Der Gewerbespeicher kommt:
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Lennart Wittstock, Gründer und CEO von Green Energy Tools. Das Unternehmen entwickelt eine SaaS-Software, mit der Installationsbetriebe, Energieberater, Stadtwerke und weitere Anbieter Gewerbespeicher planen und ihre Wirtschaftlichkeit berechnen können. Wir sprechen darüber, warum belastbare Berechnungen wichtig sind und welche Herausforderungen entstehen, wenn verschiedene Speichergrößen, Tarife und Einsatzmöglichkeiten berücksichtigt werden.
Lennart erzählt, wie seine Erfahrungen bei Enpal und Alva Energie sowie eine Bachelorarbeit zur Speicherdimensionierung ihn auf die Idee für das Produkt brachten. Green Energy Tools begann mit einem Blog und kostenlosen Online-Rechentools. Aus ersten individuellen Analysen entwickelte sich eine Software, die inzwischen von mehr als 100 Kunden genutzt wird. Das dreiköpfige Team verbindet Kundenkontakt, Produktmanagement und Marketing mit technischer Softwareentwicklung.
Ein Schwerpunkt ist die Komplexität der Auslegung: Neben Eigenverbrauch und Lastspitzenkappung müssen unter anderem dynamische Stromtarife, bestehende PV-Anlagen, Netzentgelte, gesetzliche Vorgaben und individuelle Betriebsbedingungen einbezogen werden. Die Software berechnet verschiedene Szenarien und macht deren Annahmen nachvollziehbar, statt eine einzelne Speicherlösung pauschal zu empfehlen. Lennart erläutert typische Fehler, etwa die Verwendung von Standardlastgängen statt gemessener Viertelstundenwerte oder das Zurechnen von Einsparungen aus einem Tarifwechsel zum Speicher.
Wir sprechen außerdem über neue Funktionen und die weitere Entwicklung des Produkts. Geplant sind eine Berechnung der optimalen PV-Größe sowie mehr Unterstützung für Monitoring und den laufenden Betrieb von Speichern. Auch die Vermarktung kleinerer Gewerbespeicher ist Thema: Lennart beschreibt, dass entsprechende Angebote für Anlagen unter einem Megawatt und für Speicher mit mehreren Aufgaben noch begrenzt sind.
Zum Schluss berichtet Lennart von seinen früheren Gründungsprojekten: einer Video- und Marketingagentur sowie Circlehand, einer Software zur Verwaltung von Secondhand-Kleidung im Kommissionsverkauf. Er erzählt, wie diese Erfahrungen seine Arbeit an Green Energy Tools geprägt haben und worauf sich das Team bei der Weiterentwicklung freut.
00:00:21 Gewerbespeicher: Vom Heimspeicher zum Mittelstand 00:05:00 Lennarts Weg in die Energiewirtschaft 00:10:54 Vom Blog zum Gewerbespeicher-Tool 00:21:50 Green Energy Tools und seine Kundschaft 00:25:19 Speicherplanung zwischen Komplexität und Beratung 00:33:03 Produkt-Roadmap: Von der Simulation zum Betrieb 00:36:39 Speichergrößen und realistische Wirtschaftlichkeit 00:38:33 Häufige Fehler bei der Speicherauslegung 00:42:37 Speicher zwischen Terminmarkt und Spotoptimierung 00:47:53 Was Kundenprojekte wirklich bewirken 00:53:39 Transparenz als Produktprinzip 00:55:29 Lennarts Gründerjahre und der Weg ins Studium 00:57:51 Videos, Agentur und erste Geschäftsideen 01:03:36 Circlehand: Software für Secondhand-Läden 01:10:54 No-Code, Vibe Coding und technische Einblicke 01:13:31 Warum Lennart von Secondhand zu Energie wechselte
Webseite: http://www.energiezone.org Community: https://forum.energiezone.org Feedback: team@energiezone.org Alexander Graf: https://www.linkedin.com/in/alexandergraf Ilan Momber: https://www.linkedin.com/in/imomber/
In dieser Folge sprechen wir mit Lennart Wittstock, Gründer und CEO von Green Energy Tools. Das Unternehmen entwickelt eine SaaS-Software, mit der Installationsbetriebe, Energieberater, Stadtwerke und weitere Anbieter Gewerbespeicher planen und ihre Wirtschaftlichkeit berechnen können. Wir sprechen darüber, warum belastbare Berechnungen wichtig sind und welche Herausforderungen entstehen, wenn verschiedene Speichergrößen, Tarife und Einsatzmöglichkeiten berücksichtigt werden.Lennart erzählt, wie seine Erfahrungen bei Enpal und Alva Energie sowie eine Bachelorarbeit zur Speicherdimensionierung ihn auf die Idee für das Produkt brachten. Green Energy Tools begann mit einem Blog und kostenlosen Online-Rechentools. Aus ersten individuellen Analysen entwickelte sich eine Software, die inzwischen von mehr als 100 Kunden genutzt wird. Das dreiköpfige Team verbindet Kundenkontakt, Produktmanagement und Marketing mit technischer Softwareentwicklung.Ein Schwerpunkt ist die Komplexität der Auslegung: Neben Eigenverbrauch und Lastspitzenkappung müssen unter anderem dynamische Stromtarife, bestehende PV-Anlagen, Netzentgelte, gesetzliche Vorgaben und individuelle Betriebsbedingungen einbezogen werden. Die Software berechnet verschiedene Szenarien und macht deren Annahmen nachvollziehbar, statt eine einzelne Speicherlösung pauschal zu empfehlen. Lennart erläutert typische Fehler, etwa die Verwendung von Standardlastgängen statt gemessener Viertelstundenwerte oder das Zurechnen von Einsparungen aus einem Tarifwechsel zum Speicher.Wir sprechen außerdem über neue Funktionen und die weitere Entwicklung des Produkts. Geplant sind eine Berechnung der optimalen PV-Größe sowie mehr Unterstützung für Monitoring und den laufenden Betrieb von Speichern. Auch die Vermarktung kleinerer Gewerbespeicher ist Thema: Lennart beschreibt, dass entsprechende Angebote für Anlagen unter einem Megawatt und für Speicher mit mehreren Aufgaben noch begrenzt sind.Zum Schluss berichtet Lennart von seinen früheren Gründungsprojekten: einer Video- und Marketingagentur sowie Circlehand, einer Software zur Verwaltung von Secondhand-Kleidung im Kommissionsverkauf. Er erzählt, wie diese Erfahrungen seine Arbeit an Green Energy Tools geprägt haben und worauf sich das Team bei der Weiterentwicklung freut.
Transkript anzeigen
Speaker1: Und herzlich willkommen in der Energiezone. Ich bin's endlich mal wieder,
Speaker1: Ilan, nach langer Sommerpause. Alex hat ja super die Energiezonen-Fahne hochgehalten,
Speaker1: bin ich jetzt auch wieder da.
Speaker1: Ja, war viel los, sowohl privat als auch bei ONU Energy, aber dazu nochmal gesondert
Speaker1: an anderer Stelle und bei der richtigen Gelegenheit.
Speaker1: Denn heute geht es um Gewerbespeicher.
Speaker1: Ein Markt, der gerade vom Heimspeicher irgendwie immer mehr in den Fokus rückt.
Speaker1: Ich würde sagen, wenn die meisten an Batteriespeicher denken,
Speaker1: denken sie irgendwie an den Keller im Einfamilienhaus.
Speaker1: Spannend wird es jetzt aber immer mehr auch beim Speicher, sagen wir mal,
Speaker1: auf dem Parkplatz, des Supermarkts, beim Mittelständler oder Industrie mit Projekten
Speaker1: von so 50 Kilowattstunden bis zu mehreren Megawattstunden.
Speaker1: Und genau da gibt es ein Problem.
Speaker1: Viele Wirtschaftlichkeitsberechnungen sind ein bisschen zu optimistisch,
Speaker1: zu ungenau oder schlicht falsch.
Speaker1: Das kann natürlich dann Vertrauen kosten und am Ende auch ins Geld gehen.
Speaker1: Zumindest sagt das mein Gast heute, Lennart.
Speaker1: Lennart Wigtstock ist Gründer und CEO von Green Energy Tools.
Speaker1: Die Firma ist aus einem Blog heraus entstanden und baut heute eine SaaS-Software,
Speaker1: mit der Installationsbetriebe Gewerbespeicher auslegen können.
Speaker1: Also sie schneller, transparenter und realistischer das machen. Das Team ist zu dritt.
Speaker1: Lennart übernimmt so Gesamtleitung und Vision und sowas.
Speaker1: Er war auch noch mit Sven Tantau, der kommt aus der Tech-Welt,
Speaker1: ist auch bekannt, war Mitgründer bei nebenan.de und CTO bei Because.
Speaker1: Und Simon Wedeking bringt so die Praxis aus Sales & Vertrieb mit.
Speaker1: Der war nämlich auch unter anderem bei Anpal vorher, genauso wie Lennart.
Speaker1: Da haben sie sich, glaube ich, kennengelernt.
Speaker1: Lennart ist ein, wie ich finde, ziemlich beeindruckender junger Seriengründer,
Speaker1: der schon mehrere profitable Firmen aufgebaut hat.
Speaker1: Unter anderem zum Beispiel eine Marketingagentur zusammen mit Jonas Beiswenger,
Speaker1: den ja einige kennen, weil er Mitgründer von LangDoc ist.
Speaker1: Naja, und Lennarts Gründerstory fand ich so spannend, dass wir am Anfang da
Speaker1: über 20 Minuten oder so drüber gesprochen haben.
Speaker1: Die haben wir jetzt, ich habe mich entschieden, die haben wir so ein bisschen
Speaker1: geschnitten und einfach ans Ende gestellt, damit wir schneller zum Kern des
Speaker1: Geschäftsmodells kommen.
Speaker1: Aber wer Lennarts persönliche Geschichte noch detailliert hören will,
Speaker1: der bleibt einfach bis zum Schluss dran. Da gibt es dann sozusagen hinten raus
Speaker1: nochmal Sondercontent. Kann ich total empfehlen.
Speaker1: Und alle anderen steigen jetzt direkt in die Energiethemen ein.
Speaker1: Genau, der Einstieg führt uns zu einer Station, die ich besonders spannend finde,
Speaker1: also Gewerbekundenabteilung bei Enpal, Startup im Startup oder Scale-Up im Konzern, muss man ja sagen.
