ist,

00:45:54: dass jede Kilowattstunde auf dem europäischen oder globalen Strommarkt getrackt

00:46:01: wird und nachvollzogen wird und transparent dargestellt wird.

00:46:04: Und um das zu erreichen, muss jede Megawattstunde über unsere Plattform oder

00:46:08: eine ähnliche Plattform laufen.

00:46:10: Und in dem Sinne ist es uns gleich, wer der Kunde ist, der hochgeladen wird,

00:46:14: solange das Volumen da ist.

00:46:17: Und siehst du die Flexibilitäten eher auf Industrieseite oder eher auf Haushaltskundenseite?

00:46:25: Also aktuell haben wir ja eine gewisse Flexibilität, auf jeden Fall eine Flexibilitätslücke

00:46:30: im System und jetzt haben wir höchstwahrscheinlich Wärmepumpen,

00:46:34: die reinkommen, wir haben Wallboxen, Elektroautos, die inhärent flexibel sind und so.

00:46:38: Wir kriegen auf einmal relativ hohe Mengen an dezentraler Flex ins System. Und.

00:46:47: Denen nachweisen zu können, dass sie grün sind, also da die Anreize sind,

00:46:52: dezentral, macht für mich sozusagen Zukunftsgerichte 20, vielleicht 30,

00:46:56: 35, 40 mehr Sinn, als so sehr auf die Industrie zu gucken.

00:46:59: Und auch wenn das heute die vielen Kilowattstunden sind. Weißt du,

00:47:03: worauf ich komme? Ja, ja, total.

00:47:05: Und ich gebe dir total recht, dass es wichtig ist, dass man auch da Anreize schafft.

00:47:10: Allerdings ist das für mich nochmal so eine parallele Diskussion,

00:47:13: weil wir sozusagen nochmal eine andere Dimension ermöglichen.

00:47:16: Also klar, Flexibilisierung und

00:47:18: Wärmepumpen und Elektroautopatrien und so weiter, das ist der eine Aspekt.

00:47:24: Und sicherlich, das ist auch wichtig und wird ein Teil des Puzzles sein.

00:47:28: Nein, auf der anderen Seite musst du aber schauen, wie kriege ich überhaupt

00:47:31: mehr Erneuerbare ins Netz in Stunden, wo ich aktuell keine habe.

00:47:37: Und das muss nicht zwingend Flexibilisierung sein. Das können auch neue Assets sein.

00:47:41: Das können zum Beispiel Batterien sein, die aktuell, wenn du irgendwie Redispatch

00:47:46: von Windkraftanlagen im Norden hast oder hier Solar im Süden,

00:47:49: dass du Batterien hast, die das dann zu anderen Stunden wieder einspeichern.

00:47:52: Oder zum Beispiel, dass du, man kann, können simple Sachen sein,

00:47:56: wie Solaranlagen, die anders ausgerichtet werden,

00:47:58: dadurch weniger, netto weniger Strom produzieren, aber halt zu Stunden,

00:48:02: wo du aktuell nichts hast oder können,

00:48:05: also solche, also es geht unter anderem auch einfach um diese,

00:48:09: also mehr um die Erzeugerseite auch,

00:48:11: weil wieso werden alle Solarpaneele oder die meisten Solarpaneele in die gleiche

00:48:16: Richtung ausgestellt, weil du einfach netto das meiste Volumen dadurch erstellst

00:48:19: und du hast nicht wirklich einen,

00:48:22: Anreiz, das netzdienlich oder halt so zu machen, dass es sich ausgleicht.

00:48:26: Wenn du diese granularen Herkunftsnachweise hast und du finanziell belohnt wirst dafür,

00:48:32: dass du nicht die gleiche 12 Uhr Sonne abkriegst wie alle anderen,

00:48:35: sondern ein bisschen früher, ein bisschen später und du das auch finanziell

00:48:39: einfach geltend machen kannst, dann bist du natürlich inzentiviert,

00:48:43: da netzdienlich Assets zu bauen.

00:48:46: Und was kosten HKNs heute? Das ist eine sehr gute Frage.

00:48:50: Das war ja so 22, sind die total durch die Decke gegangen, jetzt sind wir ein bisschen runter.

00:48:54: Also ist das genau an den Energiepreisen dran oder so? Erzähl mal dazu ein bisschen.

00:49:00: Also wer diese Frage beantworten kann, kann ganz sehr viel Geld machen auf dem

00:49:04: HKN Markt. Deswegen frage ich dich ja. Ja, genau.

00:49:08: Die hängt ja wieder von Land zu Land und Qualität zu Qualität ab.

00:49:11: Die sind von wenigen Cent auf eben 5 Euro hochgestiegen.

00:49:17: Dann sind sie jetzt wieder runter auf circa 2 Euro.

00:49:21: Ob es von hier wieder hoch oder runter geht, is anyone's guess.

00:49:25: Was denkst du? Das hängt sehr davon ab, von der Regulatorik,

00:49:29: wie die sich entwickelt.

00:49:30: Also wenn Status Quo Doppelvermarktungsverbot bleibt in Deutschland bestehen,

00:49:36: wird der Preis meines Erachtens tendenziell hochgehen.

00:49:38: Die Nachfrage nach Herkunftsnachweisen wird sicherlich noch größer werden und

00:49:42: die Regulatorik um Herkunftsnachweise wird tendenziell sicherlich strikter werden,

00:49:46: als dass sie irgendwie weniger strikt werden wird.

00:49:48: Daher führt das zu einerseits gleichbleibender Angebot, höhere Nachfrage, geht der Preis hoch.

00:49:56: Und auf der anderen Seite, wenn Doppelvermarktungsverbot gekippt wird,

00:50:01: hast du da viele Effekte, die reinspielen.

00:50:03: Auf der anderen Seite hast du natürlich sehr viele Herkunftsfachweise, die den Markt spülen.

00:50:08: Deswegen würde sicherlich der Preis erstmal runtergehen, weil viel mehr Angebot da ist.

00:50:11: Auf der anderen Seite würde das sicherlich einhergehen mit anderen neuen Regulierungen

00:50:15: rund um Herkunftsfachweise. Also um mal ein Beispiel zu nennen,

00:50:18: in England darf man keine Herkunftsachweise, beziehungsweise Regos,

00:50:22: wie sie dort genannt werden, aus dem Ausland beziehen.

00:50:24: Dadurch hast du zwar eine Verknappung auf der einen Seite natürlich,

00:50:30: beziehungsweise du hast halt so viele Herkunftsachweise, wie du im System hast,

00:50:33: aber dein Marktsignal ist halt viel präziser oder viel realitätsnäher,

00:50:38: weil du kannst halt nicht aus dem Ausland kompensieren.

00:50:42: Okay, verstanden. Und die Haupttreiber für 2022 bis jetzt war einfach Verknappung der Energiemenge?

00:50:49: Oder wieso ist das so durch die Decke gegangen?

00:50:52: Ja, also ich bin da nicht, ehrlich gesagt, nicht hundertprozentig tief dringend in dem Thema.

00:50:56: Aber das liegt sicherlich einerseits Verknappung und auf der anderen Seite einfach

00:51:01: die Nachfrage, die hochgegangen ist in den letzten Jahren.

00:51:04: Einfach Bewusstsein für das Thema. Genau. Ich möchte Putin kein Geld geben und so.

00:51:10: Ja, beziehungsweise auch einfach Unternehmen, die sich grün stellen wollen,

00:51:15: die das Reporten, Thema CSRD oder JG Protocol Scope 2 Reporting gemacht haben

00:51:22: und deswegen einfach mehr nachgefragt haben und natürlich eben auch die Erzeugerseite.