Speaker1: Speicher hat Enpal im Heimspeichermarkt ja gestartet und mittlerweile wird das
Speaker1: Thema aber immer mehr auch für gewerberelevant.
Speaker1: Und genau dort hat Lennart angesetzt.
Speaker1: Ja, und noch eine Ankündigung vorweg. Wer die Energiezone schon lange hört,
Speaker1: der kennt auch Incentive.
Speaker1: Einer der Gründer, Torge Larsen, war ja ganz früh bei uns zu Gast.
Speaker1: Ich glaube, das war die Folge 53 im Sommer 2024. Und daraus hat sich ja mittlerweile
Speaker1: eine Partnerschaft entwickelt.
Speaker1: Als sie nach Berlin gezogen sind, wurden sie Untermieter auch bei uns in unserem
Speaker1: Berliner Büro Ono Energy im Prenzauberg.
Speaker1: Und naja, inzwischen ist Encentive so stark gewachsen, die sind natürlich auch
Speaker1: aus der Untermiete rausgewachsen und der neue CEO Nikola war auch schon bei
Speaker1: uns im Energiefrühstück, also ihr wisst, wen ich meine.
Speaker1: Und jetzt machen wir endlich mal zusammen ein Webinar zusammen.
Speaker1: Also wie, was wir in der ersten Folge damals mit Torge nur so angerissen hatten
Speaker1: und ein bisschen gebrainstormt hatten, gehen wir jetzt detailliert durch für
Speaker1: Anwenderinnen und Anwender bei industriellen Verbrauchern, bei Strom und Gas
Speaker1: im produzierenden Gewerbe.
Speaker1: Und genau, Anmeldung findet ihr auf der Webseite von Incentive,
Speaker1: www.incentive.de slash webinar-anmeldung.
Speaker1: Und ja, jetzt aber erstmal ganz viel Spaß mit der Folge zu Green Energy Tools
Speaker1: mit Leonard Wittstock. Auf geht's, ab geht's, let's roll!
Speaker1: Moin Lennart, herzlich willkommen im UNO-Office. Mal wieder.
Speaker1: Du bist ja schon mehrmals hier
Speaker1: gewesen, oder? Wir hatten noch diese unterschiedlichen Veranstaltungen.
Speaker0: Ja, ihr habt mal hier eine Veranstaltung gemacht. Da war ich mit Green Engine
Speaker0: Tools noch ganz am Anfang. Ja. War ich einmal hier. Wann war das?
Speaker1: Vor anderthalb Jahren, oder wann?
Speaker0: Ja, irgendein Dreh müsste das gewesen sein.
Speaker1: Genau. Erzähl mal für alle, die dich jetzt noch nicht kennen.
Speaker1: Wer bist du? Was machst du? Was bringt dich in den Energie zu einem Podcast?
Speaker0: Ja, ich bin Lennart Bittstock und bin jetzt die letzten anderthalb Jahre mit
Speaker0: dem Aufbau von Green Energy Tools beschäftigt, einer Software für die Planung
Speaker0: von Gewerbebatteriespeichern,
Speaker0: wo wir als Kunden quasi größtenteils Solarinstallationsbetriebe haben und die
Speaker0: dabei unterstützen, halt ihre Projekte zu planen.
Speaker0: Und das Thema an sich, erneuerbare Energien, beschäftigt mich schon relativ
Speaker0: lang. Habe ich auch in meinem Studiengang als Fokus gehabt.
Speaker1: Was hast du studiert?
Speaker0: Nachhaltigkeitswissenschaften in Utrecht. Das war so ein Allrounder-Studiengang.
Speaker1: Wir hatten jetzt Agentur, Uni Utrecht, Circlehand und dann gibt es aber noch
Speaker1: Enpal und Elverenergie auch noch. Also du hast auch schon zumindest ein bisschen
Speaker1: Vorerfahrung auch an Energiewirtschaft.
Speaker0: Ja, da war das Thema, dass zu dem Zeitpunkt die Gewerbekundenabteilung neu gestartet
Speaker0: hat und das sozusagen so ein bisschen Startup im Startup war,
Speaker0: weil die relativ abgesondert,
Speaker0: vom Hauptkonzern, kann man ja eigentlich fast schon sagen, gearbeitet haben.
Speaker0: Und da so eine Allrounder-Rolle irgendwie ganz gut reingepasst hat.
Speaker0: Weil für mich war das dann auch so ein bisschen...
Speaker1: So Founder in Residence da so ein bisschen,
Speaker0: Ne? Ja, es war Founders Associate, hieß das, obwohl so bei Enpal auch sehr viele
Speaker0: heißen. Also das ist jetzt nicht so eine klare Rollenbeschreibung.
Speaker0: Ich hatte aber noch nie nur in einem Aufgabenbereich gearbeitet,
Speaker0: sondern immer Marketing, Sales, Produktmanagement, Softwareentwicklung,
Speaker0: Videos produzieren, alles gemischt.
Speaker0: Mich irgendwie als Softwareentwickler zu bewerben, macht ja irgendwie keinen
Speaker0: Sinn. Da kann man irgendwie nicht so richtig helfen.
Speaker0: Und dann irgendwie zu sagen, ich mache jetzt Vertrieb, wäre jetzt auch nicht
Speaker0: so meins gewesen, weil ich will dann schon irgendwie auch ein bisschen inhaltlicher
Speaker0: tüftelnder irgendwie arbeiten und da ist es mir sehr schwierig gefallen,
Speaker0: da irgendwie eine passende Rolle zu finden.
Speaker0: Ich glaube, das kommt jetzt immer mehr mit diesen Founders Associates und Chief
Speaker0: of Staff und Founder in Residence Rollen, die so ein bisschen offener gestaltet
Speaker0: sind, aber ich fand das schon schwierig.
Speaker1: Ja, wir hatten auch bei UNO heute eine tolle Founders Associates,
Speaker1: Chief of Staff, Leute, die so GeneralistInnen waren, die dann aber total wertvoll
Speaker1: sind, in so einer Frucht quasi auch ganz viel mitzudenken und so.
Speaker1: Aber das, wir hatten ja Enpal, Benni Merle war ja schon zweimal hier,
Speaker1: CPO, der hatte glaube ich in unserem ersten Gespräch auch ziemlich so angepriesen
Speaker1: diese Unternehmerkultur im Unternehmen, also dass Leute Unternehmen in Unternehmen gründen und das
Speaker1: Case in Point hast du jetzt bestätigt, dass das tatsächlich so war.
Speaker0: Ja, Franz und Leon von Enpal Business Solutions heißt das.
Speaker0: Bestimmt auch spannende Gäste hier im Podcast.
Speaker1: Kannst du ja mal empfehlen. Okay, also und Alva Energie, Einglip in Vertriebsprozesse
Speaker1: von Gewerbespeichern, hast du da auch schon?
Speaker0: Ja, das war sowohl bei Enpal als auch bei Alva, dass ich halt gemerkt habe,
Speaker0: Thema Speicher wird auch im Gewerbe immer mehr ein Thema. Es ist ja in Deutschland
Speaker0: sehr stark eigentlich im Heimspeichermarkt gestartet.
Speaker0: Und ja, ist immer noch in absoluten...
Speaker1: Wenn du dir die anderen Märkte anguckst, das ist irgendwie Einzelfall ist in Deutschland so viel
Speaker1: Speicherkapazität bei den Haushalten ungesteuert hinter, naja.
Speaker0: Naja, aber es ist ja auch heute, auch wenn natürlich die Wachstumsdynamiken
Speaker0: sich so ein bisschen verschoben haben, aber es ist ja immer noch so,
Speaker0: dass quasi der größte installierte Teil immer noch bei den Heimspeichern steht und Gewerbe,
Speaker0: ist ja noch im Vergleich dazu sehr klein.
Speaker1: Das ist verrückt eigentlich,
Speaker0: Oder? Ja, das ist verrückt und was mich auch zu dem Zeitpunkt gewundert hat,
Speaker0: war, dass ich dann halt da saß und dann hieß es da irgendwie, ja,
Speaker0: die Kunden fragen nach diesem Gewerbespeicherthema und ich hatte halt in meinem
Speaker0: Studium, meine Bachelorarbeit geschrieben zu dem Thema so Dimensionierung von
Speaker0: einem Batteriespeicher.
Speaker1: Das hast du schon während der Bachelorarbeit? Hast du das auch schon?
Speaker0: Ja, das war ein bisschen ein Zufall. Also ich hatte halt sowieso Spaß an diesen
Speaker0: erneuerbaren Energienthemen und habe immer auch gerne Kurse gewählt,
Speaker0: die halt ja physiklastig und quantitativ eher waren.
Speaker0: Und dann war ich während der Bachelorarbeit sehr stark beschäftigt mit Circlehand,
Speaker0: weil ich da ja schon irgendwie zehn Läden irgendwie betreut hatte und an meiner
Speaker0: Airtable irgendwie rumarbeiten musste und den ganzen Automatisierungen dahinter.
Speaker0: Und dann wollte ich gerne eine Bachelorarbeit haben, die möglichst klar zahlenbasiert ist.
Speaker0: Und dann hatte ich da mit dem einen Professor gesprochen und der hatte gesagt,
Speaker0: schau mal, hier drei verschiedene Themen Und eins davon war halt,
Speaker0: dass es in Utrecht ein großes.
Speaker0: Mehrfamilienhaus, so eine Platte quasi, gab, die die zugekleistert hatten mit,
Speaker0: PV-Panelen und auch Wärmepumpen oben aufs Dach gemacht haben und sogar die Fassade
Speaker0: oben verlängert haben, um noch mehr PV dran zu machen.
Speaker0: Und dieses Haus war sozusagen energiepositiv bilanziell aufs ganze Jahr.
Speaker0: Und die Frage war halt aber, wie ist es sozusagen auf die Viertelstunde runtergerechnet,
Speaker0: wie autark ist es eigentlich und wie könnte man das mit einem Batteriespeicher halt verändern?
Speaker0: Und da habe ich dann, ich hatte auch so, nur dass da war jetzt gar nicht diese
Speaker0: finanzielle Komponente dabei, da ging es jetzt rein auf der physikalischen Ebene.
Speaker0: Und da hatte ich dann mit Python sowas programmiert, dann sozusagen um diese
Speaker0: Energiedaten dann viertelstundenbasiert irgendwie auszurechnen.