00:51:26: Got it. Und wenn du jetzt so nach vorne blickst, die nächsten,

00:51:32: keine Ahnung, zehn oder zwölf Monate, gibt es irgendwas, worauf du dich ganz besonders freust?

00:51:36: What's exciting for Granula? Ja, sicherlich sehr vieles.

00:51:42: Also zum einen ist für uns sehr spannend, was regulatorisch in den nächsten Jahren passieren wird.

00:51:49: Also für uns ist einfach diese Entscheidung,

00:51:53: wie der Delegierte Rechtsakt zu grünem Wasserstoff, ist einfach ein Fingerzeig

00:51:57: von der EU, dass sie sagen, in Zukunft werden granulare Herkunftsnachweise das

00:52:03: System der Wahl sein, um grüne Qualität von Strom zu tracken.

00:52:07: Und das ist jetzt erstmal wahrscheinlich, also wir sehen das als Fingerzeig

00:52:11: und dann werden weitere Sparten oder weitere im Sektoren oder Segmente folgen,

00:52:16: wo diese Regulierung reinkommt und in dem Moment wird es für uns natürlich sehr spannend,

00:52:20: weil dadurch das ganze Ökosystem von granularen Herkunftsnachweisen wächst und

00:52:25: dadurch natürlich sehr viele Möglichkeiten sich ergeben für uns als Unternehmen,

00:52:28: aber auch für andere Player.

00:52:30: Die in diesem Markt sich involvieren. Cool.

00:52:34: Siehst du da irgendein Potenzial für Junge, Also uns hören viele unter Entrepreneurship

00:52:41: interessierte Menschen zu.

00:52:45: Siehst du da irgendwie besondere Opportunitäten, auf die ihr nicht selber gehen

00:52:49: wollt und du die deswegen nennen kannst?

00:52:51: Oder wo du sagst, das ist spannend, da sollte man mal genauer hingucken?

00:52:54: Total. Also wenn man sich mal mit Herkunftsnachweisen auseinandersetzt und mal

00:52:59: schaut, wie funktionieren die aktuell und wie schauen die dann in ein paar Jahren aus.

00:53:04: Oder diese Granularität wird kommen und sich mal, also quasi die erste,

00:53:09: keine Ahnung, halbe Stunde von diesem Podcast und sich damit auseinandersetzt,

00:53:12: da ändert sich ja nicht nur die Verwaltung von Herkunftsachweisen beim Versorger,

00:53:17: worauf wir uns aktuell fokussieren, sondern da ändern sich auch zig andere Sachen.

00:53:21: Zum Beispiel, wie kann ich im B2C-Bereich dann die Transparenz an,

00:53:25: also keine Ahnung, per App zum Beispiel, an den Endverbraucher bringen oder

00:53:29: eben da gibt es auch, wenn sich wirklich mal da reinkniet, dann ergeben sich

00:53:33: da tausende Möglichkeiten,

00:53:34: was sich alles ändern wird, dadurch, dass dieses System plötzlich so viel komplexer

00:53:39: und so viel bunter und unterschiedlicher wird.

00:53:42: Weil wenn du nicht nur einen Herkunftsart-Weißhaus, wo nur ein Volumen draufsteht,

00:53:45: sondern jede Stunde, jede Technologie,

00:53:47: jeden Standort transparent vergleichst und handeln musst und verwalten musst,

00:53:52: dann ergibt sich dort einfach einerseits, wenn man es negativ sieht,

00:53:56: extrem viel Komplexität, auf der anderen Seite viele Möglichkeiten,

00:53:58: das cool einzusetzen.

00:54:00: Und auch sozusagen Software-Tech-Opportunitäten.

00:54:06: Ich frage mich die ganze Zeit, ihr heißt ja Granular, ihr heißt nicht Hourly.

00:54:10: Was ist denn die optimale Granularität?

00:54:14: Also sollten wir jetzt dann weiter als 2030 gedacht, sollten wir irgendwann

00:54:19: auch über Half-Hourly, Quarter-Hourly, was weiß ich.

00:54:23: In Aircourt, also in Texas, ist ja irgendwie fünf Minuten so die Granularität,

00:54:32: in denen das System denkt für den Handel und so. Ist das was,

00:54:35: worüber ihr auch nachdenkt?

00:54:36: Habt ihr da eine Vision, eine Sicht drauf? Total.

00:54:39: Also rein technisch ist bei uns stündlich nicht die Grenze, sondern das kann

00:54:44: man auch viel granularer machen.

00:54:46: Was wir sehen ist, oder wo wir denken, dass der Markt hingeht,

00:54:50: ist, dass sich der Markt von Herkunftsnachweisen dem Strommarkt anpasst.

00:54:54: Und jedes Land hat ja dort unterschiedliche Abrechnungszeiträume.

00:54:57: In Deutschland ist ja viertelstündlich.

00:54:59: Ergo werden Herkunftsnachweise, so wie wir die Zukunft sehen,

00:55:05: eben auch viertelstündlich gehandelt und verwaltet werden.

00:55:08: Und in jedem Land oder Länder haben ja da zum Teil unterschiedliche Zeiträume

00:55:12: und das wird sich quasi denen anpassen.

00:55:15: Wenn es mal irgendwann Realtime wäre, dann könnte es auch Realtime sein,

00:55:18: aber das ist dann wahrscheinlich auch übers Ziel hinausgeschossen.

00:55:21: Gut, irgendeine Einheit muss es ergeben. Ja, genau. Ja, genau.

00:55:25: Könnte die Minute sein. Aber ich glaube, irgendwann ist der Grenznutzen von

00:55:29: auch mehr Granularität natürlich auch ausgeschöpft.

00:55:33: Aber du sprichst da eben ein ganz gutes Thema an, dass es geht,

00:55:37: du hast einerseits die zeitliche Komponente, aber das wäre eben Timely Energy,

00:55:42: aber Granular, also das kann auch viel mehr Aspekte, eben die geografische Komponente,

00:55:46: Technologie, Technologie.

00:55:49: Also spielt da auch eine Rolle. Und jetzt mal angenommen, wir haben in 2030,

00:55:54: 2035, 2040 100 Prozent erneuerbare Energien, von mir aus auch 24-7 in den Netzen,

00:55:59: wird die Wichtigkeit von granularen Herkunftswachweisen auch nicht geringer,

00:56:04: nur die Rolle verändert sich, weil du auch innerhalb von erneuerbaren Energien

00:56:08: unterschiedliche Qualitäten hast.

00:56:12: Also zum Beispiel, wenn du nur CO2-free Energy schaust, dann spielt ja Atom noch eine Rolle.

00:56:19: Könnte man schauen, dass man Atom so ausfällst oder du könntest auch schauen,

00:56:23: keine Ahnung, du hast unterschiedliche Assets, haben unterschiedlichen ökologischen

00:56:26: Impact, wie Wasserkraft auf Flüsse oder Staudämmen in Bergen hat ja auch eine andere Komponente.

00:56:33: Und, keine Ahnung, wenn man das weiterdenkt, könnte das auch die Rolle von Granularität

00:56:37: sein, dass du quasi schaust, dass du es immer weiter optimierst und dass der

00:56:41: Anreiz immer dort ist, das Asset mit dem geringsten negativen Impact.

00:56:45: Genau, grün ist ja auch nur eine Überkategorie für vieles und die kann man auszesilieren

00:56:50: dann noch feingranularer.

00:56:52: Genau, aber ich würde mal sagen, bis wir da sind, haben wir schon sehr vieles richtig gemacht.

00:56:56: Da haben wir noch ein paar Postkarten auf der Seite. Ja, insgesamt als Energiesektor

00:57:00: ist das schon eine große Vision.