Speaker0: Und deshalb, als ich dann bei Endpal saß und irgendwie gehört habe,
Speaker0: ah ja, Batteriespeicher, Lastgang, Viertelstundendaten, da dachte ich mir so,
Speaker0: hey, da kann man doch was bauen.
Speaker1: Da habe ich ein Pandas DataFrame.
Speaker0: Ja, genau so. Und da habe ich mich dann mit dieser Thematik beschäftigt und
Speaker0: wir hatten da auch von einem Zulieferer so eine Excel-Datei bekommen.
Speaker0: Dann hatte ich mich da irgendwie reingearbeitet, obwohl ich mit Excel jetzt
Speaker0: nicht so warm geworden bin und,
Speaker0: habe da dann auch so gemerkt, okay, das sind jetzt Sachen, die kann ich in dieser
Speaker0: Excel nicht gut abbilden und das sind da Annahmen, die da reingehen,
Speaker0: die vielleicht nicht immer stimmen und war aber auch im Allgemeinen einfach
Speaker0: sehr verwundert, weil...
Speaker0: Ich kam halt da hin und dachte so, boah, so Batteriehersteller.
Speaker0: Das müssen ja die Obercracks sein, weil so Hardware ist ja schon super schwierig.
Speaker0: Und dann dachte ich, da jetzt mal so ein Tool zu bauen, mit dem du irgendwie
Speaker0: so einen Lastgang analysieren kannst, das ist doch ein Klecks für die.
Speaker0: Und dann hat aber irgendwie Hersteller nach Hersteller, den wir angefragt haben,
Speaker0: gesagt so, nee, sorry, da können wir euch jetzt nicht bei helfen.
Speaker0: Und dann gab es noch einen Softwareanbieter zu dem Zeitpunkt außerhalb von Deutschland,
Speaker0: dessen Tool wir dann mal irgendwie getestet haben.
Speaker0: Das hat mich dann aber irgendwie auch nicht so überzeugt und dann dachte ich,
Speaker0: da war dann wieder so der Gründergeist in mir ausgelöst, weil ich dachte,
Speaker0: hey, das ist ein Problem, was,
Speaker0: super nach Software schreit, weil ja alle Themen, die da drin stecken,
Speaker0: lassen sich irgendwie ausdrücken und berechnen und irgendwie auf Formeln runterbrechen.
Speaker0: Das ist ja eigentlich für eine Software immer gut und es gibt irgendwie dieses
Speaker0: Problem und es gibt scheinbar keine,
Speaker0: Lösung, die ich jetzt so super gut fand zu dem Zeitpunkt und ja,
Speaker0: dann hat sich das irgendwie bei Alva auch wiederholt, dass es da irgendwie,
Speaker0: auch ähnliche Probleme gab und dann dachte ich mir, na gut, da muss man nochmal was machen.
Speaker1: Ich habe nochmal die Grafik, die ich letztens gesehen habe, hier,
Speaker1: schöne Grüße gehen raus an Leon, die er vor kurzem gepostet hat,
Speaker1: da ist sozusagen installierte Batteriespeicherkapazität pro Markt,
Speaker1: ist aufgeführt UK, Australien, Texas, Kalifornien, China.
Speaker1: Und alle haben mindestens, das Geringste ist noch aus drei, mit quasi 70 Prozent,
Speaker1: sozusagen Utility Scale, das ist hier der Behind-the-Meter-Versus-Utility Scale.
Speaker1: Und in Deutschland nur 16 Prozent Utility Scale, alle anderen haben mindestens 70.
Speaker1: Also es ist schon irgendwie eine sehr deutsche Strukturierung des Marktes,
Speaker1: die wir hier haben. Und ich glaube, das meiste kommt halt wirklich aus dem PK-Bereich.
Speaker1: Ja, und dann Skaleneffekte bei der Ausbringung. Also wenn du halt,
Speaker1: keine Ahnung, wir haben Kunden bei ONU, die denken jetzt irgendwie über 10 MW,
Speaker1: 11 MW, 12 MW Speicher nach.
Speaker1: Das musst du erstmal eine Anzahl von kleinen Heimspeichern irgendwie in den
Speaker1: Markt bringen mit allen Installateuren und Verkabelungen und so.
Speaker1: Skaleneffekte, genauso wie bei Solar-PV-Anlagen,
Speaker1: Freifächenanlagen versus Auftachanlagen, hast du halt einfach.
Speaker1: Sehr viel günstiger pro Einheit, um das in großer Menge zu machen.
Speaker0: Ja, ja.
Speaker1: Wo waren wir denn? Wir wollten eigentlich über deine Firma sprechen, oder?
Speaker0: Ja, gerne.
Speaker1: Das heißt, das war sozusagen der Weg auch zur Gründung bei euch,
Speaker1: über die Erkenntnisse, die du bei Alva und bei Empa gewonnen hast.
Speaker1: Oder wie ging es dann los bei euch?
Speaker0: Angefangen hat das Ganze eigentlich mit einem Blog. Also ich habe dann,
Speaker0: deshalb heißt es auch Green Energy Tools im Plural, obwohl wir jetzt eigentlich nur ein Tool anbieten.
Speaker0: Und zwar habe ich halt gemerkt, dass als ich mich über diese Themen informiert
Speaker0: habe, dass erstens, ich fand, dass viele Sachen nicht so richtig gut erklärt
Speaker0: waren und andererseits, dass ich mich manchmal gewundert habe,
Speaker0: wieso gewisse Sachen fehlen.
Speaker0: Und dann habe ich halt angefangen, so kleine Tools zu bauen,
Speaker0: zu programmieren, die zum Beispiel,
Speaker0: wo du einfach, wenn du jetzt deinen Lastgang da hast, der ist immer eine Viertelstundenauflösung,
Speaker0: habe ich zum Beispiel ein Tool gebaut, mit dem man eine PV-Produktion für einen
Speaker0: Standort und eine gewisse Ausrichtung an PV-Anlage simulieren kann und dann in 15 Minuten
Speaker0: hast, du hast sozusagen eins zu eins in deiner Excel daneben machen kannst.
Speaker0: Solche Kleinigkeiten, wo ich mich einfach gewundert habe, wieso hat das noch
Speaker0: keiner online gestellt? So, hilft doch voll.
Speaker0: Und damit hat es angefangen. Und dann kam das Solarspitzengesetz raus. Also das...
Speaker0: 22, nee, 23, ne? Nee, das war 25, März 25. ist das in Kraft getreten und da.
Speaker0: Das besagt halt quasi, dass wenn die Spotmarktpreise
Speaker0: negativ sind, dass du für die Einspeisung deiner PV-Anlage erstmal keine Einspeisevergütung
Speaker0: bekommst, sondern die nach so einem ganz komplizierten Schlüssel dann irgendwie
Speaker0: an die letzten 20 Jahre deiner PV-Anlage,
Speaker0: drangehängt bekommst.
Speaker0: Und da gab es dann so einen gewissen Aufschrei irgendwie, oh,
Speaker0: lohnt sich jetzt überhaupt PV noch?
Speaker0: Und dann dachte ich mir, so schlimm wird es jetzt nicht sein.
Speaker0: Und habe dann da halt mal was programmiert, um das sozusagen für eine spezifische
Speaker0: Anlage mit einem Standort, einer gewissen Ausrichtung, einer gewissen Einspeisevergütung etc.
Speaker0: Zu berechnen. Und wo man dann halt nachschauen kann, wie viel weniger Einnahmen
Speaker0: habe ich denn jetzt eigentlich.
Speaker0: Hängt halt auch stark vom Eigenverbrauch zum Beispiel ab. Wenn du halt eine
Speaker0: Volleinspeiseanlage hast, bist du halt stärker betroffen, als wenn du sowieso
Speaker0: den ganzen Strom selber benutzt.
Speaker0: Und dazu habe ich halt so ein kleines Tool gebaut.
Speaker0: Und auch da wieder, das habe ich dann online gestellt und das wurde dann vom
Speaker0: PV-Magazin aufgegriffen und geteilt.
Speaker0: Und da kam dann irgendwie über ein Wochenende irgendwie 10.000 Leute auf die
Speaker0: Webseite und das Tool ist auch irgendwie abgestürzt, weil ich das auf so einem Free-Hoster hatte.
Speaker0: Und dann habe ich das irgendwie noch so schnell auf irgendeinen Paid-Hoster gebracht.
Speaker0: Dann habe ich dann noch einen Fehler beim Übertragen irgendwie gehabt.
Speaker0: Dann hat das nicht funktioniert. Dann haben dann noch Leute kommentiert,
Speaker0: es funktioniert gar nicht und das war voll der Stress.
Speaker0: Aber dann hat es auch irgendwann funktioniert und dann war es cool und dann
Speaker0: kam auch viel positives Feedback und Leute, die sich bedankt haben.
Speaker0: Und dann haben mir auch viele Leute aus der Branche, die da irgendwas gemacht
Speaker0: haben, geschrieben, die dann auch die Landingpage gesehen haben,
Speaker0: wo ich schon so ein bisschen was geschrieben hatte, so von Gewerbespeichern,
Speaker0: Wirtschaftlichkeit, ähm.
Speaker0: Und da dachte ich mir dann so, wow.
Speaker1: Da gibt es eine Resonanz.
Speaker0: Da gibt es irgendwie eine Resonanz, ja. Und ich war vorher, wie gesagt,
Speaker0: noch ein bisschen da in meinem Loch, wo ich irgendwie dachte,
Speaker0: traue ich mir das jetzt zu, nochmal so eine Firma?
Speaker0: Dann dachte ich mir so, komm, jetzt aber richtig.
Speaker0: Und dann habe ich bei Alva Cecil gesagt, dem Chef,
Speaker0: Yo, sorry, aber ich bin jetzt raus, ich muss jetzt hier irgendwie mein eigenes
Speaker0: Ding machen, konnte ja auch nachvollziehen und ja, dann habe ich losgelegt und erstmal quasi so als,
Speaker0: Dienstleister, weil da gab es noch kein richtiges Produkt, sondern ich habe
Speaker0: dann je nachdem, was die Kunden halt für Daten vorliegen hatten und welcher
Speaker0: Fall das war, habe ich da mit meinen Python-Scripts halt irgendwie so,
Speaker0: zwei, drei Stunden an jeder Analyse rumklappiert.
Speaker0: Also ich habe dann halt gesagt, ja, du kannst jetzt hier eine Analyse buchen,
Speaker0: das kostet so und so viel und habe das quasi so als Dienstleister angeboten.
Speaker0: Und dann war mir aber auch da wieder klar, wie bei Circleland,
Speaker0: okay, ich brauche irgendjemanden, der mehr Ahnung von Softwareentwicklung hat
Speaker0: als ich, damit das irgendwie mal...
Speaker1: Und du bist ja CEO, ne? Also du bist ein sehr technisch orientierter CEO.
Speaker0: Du bist halt der Typ, der den Leuten hilft, ihren Lastgang irgendwie zu analysieren.
Speaker0: Und auch mein Mitgründer Sven, der ja schon seit 26 Jahren Softwareentwickler
Speaker0: ist, auch schon mehrere Firmen mitgegründet hat, der sagt auch, ja, CTO,
Speaker0: ich bin der Technik-Heini, sagt er quasi.
Speaker1: Du bist sozusagen derjenige, der auch programmieren kann, aber ein bisschen
Speaker1: wahrscheinlich jetzt die kommerziellen Themen eher im Blick hat jetzt in dem
Speaker1: Dreiergespann. Oder wie würdet ihr euch aufteilen? Wie würdest du es beschreiben?
Speaker0: Ja, also es ist schon so, dass Simon und ich uns quasi viel im Kundenkontakt
Speaker0: sind und viel halt Kundensupport, Vertrieb machen,
Speaker0: aber halt auch das Produktmanagement machen, weil ich denke,
Speaker0: wenn du halt nah mit den Kunden bist, dann weißt du auch besser,
Speaker0: was die brauchen und deshalb haben wir sozusagen diese Brille auf mit Softwareentwicklung,
Speaker0: haben weder Simon noch ich aber irgendwas zu tun.
Speaker0: Also das und Sven komplett.
Speaker1: Der hat vorher nebenan.de mitgegründet.
Speaker0: Ja und Because, das ist auch so eine Plattform, mit der Leute Stiftungen gründen
Speaker0: können, um ihr Geld dann für wohltätige Zwecke irgendwie einzusetzen.
Speaker0: Ja, und bei mir liegt halt noch das Thema Marketing.
Speaker0: Also ich hatte ja damals mit diesem Blog angefangen und das ist was,
Speaker0: was mir super Spaß macht, weil ich finde, immer wenn du dir irgendwie so ein
Speaker0: Thema vorknüpfst, wie jetzt zum Beispiel, keine Ahnung, Marktprämienmodell, CFD,
Speaker0: Mispel, Agnes, was es eigentlich alles an Gesetzen oder Steuerthemen oder sowas
Speaker0: gibt, wenn man es richtig gut erklären kann in einem Blogpost und du das so erklären kannst,
Speaker0: dass es wirklich so, wenn man liest, auch irgendwie ein bisschen Spaß macht,
Speaker0: dann hat man es so richtig verinnerlicht.
Speaker0: Deshalb ist das für mich dann immer so die Herausforderung. Oder wenn ich so
Speaker0: ein Thema habe, wo ich mir denke, boah, das müssen wir jetzt in unser Produkt
Speaker0: integrieren, dann ist das erste To-Do sozusagen immer einen Blogpost dazu zu
Speaker0: schreiben, weil ich mir denke, okay, wenn ich es,
Speaker0: so gut verstanden habe, dass ich es anderen Leuten erklären kann,
Speaker0: dann weiß ich auch, wie es im Blogpost aussehen muss.
Speaker0: Und dann kann ich mich auch in einem Vertriebsgespräch mit jemandem unterhalten
Speaker0: und der genießt die Unterhaltung mit mir, weil ich das Gefühl habe,
Speaker0: der kann irgendwie was lernen.
Speaker1: Das habe ich aber auch auf deiner Webseite gesehen. Also,
Speaker1: green-energy-tools.de Da gibt es einen Blog, der ist total, also ihr habt krass
Speaker1: viele Blog-Einträge und dann auch immer fachlich richtig gut und in der Tiefe.
Speaker1: Also für alle, die irgendwas mit Gewerbespeicher, Regulatorik,
Speaker1: den ganzen Themen, die da so diskutiert werden, auch sich angucken will,
Speaker1: fand ich richtig cool, richtig stark.
Speaker1: Okay, verstanden. Also du bist sozusagen auch noch Marketing und den Blog ownst du.
Speaker0: Ja, das ist sozusagen mein... Chief Blog Officer. Ja, der Freitag-Form,
Speaker0: also Freitag ist immer die erste Hälfte des Tages geblockt für Marketing.
Speaker0: Geblockt für Blog. Ja, geblockt für Blog, ja.
Speaker1: Cool, aber also wir haben es jetzt geschafft, irgendwie fast,
Speaker1: also mega spannende Themen, über fast 45 Minuten zu reden, ohne wirklich sozusagen
Speaker1: über die Firma, die du ja heute repräsentierst, auch zu sprechen.
Speaker1: Ich gehe mal so ein bisschen durch, was ich verstanden habe und du korrigierst
Speaker1: mich, was ich hier irgendwie vielleicht ein bisschen zu schnell sage oder so.
Speaker1: Aber ihr habt ein Produkt jetzt gebaut, was ein SaaS-Produkt ist,
Speaker1: für Leute, die Speicher auslegen.
Speaker1: Also insbesondere Solateure, Energieberater, Installationsbetriebe und Batteriehändler
Speaker1: und Hersteller aber auch.
Speaker1: Und die nutzen euer Tool und zahlen euch dafür, dass sie halt die Speicherprojekte
Speaker1: richtig dimensionieren und alles mit beachten.
Speaker1: Ist das so richtig zu sagen? Also eure Kunden sind quasi nicht die Gewerbekunden
Speaker1: selber, das wäre dann sozusagen, indirekt sind es irgendwie eure Kunden,
Speaker1: aber direkt sind eigentlich die Kunden diejenigen, die helfen,
Speaker1: Speicherprojekte voranzutreiben in Deutschland.
Speaker0: Ja.
Speaker0: Und die wollen wir halt dabei unterstützen, dass das möglichst einfach ist und
Speaker0: dass die gleichzeitig aber auch, wenn sie beim Kunden sind,
Speaker0: halt wirklich gut beraten können und das Ganze auch verstanden haben,
Speaker0: was passiert da im Hintergrund und wieso sollte ich jetzt vielleicht das empfehlen und nicht das.
Speaker0: Und ja, sind auch zum Beispiel Stadtwerke mit dabei, Energieversorger auch.
Speaker0: Aber ja, wie du gesagt hast, es ist immer dieses, wir helfen beim Beraten und
Speaker0: Verkaufen vom Speicher.
Speaker1: Ja, verstanden. Kannst du irgendwas sagen, so wie groß ihr seid?
Speaker1: Also, wann habt ihr gegründet? Habt ihr 25 oder wann?
Speaker0: Ja, also wir haben relativ lange die Firma betrieben, ohne eine Firma zu sein.
Speaker0: Also wir hatten schon sechsstelligen Umsatz, als wir die Firma wirklich angemeldet haben.
Speaker0: Und jetzt haben wir über 100 Kunden, die unsere Software benutzen,
Speaker0: sind zu dritt, können jetzt quasi davon leben, sind jetzt erstmal sozusagen
Speaker0: in stabilen Fahrblässern unterwegs. Mega. Ja.
Speaker1: Und ja, was sind so die, was ist so, irgendeine Besonderheit an eurer,
Speaker1: also sozusagen eine Produktentscheidung oder so, die ihr getroffen habt,
Speaker1: über die du besonders stolz bist, oder?
Speaker0: Ja, also die viele gute Sachen, die uns jetzt ausmachen, hat der Sven tatsächlich
Speaker0: entschieden, weil der hat schon relativ früh immer antizipiert,
Speaker0: was die Kunden als nächstes fragen werden.
Speaker0: Und ich habe häufig dann so gesagt, ja, lass uns doch das jetzt einfach so machen,
Speaker0: das braucht anders die Leute nicht.
Speaker0: Und dann hat er gesagt, nee, ich will das aber so machen, dass in jedem Fall
Speaker0: wir alles abgedeckt haben.
Speaker0: Und dann immer so zwei Wochen später kam dann ein Kunde und hat gesagt,
Speaker0: ja, aber ich habe jetzt den extra Fall. Und dann weiß ich, ah,
Speaker0: okay, Sven. Edge Cases mitdenken. Ja, ja, also zum Beispiel,
Speaker0: es gibt ja die atypische Netznutzung, also so eine gewisse Sonderfall,
Speaker0: wie du deine Netzentgelte berechnen kannst.
Speaker0: Und meistens geht es halt darum, den Speicher zu benutzen, um da reinzukommen.
Speaker0: Und Sven hat gesagt, ja, aber was, wenn man schon drin ist? Und dann habe ich
Speaker0: gesagt, ey, Sven, das wird keiner brauchen so. und dann genau.
Speaker1: Wir haben viele Kunden in der atypischen Netzsatzung,
Speaker0: Auch ohne Speicher Ja und dann war es direkt so eine Woche später,
Speaker0: ruft einer an und sagt Hey, mein
Speaker0: Kunde ist hier schon in der atypischen Netzung, was mach ich denn jetzt?
Speaker0: Ja, okay, gut da musst du klicken und die Herausforderung an sich ist wir,
Speaker0: also es klingt vielleicht am Anfang so ein bisschen trivial.
Speaker0: Es gibt ja auch diesen Spruch so We don't do it because it's easy,
Speaker0: we do it because we thought it was easy also man denkt am Anfang so,
Speaker0: es ist doch nicht so schwer Du hast da einen Speicher, machst halt Stimmen.
Speaker0: How hard can it be? Ja, aber es wird dann immer komplexer, weil dieses Problem
Speaker0: sozusagen sich immer weiter multipliziert.
Speaker0: Und, ja, du fängst dann halt an und willst irgendwie mit diesem einfachsten
Speaker0: Case anfangen, Eigenverbrauchsoptimierung und dann denkst du,
Speaker0: ah, okay, aber Lastspitzenkabung könnte man noch machen, was,
Speaker0: wenn ein dynamischer Stromtarif dazukommt?
Speaker0: Ich habe schon eine PV-Anlage, es kommt noch eine dazu. Ich bin in der EEG-Jahrgang,
Speaker0: wo noch dieses Gesetz galt.