00:57:03: Also mega spannend, woran ihr da arbeitet und glaube ich ein extrem wichtiger Baustein für,

00:57:08: ist ja eigentlich absurd, dass wir einerseits so ein hochkomplexes Engineering

00:57:12: System und die ganzen Märkte und die Frequenzhaltung und Spannungshaltung und

00:57:19: Regelleistungsmärkte und so,

00:57:21: das funktioniert ja alles jetzt nicht auf Jahresbasis, also irgendwie eine Bilanzierung,

00:57:25: sondern da technische Systeme geschaffen worden,

00:57:28: die es fertig bringen, dieses hochkomplexe System am Laufen zu halten,

00:57:33: die gleiche Qualität von Strom zu liefern.

00:57:36: Nur aus irgendeinem Grund haben wir es noch nicht richtig geschafft,

00:57:39: die Transparenz den Endverbrauchern zu bringen, um da die richtigen Incentives

00:57:44: auch für die Erzeugerseite zu machen. Ja, richtig. Also mega spannend, was ihr hier macht.

00:57:50: Gibt es auch irgendeine Art von Announcement oder wo finden euch die Leute?

00:57:55: Wird euch gerne hier nochmal die Möglichkeit geben, die Bühne,

00:57:58: also einige Versorger hören uns ja hoffentlich auch. Wie finden die euch?

00:58:04: Also einerseits sicherlich über

00:58:05: unsere Website oder immer gerne mich persönlich auf LinkedIn anpingen.

00:58:11: Und wir sind interessiert, quasi mit jedem zu sprechen. Einerseits sicherlich Versorger.

00:58:16: Wir suchen immer nach Pilotkunden, die das Ganze mit uns ausprobieren wollen.

00:58:24: Also eben, das ist ja ein Markt der Zukunft und das ist uns sehr bewusst.

00:58:27: Und deswegen versuchen wir auch, die Entry Barriers so niedrig wie möglich zu halten.

00:58:31: Also um unsere Software zu benutzen, machen wir das Ganze kostenfrei.

00:58:34: Und wir sind eben auch noch ein junges Startup und wollen auch Nutzer haben,

00:58:39: die uns das Feedback aus dem Markt geben, was brauchen wir tatsächlich oder

00:58:42: wie sollte das tatsächlich ausschauen.

00:58:44: Und deswegen freue ich mich über jeden, der das Tool sich mal anschauen möchte

00:58:48: und gerne auch ausprobieren möchte.

00:58:49: Das können einerseits Versorger sein, das können aber auch zum Beispiel Industriekunden

00:58:54: sein, die Energie verbrauchen und diese Transparenz von ihrem Versorger haben wollen,

00:58:58: auch gerne auf mich zukommen und dann kann man ja mal schauen,

00:59:00: ob man da mit dem Versorger sprechen kann oder auch andere Stakeholder,

00:59:04: die sich mit Herkunftsnachweisen auseinandersetzen, sei es im Trading,

00:59:08: sei es irgendwie in der Verwaltung.

00:59:10: Also genau, immer gerne offen damit Leuten zu reden, die am gleichen Strang

00:59:17: ziehen wollen. Cool, packen wir auf jeden Fall alles noch in die Shownotes,

00:59:20: dass du da gut auffindbar bist und ihr auch gut auffindbar ist.

00:59:23: Und dann bin ich total gespannt zu sehen, wie ihr euch entwickelt und hoffentlich

00:59:28: auch in Deutschland da erfolgreich seid, dieses Konzept da in den Markt zu bringen.

00:59:32: Und vielleicht hören wir uns ja nochmal wieder in einem Jahr oder so mit ganz,

00:59:37: ganz großen Wachstumszahlen bei euch und so. Würde mich ganz krass freuen.

00:59:40: Alles Gute, viel Erfolg und danke für die Folge. Danke, hat Spaß gemacht.

00:59:45: Music.