Speaker0: Jetzt habe ich aber noch diese Limitationen von meinem Verteilnetzbetreiber gesagt bekommen.
Speaker0: Und dann kommen ja ständig auch neue Gesetze raus.
Speaker0: Die alten Gesetze bleiben aber bestehen. Es gibt auf der physikalischen Seite
Speaker0: irgendwie verschiedene Demonstrationen, die man berücksichtigen will.
Speaker0: Und die größte Herausforderung ist eigentlich, wie schafft man ein Produkt zu
Speaker0: bauen, was all diese Komplexität irgendwie abbildet, aber gleichzeitig,
Speaker0: wenn du es benutzt, du jetzt nicht das Gefühl hast, du musst jetzt,
Speaker0: Doktor- und Ingenieurswissenschaften haben und dann musst du ja noch am Ende zu,
Speaker0: deinem Endkunden oder Kundin gehen und das da erklären können.
Speaker0: Und der hat ja wahrscheinlich noch, oder der hat ja auch nicht jetzt so Energie.
Speaker1: Das ist ein Auslegungstool und ein Verkaufstool auch gleichzeitig,
Speaker1: weil du sozusagen dann das mit dem Kunden besprechen willst und die unterschiedlichen
Speaker1: Auslegungsoptionen dann irgendwie auch.
Speaker0: Ja, und da war eine, also wenn du noch zu diesem Thema, was du gefragt hast mit,
Speaker0: Produktentscheidungen, also wir haben uns von Anfang an entschieden, dass,
Speaker0: es in der Software einen Teil geben muss, der ist quantitativ,
Speaker0: wo man diese ganzen Themen einfach durchrechnet, ist ja auch sehr zahlenbasiert,
Speaker0: was ich ja auch schön finde, dass du da deine Börsenpreise hast,
Speaker0: dein Speicherpreisdegradation,
Speaker0: Einspeisevergütungen, Strompreis etc., Solarerzeugnis, das ist ja alles,
Speaker0: kannst du irgendwie quantifizieren.
Speaker0: Aber dann gibt es ja immer noch Dinge, die man nicht quantifizieren kann,
Speaker0: wie, wieso machst du das eigentlich?
Speaker0: Der eine Industriekunde macht das vielleicht, weil er einfach nur das als Investitionsmöglichkeit
Speaker0: sieht und da irgendwie einen guten Return on Investment haben will.
Speaker0: Jemand anders macht das vielleicht, weil es aus einer strategischen Perspektive
Speaker0: ist, wir wollen energieunabhängiger werden, aber auch diese Person will ja jetzt
Speaker0: kein schlechtes Investment machen, aber die haben vielleicht ein anderes.
Speaker0: Verständnis davon, was jetzt gute oder schlechte Zahlen sind.
Speaker0: So ist jetzt eine Amortisationszeit von sieben Jahren, ist das jetzt gut oder
Speaker0: schlecht? Das ist dann halt eher etwas, was man qualitativ entscheiden müsste.
Speaker0: Und auch, was du ja von ONU auch kennst, ist zum Beispiel, wenn man jetzt Leuten
Speaker0: sagt, ja, mit einem dynamischen Stromtarif könntet ihr jetzt so und so viel
Speaker0: Geld sparen, dann kannst du das ja...
Speaker0: Quantitativ ganz klar ausdrücken. Trotzdem werden die meisten Unternehmen sagen,
Speaker0: ja, ich möchte aber eine gewisse Planbarkeit haben, um jetzt hier nicht voll ins Risiko zu gehen.
Speaker0: Und da haben wir halt immer geschaut, wie können wir die Software so aufbauen,
Speaker0: dass man halt dieses ganze Durchrechnen, Simulieren, diese ganzen Berücksichtigungen
Speaker0: irgendwie schön automatisiert,
Speaker0: oder ausrechnet, halt einfach modelliert, aber gleichzeitig immer noch ein Interface
Speaker0: bietet, in dem man halt dann verschiedene
Speaker0: Szenarien, verschiedene Konzepte miteinander vergleichen kann.
Speaker0: Ja, aufreihen kann, gucken kann, was sind die Unterschiede, um deinen Kunden
Speaker0: vielleicht auch verschiedene Vorschläge zu machen und zu sagen,
Speaker0: ja, wenn du jetzt vielleicht limitiertes Budget hast und du willst schnell dein
Speaker0: Geld zurück, dann wäre das der richtige Ansatz.
Speaker0: Wenn du dich jetzt für die nächsten Jahre hier möglichst stark unabhängig aufstellen
Speaker0: willst, ist das ein guter Ansatz.
Speaker0: Wenn du der Meinung bist, du hast hier deine Lasten im Griff,
Speaker0: dann könntest du mit dem Wechsel auf den dynamischen Stromtarif noch mehr Geld sparen.
Speaker0: Das sind dann aber Themen, die kannst du nicht einfach so runterbrechen als Software.
Speaker0: Und deshalb haben wir da immer darauf geachtet, dass wir nicht einfach sagen,
Speaker0: mach das, sondern dass wir sagen, das ist hier die ganze Spannbreite und wir
Speaker0: geben dir das jetzt das Werkzeug, damit du deinem Kunden da was erzählen kannst und.
Speaker0: Wenn du da im Kundengespräch bist, auch,
Speaker0: das verstehst, dass da nicht einfach irgendeine Zahl steht, sondern dass du
Speaker0: da wirklich, wenn es dich interessiert, in die Tiefe gehen kannst und dann verstehen
Speaker0: kannst, wieso macht jetzt bei diesem Konzept diese Fahrweise des Speichers mehr Sinn als bei diesem.
Speaker0: Und wenn du dann zum Kunden hinkommst und der dich dann fragt,
Speaker0: ja, wieso würdet ihr denn jetzt den Speicher, der kleiner ist,
Speaker0: anders steuern als den Speicher, der größer ist? Wieso würdet ihr dann unterschiedliche Fahrweise nehmen?
Speaker0: Und du dann sagen kannst, ja, aber schau mal, da gibt es hier die und die Schwelle,
Speaker0: die wir dann nicht überschreiten, dann hat der Kunde natürlich auch ein ganz
Speaker0: anderes Gefühl in dem Gespräch mit dir, weil er merkt, ah, der hat sich mit
Speaker0: mir auseinandergesetzt, der hat mich wirklich verstanden,
Speaker0: und das ist ja dann eine Win-Win Situation, weil dann kauft der Kunde eher,
Speaker0: die Person, die den Speicher verkaufen will, fühlt sich im Gesprächstermin irgendwie
Speaker0: gut, gut vorbereitet und der Speicher wird im Nachhinein effektiver eingesetzt.
Speaker0: Weil wenn ich jetzt einfach von der Stange sage, na gut, wir haben hier 400 Kilowatt Peak,
Speaker0: installiert, dann machen wir mal 200 kWh Speicher, das ist so unsere Daumenregel,
Speaker0: dann habe ich vielleicht einen Speicher, den ich dann falsch dimensioniert habe
Speaker0: und in der falschen, oder was heißt falsch, aber nicht in der optimalen Fahrweise verwende.
Speaker1: Ja. Habt ihr schon so sozusagen Bestandssysteme mal gesehen,
Speaker1: wo ihr gesagt habt, wer hat denn das geplant? Das ist doch völliger Goldschutz.
Speaker0: Ja, also man sieht es halt häufig vor allem bei den,
Speaker0: Installateuren, die vielleicht eher so im kleinen Gewerbe unterwegs sind,
Speaker0: dass halt viele nur auf den Anwendungsfall Eigenverbrauchsoptimierung halt schauen und dann vielleicht,
Speaker0: halt Speicher verkaufen, die gar nicht das ganze Potenzial schöpfen,
Speaker0: weil man aus dem Speicher mehr rausholen könnte oder auch einen größeren Speicher verkaufen könnte.
Speaker1: Weil die Multi-Use quasi gar nicht rechnen können.
Speaker0: Ja, aber wir hatten auch schon...
Speaker0: Fälle, wo Leute gesagt haben, hey, ihr ratet mir hier 200 Kilowattstunden zu
Speaker0: installieren, aber der andere hat mir hier gesagt 800 Kilowattstunden.
Speaker0: Und da ist mir dann erstmal irgendwie das Herz in die Hose gerutscht.
Speaker0: Ich dachte, oh Gott, wir haben jetzt hier voll falsch gerechnet.
Speaker0: Dann habe ich mir das gesagt, ja, schick mal zu.
Speaker0: Und dann waren da ganz falsche Annahmen drin oder auch falsche Vergleichsbasis.
Speaker0: Also zum Beispiel, wenn du jetzt sagst, ich wechsle auf einen dynamischen Stromtarif
Speaker0: und du durch den Wechsel schon mal Geld sparst, dann kannst du diese Ersparnis
Speaker0: ja eigentlich nicht dem Speicher zurechnen.
Speaker0: Und wenn du dann aber sagst, der Speicher hat eigentlich gar keinen Beitrag,
Speaker0: oder sehr geringen Beitrag, aber ich spare durch den Wechsel hier irgendwie
Speaker0: 30.000 Euro, dann sieht vielleicht die Amortisation vom Speicher gut aus,
Speaker0: obwohl du den auch hättest weglassen können und eine gute Ersparnis gehabt hättest.
Speaker1: Ja. Ja, ich meine, du hast mir das ja irgendwann, ich fängst auch schon wieder
Speaker1: ein halbes Jahr her oder so, auch mal irgendein Feature, was ihr da gerade gebaut
Speaker1: hattest, hast du mir irgendwann mal vorgestellt.
Speaker1: Also, das ist ein imposantes, sehr mächtiges Tool, dass ihr das so auffächert
Speaker1: und die unterschiedlichen Szenarien und so. Ähm.
Speaker1: Weißt du noch, was du mir damals vorgestellt hast? Ich weiß das gar nicht mehr,
Speaker1: aber es ist jetzt schon irgendwie ein halbes Jahr her oder so.
Speaker1: Da hast du irgendwie gerade eine neue Entwicklung und du hast,
Speaker1: glaube ich, so ein bisschen...
Speaker0: Ja, es gibt bei uns, wir machen relativ viele Updates, deshalb gibt es eigentlich
Speaker0: alle zwei, drei Wochen so ein Software-Update. Ich weiß nicht,
Speaker0: was in dem Moment das neue Feature war. Ich habe vielleicht andersrum gefragt.
Speaker1: Was gibt es denn heute noch nicht, worauf ihr euch freut oder wo ihr sagt,
Speaker1: das ist auf der Roadmap, das ist irgendwie mega relevant?
Speaker0: Ja, so ein Feature, wo ich mich freue, was jetzt in den nächsten Wochen zum
Speaker0: Beispiel rauskommt, ist, dass wir auch anfangen werden, die optimale PV-Größe zu berechnen.
Speaker0: Also jetzt ist es ja mit dem neuen EEG zum Beispiel so, dass es keinen Volleinspeiser-Bonus
Speaker0: mehr gibt, dass die Einspeisevergütung allgemein für viele Anlagen geringer ist.
Speaker0: Und da stellt sich dann halt manchmal die Frage, lohnt es sich jetzt hier wirklich
Speaker0: das komplette Dach voll zu machen oder machen wir die Anlage vielleicht ein
Speaker0: bisschen kleiner, bleiben dann vielleicht auch unter einer Zertifizierungsschwelle,
Speaker0: und das kann man dann zum Beispiel modellieren,
Speaker0: und wir haben da noch ganz viele Features sozusagen auf dieser Modellierungsebene,
Speaker0: die wir hinzufügen werden, aber das, worauf wir uns eigentlich mehr und mehr freuen, ist,
Speaker0: nochmal von dieser Simulationsebene hinzugehen, auch mehr zum Live-Betrieb.
Speaker0: Also, dass wir schauen wollen, dass wir die Installateure,
Speaker0: die einen Speicher verkaufen, alle Tools an die Hand geben, damit dieser Speicher
Speaker0: im Nachhinein halt gut überwacht werden kann, dass man im Blick behält,
Speaker0: immer die beste Fahrweise,
Speaker0: auch zu fahren und zu schauen,
Speaker0: was brauchen die, um vielleicht auch eine Finanzierung für den Speicher zu bekommen,
Speaker0: was brauchen die, um den Speicher im Nachhinein gut zu vermarkten.
Speaker0: Und da wollen wir sozusagen noch tiefer in die Wertschöpfungskette rein.
Speaker1: Okay, krass. Ja, also ergibt ja voll Sinn.
Speaker1: Ich dachte, da gäbe es auch schon relativ viel, aber es ist natürlich cool,
Speaker1: wenn die Software, die sie eh nutzen für die Planung und Dimensionierung und Auslegung,
Speaker1: dann auch tiefer reingehen kann, weil dieses bis dato ja dann eigentlich das
Speaker1: immer übergeben müssen, an irgendeinem sozusagen Betreiber.
Speaker0: Ja, aber es ist tatsächlich auch so, dass zum Beispiel, wenn man jetzt sich
Speaker0: dieses Thema Vermarktung von Gewerbespeichern anschaut, also wenn man sich schaut,
Speaker0: wie kann man jetzt diese Flexibilität, die ein Gewerbespeicher hat,
Speaker0: wenn der zum Beispiel jetzt nachts nichts anderes zu tun hat,
Speaker0: was er jetzt sozusagen an lokaler Optimierung macht, dann könnte man ja diesen
Speaker0: Speicher auch versuchen, auf dem Markt sinnvoll einzusetzen, um,
Speaker0: entweder den Markt zu optimieren oder die Netze zu optimieren.
Speaker0: Frequenz irgendwie zu stabilisieren, solche Themen.
Speaker0: Und das ist aber tatsächlich in dem Bereich gar nicht so einfach,
Speaker0: wie man sich das vorstellen würde.
Speaker0: Es ist ja jetzt mit dem Missbildgesetz da ein großer Schritt hingetan.
Speaker0: Aber wenn du dann mal so diverse Direktvermarktungen anrufst und sagst,
Speaker0: jo, wir haben da einen Kunden, der will gerne da seinen Speicher vermarkten,
Speaker0: dann ist die erste Frage immer, ja, wie groß sind die denn? Wie groß ist der Speicher denn?
Speaker0: Und dann, wenn du dann sagst, ja, der ist jetzt unter 1 MW,
Speaker0: und außerdem soll der noch behind the meter andere Optimierungen ausführen und
Speaker0: ist jetzt nicht 24-7 sozusagen verfügbar, dann ist es so, ja,
Speaker0: nee, sorry, da können wir nicht helfen.
Speaker0: Also es ist jetzt nicht so, dass es da super viel am Markt gibt,
Speaker0: was man jetzt nur irgendwie zusammenschnüren müsste, sondern in diesem Kleinteiligen,
Speaker0: gibt es jetzt tatsächlich noch gar nicht so viel Angebot.
Speaker1: Okay, spannend.
Speaker0: Also ich denke auch, dass sich da was tun wird, weil es ist ja auch so,
Speaker0: dass die Privatanlagen ja jetzt auch in die Direktvermarktung sollen.
Speaker0: Das ist ja mit dem neuen EEG beschlossene Sache.
Speaker0: Und da wird es wahrscheinlich auch mehr und mehr Direktvermarktungen geben,
Speaker0: die dann besser werden, dieses Kleinteilige aufzusammeln.
Speaker1: Was ist so eine typische Größe bei euch? Es geht bei so 250,
Speaker1: nee, bei 50 kWh geht es los.
Speaker0: Also die Batteriegröße ist eigentlich egal. Für uns ist halt wichtig,
Speaker0: dass es einen Lastgang gibt, also diese gemessenen 15-Minuten-Daten,
Speaker0: weil auf der basiert halt die ganze Simulation.
Speaker0: Und die hat man halt in Deutschland am 100.000 Kilowattstunden Stromverbrauch.
Speaker0: Und welche Batteriegröße dann rauskommt, ist eigentlich egal.
Speaker0: Die meisten oder die beliebtesten Gewerbespeicher sind häufig in dieser Größenordnung
Speaker0: 250 Kilowattstunden und 125 kW.
Speaker0: Und dann ist es halt manchmal einer davon, zwei, drei, vier.
Speaker0: Und manchmal haben wir auch Projekte dann im Multi-Megawatt-Bereich,
Speaker0: aber manchmal auch Projekte, wo dann sich halt ein 20 Kilowattstunden-Speicher
Speaker0: am meisten lohnt, der dann vielleicht eher dem...
Speaker1: So was sagt ihr dann auch? Also da seid ihr sozusagen nicht...
Speaker1: Rechnet es nicht irgendwie groß oder schön oder so?
Speaker0: Ja, also wir versuchen natürlich schon, das Maximum aus jedem Speicher rauszuholen,
Speaker0: aber wir versuchen auch realistisch zu bleiben, weil es bringt ja nichts,
Speaker0: wenn man jetzt vorrechnet, oh, das lohnt sich total und dann beschwert sich
Speaker0: der Kunde ein Jahr später und sagt, hey,
Speaker0: das ist gar nicht so wie hier versprochen.
Speaker0: Und wir haben auch Kunden, die dann anrufen und sagen, Mensch,
Speaker0: kannst du da nicht noch was machen?
Speaker0: Das rechnet sich ja gar nicht. Und dann schaue ich rein und sage,
Speaker0: nee, ist alles richtig aufgesetzt.
Speaker0: Es lohnt sich halt nicht immer, weil wenn du halt zum Beispiel eine alte PV-Anlage
Speaker0: hast, die eine super hohe Einspeisevergütung
Speaker0: hat, du einen super guten Stromtarif hast, du keine hohen,
Speaker0: Leistungskosten hast, also Lastspitzenkappung sich nicht lohnt und man einen
Speaker0: Fixtarif hat, wo man dann mit einem dynamischen Stromtarif nicht arbeiten kann,
Speaker0: dann fallen halt so eins nach dem anderen so die Punkte.
Speaker1: Oder was kann man ja ändern, theoretisch fix Tarif.
Speaker0: Ja, aber wenn der Kunde dann sagt, ja, ich habe jetzt hier die nächsten zwei
Speaker0: Jahre schon unterschrieben, ich bin hier gebunden oder ich will hier nicht weg,
Speaker0: dann muss man halt auch irgendwann sagen, ja gut, dann lohnt es sich hier nicht.
Speaker1: Was ist so der häufigste Fehler in Speicherauslegung, den ihr so seht?
Speaker0: Ich weiß gar nicht, was der Häufigste, was ich sagen würde, aber es ist eigentlich
Speaker0: so die Summe der kleinen Teile.
Speaker0: Aber eine Sache ist allein schon dieses, tatsächlich den gemessenen Lastgang
Speaker0: zu verwenden. Also ich weiß, dass das super nervig ist, diesen Lastgang anzufragen
Speaker0: vom Kunden oder sich dann eine Vollmacht geben zu lassen, um den Lastgang zu bekommen.
Speaker0: Aber das ist halt schon wichtig, um dann eine richtige Aussage treffen zu können.
Speaker0: Und was halt zum Beispiel halt viele...
Speaker1: Wie war das so eine Pauschalaussage?
Speaker0: Ja, dass man dann halt, es gibt ja vom BDEW diese Standardlastgänge,
Speaker0: so Gewerbe und sowas und wenn du die dann halt reinlädst, dann
Speaker0: ist halt keine so wirkliche Aussagekraft dahinter, weil wenn man dann mal so
Speaker0: einen Lastgang gesehen hatte, also zum Beispiel so in dem Blog nehme ich das auch als Beispiel,
Speaker0: da war ich einmal bei so einer Planung beteiligt, wo es um ein Internat ging
Speaker0: und ein Internat zum Beispiel hat im Sommer, wo die PV am meisten produziert,
Speaker0: irgendwie drei Monate Urlaub.
Speaker0: Schulferien. Und das war halt vorher in dem Projekt mit einem Standardlastgang
Speaker0: berechnet und dann kam irgendwie eine super Eigenverbrauchsquote raus von der
Speaker0: Solar und rechnet sich super und dann so,
Speaker0: okay, vielleicht sind es doch nicht 40%, sondern nur 20% von der Solaranlage,
Speaker0: die wir direkt verbrauchen können und das ändert dann natürlich so ein Business
Speaker0: Case für einen Speicher sehr stark und das ist ein Punkt.
Speaker0: Aber auch das, was ich erwähnt hatte mit der Vergleichsgröße,
Speaker0: also welche Sachen rechnet man eigentlich wirklich in die Amortisation rein, welche nicht, ähm,
Speaker0: Dann berücksichtige ich auch, dass der Strompreis nicht nur die Strombeschaffungskosten
Speaker0: sind, sondern auch die Netzentgelte.
Speaker0: Aber man muss auch fairerweise dazu sagen, es ist halt in Deutschland auch immer
Speaker0: alles maximal kompliziert gestaltet.
Speaker0: Also wir beschäftigen uns mehr mit Gesetzen eigentlich, als dass wir uns mit Physik,
Speaker0: beschäftigen, weil allein bei den Netzentgelten, du hast ja 850 verschiedene
Speaker0: Verteilnetzbetreiber, die haben alle ihre verschiedenen Netzebenen,
Speaker0: gibt es überall unterschiedliche Preise, sind die Preise ja nochmal nach Jahresbenutzungsdauer
Speaker0: gestaffelt, hast du ja in jeder Spannungsebene sozusagen so zwei Stufen,
Speaker0: in denen man drin sein kann.
Speaker0: Und zum Beispiel allein das kannst du halt in der Excel nicht,
Speaker0: also ich wüsste nicht, wie man es richtig abbilden kann, das geht wahrscheinlich
Speaker0: schon, aber machen die meisten nicht, dass du dann berücksichtigst,
Speaker0: dass wenn du die PV dazu baust, sich auch deine Netzentgelte potenziell ändern
Speaker0: können, wenn du dann in diesen anderen Preistarif,
Speaker0: fällst innerhalb deiner Netzebene und das sind halt alles so Sachen,
Speaker0: wo ja physikalisch genau dasselbe passiert, aber es wird halt anders abgerechnet
Speaker0: und dann kann das halt dazu führen, dass sich ein Speicher lohnt oder nicht lohnt.
Speaker1: Ja, das ist immer so ganz, ganz komplex und detailliert ausgedacht und manchmal
Speaker1: fragt man sich, ob das in der Praxis auch so zielführend ist oder ob es uns
Speaker1: nicht auch ein bisschen lähmt und blockiert.
Speaker0: Ja, ich will da jetzt gar nicht drüber urteilen und mir geht es auch häufig
Speaker0: so, dass wenn ich einen LinkedIn-Post zu irgendwas mache, dass ich das eigentlich
Speaker0: sehr aus der Mikroperspektive schreibe und dann Leute so Diskussionen über irgendwelche
Speaker0: Makro-Themen anfangen wollen.
Speaker0: Und da bin ich gar nicht so meinungsstark, aber weil ich denke,
Speaker0: ich betrachte es jetzt halt aus der Perspektive, aber ich weiß schon,
Speaker0: was du meinst, dass man halt häufig versucht, alles so zu gestalten,
Speaker0: dass es ja niemandem irgendwie auf den Schlips,
Speaker0: tritt und der extra Fall und wenn du noch so viel Verbrauch hast und das so
Speaker0: und so viel Prozent deines jährlichen Umsatzes ist, dann kriegst du noch die
Speaker0: Vergünstigung und so und das soll natürlich ein Fairness schaffen, Aber gleichzeitig,
Speaker0: schafft es auch so viel Komplexität, dass dann halt keiner mehr durchblickt.
Speaker1: Ja, und halt krasses Expertenwissen, wo du halt mit dem Domänenverständnis ganz
Speaker1: viele Leute abhängst, die du halt sonst mitnehmen könntest. Das ist ja irgendwie auch so.
Speaker1: Wie sieht es bei euch aus mit dem ganzen Thema so, ich sag mal,
Speaker1: PPA und strukturierte Beschaffung und sozusagen das, was bei ONU relevant ist?
Speaker1: Also irgendwie mit Terminmärkten interagieren. Denkt ihr das mit?
Speaker1: Oder wie denkt ihr darüber nach? Also so, ich meine, Speicher...
Speaker1: Betreiben bedeutet wahrscheinlich irgendwie, der muss sich irgendwie in drei
Speaker1: bis fünf Jahren irgendwie amortisieren oder so.
Speaker1: Stand heute wahrscheinlich, würde ich jetzt mal tippen. Trefft ihr irgendwelche
Speaker1: Annahmen natürlich über irgendwie Preiserwartungen, die dann am Markt sind und
Speaker1: so, vielleicht auch Spreads.
Speaker1: Aber denkt ihr irgendwie auch unterschiedliche Beschaffungsmodelle mit?
Speaker1: Also keine Ahnung, zum Beispiel Standardhandelsprodukte versus PPA oder Portfolio
Speaker1: Management versus Branchen oder so. Denkt ihr in sowas? Sind das Begriffe, mit denen ihr hantiert?
Speaker0: Also das wird ab und zu mal nachgefragt. Wir sind da fairerweise an der Stelle
Speaker0: noch ein bisschen dünn aufgestellt.
Speaker0: Wir können natürlich trotzdem die Erlösströme aus einem Batteriespeicher darstellen, weil,
Speaker0: wie wir ja auch im Vorgespräch besprochen haben, diese Produkte sind ja vor
Speaker0: allem eigentlich ein Hedge, der quasi Sicherheit, Planbarkeit irgendwie schaffen soll.
Speaker0: Aber erstmal zum Beispiel an der Fahrweise von einem Speicher nichts verändern
Speaker0: würde, sondern nur vielleicht, wie man den Umsatz dann deklariert,
Speaker0: ob es dann eher eine Ersparnis oder ein Erlös ist.
Speaker0: Und das decken wir jetzt bisher nicht ab, aber die Kunden können trotzdem quasi
Speaker0: die Wirtschaftlichkeit oder die Erlöse korrekt berechnen.
Speaker1: Genau, das ist auch so ein Missverständnis, dem ich oft irgendwie gegenüberstehe,
Speaker1: dass man sozusagen, dass dann gedacht wird,
Speaker1: man kann nur entweder Terminmarktbeschaffung machen oder sozusagen in der Kurzfrist Intraday optimieren,
Speaker1: Wobei das ja eigentlich einfach nur zwei Puzzlestücke sind, die man so beide
Speaker1: immer mitdenken sollte. Beides hat einen Vorteil.
Speaker1: Und sind völlig unabhängig voneinander. Also das eine ist, du kannst der beste,
Speaker1: keine Ahnung, Terminmarkt-Trader sein.
Speaker1: Du solltest trotzdem, also sagen wir mal, du hast jetzt irgendwie den perfekten
Speaker1: Einkaufszeitpunkt, perfekte Volumen für deine Absicherung.
Speaker1: Trotzdem, dass du, wenn du einen Speicher hast, musst du ja trotzdem in der
Speaker1: Kurzfrist dann gucken, wie kriege ich das von hier nach da geschoben.
Speaker1: Weil ich irgendwie, keine Ahnung, im Sommer ist es mittags günstig und da will
Speaker1: ich den Speicher voll machen und die Rampe ist aber teuer.
Speaker1: Abends um 19 Uhr, solche Sachen. Das ist ja sozusagen völlig losgelöst.
Speaker1: Von der Entscheidung, wie viel Preissicherheit oder Preisstabilität will ich
Speaker1: drin haben, um Planbarkeit zu haben, um, keine Ahnung, vielleicht meinen Kunden
Speaker1: irgendwie einen Preis garantieren zu können und nicht völlig sozusagen offen zu sein, was,
Speaker1: wenn Trump der nächste Kragen platzt oder Putin ins nächste Land einfällt,
Speaker1: dann und die Spotmärkte durch die Decke gehen, was der sagen kann.
Speaker1: Also immer noch große Intraday Preisdifferenzen haben und Spreads und so weiter.
Speaker1: Aber das Terminmarktniveau hat sich dann halt komplett... Also diese Themen
Speaker1: sind halt immer additiv oder sowohl als auch zu betrachten und nicht
Speaker1: Also unabhängig voneinander, aber das ist was, was mir auch oft begegnet.
Speaker0: Aber da können wir auch gerne nochmal im Nachgang drüber sprechen,
Speaker0: weil wir haben jetzt auch einen Katalog sozusagen in der Software integriert
Speaker0: von diversen Speicherherstellern, dass man sozusagen da browsen kann.
Speaker0: Das gibt es eigentlich alles am Markt. Was haben die für USPs,
Speaker0: was haben die für Preise etc.
Speaker0: Und auch mit Stromtarifen, also dynamischen vor allem, dass man da die konkreten
Speaker0: Aufpreise, die dann nochmal auf den Stromtarif draufkommen, dass man die von
Speaker0: konkreten Herstellern sozusagen direkt in der Simulation berücksichtigen kann.
Speaker0: Und das finden wir schon spannend, konkrete Produkte halt mehr und mehr in diese
Speaker0: Simulationen mit einzufügen.
Speaker1: Weil ihr die dann auch weiterempfehlen wollt?
Speaker0: Also uns geht es nicht darum, dass wir da jetzt irgendwie Provisionen oder sonst
Speaker0: irgendwas haben wollen. Da wollen wir eher neutral sein. Ja,
Speaker0: das ist auch ein Wert von uns in unserer Produktphilosophie sozusagen Praxisrelevanz.
Speaker0: Weil es bringt ja niemandem, wenn ich dir sage, theoretisch,
Speaker0: wenn du die Spotmarktpreise 1 zu 1 so weitergeleitet bekommen würdest,
Speaker0: wäre das eine gute Entscheidung, auf den Dynamisch Stromtarif zu wechseln.
Speaker0: Sondern der Kunde will ja wissen, wo kann ich das kaufen, wie viel würde es
Speaker0: mich kosten und macht es dann Sinn, dahin zu wechseln. Und,
Speaker0: deshalb versuchen wir halt diese Sachen so da zu implementieren oder machen
Speaker0: das auch schon jetzt und geben da Hinweise und versuchen das noch weiter zu verfeinern.
Speaker0: Und deshalb machen wir zum Beispiel auch so Sachen wie, dass man, wenn wir,
Speaker0: die Fahrweise vom Speicher simulieren, man quasi berücksichtigen kann,
Speaker0: wie gut soll dieses EMS funktionieren, weil in der Realität,
Speaker0: fährt ja ein EMS nicht am theoretischen Optimum, sondern hat gewisse Fehler
Speaker0: und Unschärfen und das versuchen wir auch zu berücksichtigen,
Speaker0: weil es dir ja nichts bringt, wenn ich dir sage, Theoretisch hättest du so viel
Speaker0: sparen können, du willst ja wissen, wie kannst du praktisch sparen.
Speaker1: Got it. Okay, ich glaube, wir sind wirklich, es ist eine längere Folge geworden,
Speaker1: es war so spannend, mit dir zu reden, auch die ganze Vorgestichte zu hören und
Speaker1: so, wirklich ultra beeindruckend, auch was du als Unternehmer schon vorher gemacht
Speaker1: hast, dass wir jetzt mehr oder weniger schon am Ende sind.
Speaker1: Gibt es irgendwas, was ich vergessen habe zu fragen, was du unbedingt uns noch mitgeben wolltest?
Speaker0: Ja, eine Sache, die ich spannend finde zu erwähnen oder was mir immer voll viel
Speaker0: Freude macht, ist, wenn ich dann irgendwie mit Kunden mal so einchecke und sage,
Speaker0: jo, wollen wir mal einfach quatschen, wie läuft's?
Speaker0: Und dann schaue ich mit denen und frage so, ja, was habt ihr denn so als letztes für Projekte angelegt?
Speaker0: Und das macht mir immer richtig viel Spaß, weil...
Speaker0: Weil wir sind ja so auf so einer relativ distanzierten Flughöhe und machen da
Speaker0: und denken nach und Produkten bla bla bla.
Speaker0: Und dann aber mal mit den Kunden dazusitzen und zu sehen so,
Speaker0: oh geil, die haben jetzt hier irgendwie so ein Projekt für einen Kiesberg,
Speaker0: wo es eine Megawatt Floating-PV-Anlage gibt und jetzt wollen die da noch irgendwie auf E-LKWs
Speaker0: umsteigen und simulieren jetzt hier, wie die mit dem Batteriespeicher,
Speaker0: wie groß der sein muss, dass die da möglichst viel Strom rüberschieben können,
Speaker0: Laschspitzenkappung, limitierter Netzanschluss und das.
Speaker0: Da geht mir dann das Herz auf, wenn man wirklich so sieht, wie das,
Speaker0: woran man da die ganze Zeit arbeitet, dann auch irgendwie sich materialisiert und,
Speaker0: auch so Sachen, wo du dann nicht drüber nachdenkst, also da gibt es dann irgendwie
Speaker0: einen Golf-Club, der dann irgendwie da seinen Batteriespeicher will,
Speaker0: dann gibt es irgendeinen Café, was irgendwo,
Speaker0: in der Nordsee oder Ostsee oder so auf einer Insel ist und quasi,
Speaker0: unzufrieden über die Netzanschlusskosten ist und einfach autark,
Speaker0: quasi 100% autark sein will,
Speaker0: dann gibt es irgendwie, keine Ahnung, Landwirte, die das verwenden und irgendwelche
Speaker0: Laserschneidegeräte, Mittelstand, was weiß ich.
Speaker0: Und das macht mir dann immer wirklich Freude, weil ich gucke mir dann immer
Speaker0: an, gehe ich auf die Landingpage und schaue mir an, was sind denn das eigentlich
Speaker0: für Unternehmen, was machen die so und das finde ich halt cool,
Speaker0: wenn ich dann irgendwie sehe,
Speaker0: wo landet das eigentlich im Endeffekt.
Speaker1: Ja, das geht mir auch so. Ich finde es auch mal, also wenn wir auch wenn wir
Speaker1: Vertriebsbeschwäche haben, ich versuche immer so ein bisschen so,
Speaker1: nicht nur wirklich über unsere Software und sozusagen die Realitäten beim Energieeinkauf
Speaker1: zu reden, sondern dann auch zu verstehen, was macht ihr denn eigentlich als Firma?
Speaker1: Also und da gibt es wirklich irgendwie so super spannende, oder aber auch wenn
Speaker1: man die besucht, dann irgendwie Produktionsführung und sowas.
Speaker0: Eine Tortenfabrik. Zum Beispiel, unter anderem.
Speaker1: Letztens war ich bei so einem Hydraulikventilhersteller, der so teilweise auch
Speaker1: so Stückzahl 1 für so Atomboote und so. Also wirklich einfach total spannend ist.
Speaker1: Ja, aber gibt es sonst irgendwas, worauf du dich freust? Also du bist ja jetzt
Speaker1: Energiezone berühmt und
Speaker1: hoffentlich entwickelt sich alles gut und in ein, zwei Jahren sprechen wir nochmal.
Speaker1: Also dann kann ich dann sagen, nachgucken, worauf hast du dich gefreut?
Speaker1: Ist das eingetreten? Was glaubst du, was so in den nächsten 12 oder 18 Monaten bei euch gehen wird?
Speaker0: Also ich denke, ich freue mich einfach darauf, das Produkt noch runder zu machen,
Speaker0: weil wir sind ja mit Gewerbespeicher gestartet und haben dann irgendwie gemerkt,
Speaker0: ja, du kannst das nicht isoliert betrachten.
Speaker0: Du musst eigentlich auch noch hier Stromeinkauf, PV-Anlage, Ladestationen, Wärmepumpe etc.
Speaker0: Alles irgendwie mitdenken, weil es soll ja einstimmiges Konzept sein und du
Speaker0: willst ja nicht nur ein Bauteil optimieren, sondern es muss ja irgendwie aufeinander abgestimmt sein.
Speaker0: Und da sind wir jetzt auch schon relativ breit aufgestellt, aber da noch mehr
Speaker0: in die Tiefe von den ganzen Themen zu gehen, da habe ich Lust drauf und worauf
Speaker0: mich halt freue ist, dieses Thema noch mehr Richtung Live-Betrieb zu gehen,
Speaker0: zu schauen, dass man da so eine Monitoring-Lösung hat.
Speaker1: Spannend sozusagen, als Positionierung für euch.
Speaker0: Ja, jetzt am 15. zum Beispiel kommen ja die neuen Netzentgelte raus und die
Speaker0: werden wahrscheinlich auch ein bisschen höher als die aktuellen sein,
Speaker0: weil Teil der Subventionierung rausgenommen worden ist.
Speaker0: Und das finde ich dann zum Beispiel auch spannend, dann zu schauen, okay,
Speaker0: wie sollte man vielleicht den einen oder anderen Speicher, es wird jetzt nicht
Speaker0: so dramatischer Unterschied sein, aber wie sollte man den einen oder anderen
Speaker0: Speicher vielleicht anders fahren aufgrund dessen? Oder jetzt haben wir ja wieder,
Speaker0: Nicht ganz so schlimm, aber es ist ja schon wieder so ein bisschen Energiekrise-Stimmung gerade.
Speaker0: Und das verändert ja auch, also wenn jetzt die Strompreise stark steigen,
Speaker0: dann, also du kannst ja mit einem Speicher sozusagen die Reduzierung von Netzentgelten
Speaker0: optimieren, die Reduzierung von Stromkosten, aber auch Erlöse von Einspeisevergütung etc.
Speaker0: Und mit einem Speicher hast du ja sozusagen so ein Instrument,
Speaker0: was du ja auch jährlich oder auch unterjährlich sozusagen shiften kannst zwischen diesen Prioritäten.
Speaker0: Und damit ist ja ein Speicher schon fast ein bisschen so wie so eine Versicherung sozusagen.
Speaker0: Und das finde ich halt spannend, dann sozusagen all diese Projekte,
Speaker0: die jetzt schon gerechnet worden sind, die teilweise auch schon gebaut worden
Speaker0: sind, da dann sozusagen immer zu schauen, ist das eigentlich gerade so das Optimum, was du da rausholst?
Speaker0: Oder sollte man jetzt aufgrund dieser Veränderungen vielleicht da nochmal ein
Speaker0: bisschen am Energiemanagementsystem rumschrauben und ein paar andere Prioritäten setzen.
Speaker1: Ja, cool, cool. Okay, das heißt dann ab 15. kann man nochmal bei euch gucken,
Speaker1: vielleicht machst du auch einen Blogartikel wieder dazu sozusagen.
Speaker1: Genau, wo finden dich die Leute, du bist auf LinkedIn ein bisschen aktiv,
Speaker1: hast du selber gesagt, eben dann der Blog.
Speaker0: That's it, ja. Das per E-Mail gerne, per Telefon auch, wer möchte.
Speaker0: Steht alles auf der Webseite.
Speaker1: Lennart, herzlichen Dank fürs Vorbeikommen und ganz viel Erfolg euch und hoffentlich bis bald.
Speaker0: Danke. Schön, dass ich hier sein konnte.
Speaker1: Oh, das war es auch schon für den Hauptteil der Energiezone-Folge heute mit
Speaker1: Lennart Wittstock von Green Energy Tools.
Speaker1: Was mich am meisten beschäftigt hat, ist so das ganze Thema Transparenz,
Speaker1: wie er das als Produktprinzip mit reinbringt.
Speaker1: Also diesen Prognose-Unsicherheitsregler einzubauen, obwohl dann auch sozusagen
Speaker1: die Zahlen mal schlechter aussehen können, finde ich insgesamt mutig.
Speaker1: Aber irgendwie genauso gute, technische, ehrliche Infos.
Speaker1: Das braucht die Branche. Wenn euch die Folge gefallen hat, dann wie immer gerne
Speaker1: den Podcast abonnieren.
Speaker1: Lasst eine Bewertung da. Das hilft uns mehr, als ihr denkt.
Speaker1: Dann können wir noch besseren Content für euch zusammentragen.
Speaker1: Teilt die Episode auch gerne mit jemandem, der gerade einen Gewerbespeicher
Speaker1: plant oder verkauft oder sonst wie an Energiethemen interessiert ist.
Speaker1: Mehr zu Green Energy Tools findet
Speaker0: Ihr auf deren.
Speaker1: Website oder auf LinkedIn bei Lennart. Und jetzt zum Webinar nochmal mit Incentive.
Speaker1: Terminmarkt und Spotmarkt sind zwei getrimmte Entscheidungen und beide müssen
Speaker1: gut gemacht werden, auch wenn eine davon bereits getroffen wurde.
Speaker1: Also Spotoptimierung lohnt sich unabhängig vom Terminkauf und Terminkauf lohnt
Speaker1: sich unabhängig von der Spotoptimierung.
Speaker1: In dem Webinar zeigen wir, wie ihr Absicherung und Lastverschiebung so kombiniert,
Speaker1: dass beides wirkt. Und die Anmeldung findet ihr unter incentive.de slash webinar-anmeldung.
Speaker1: Und ja, jetzt der Bonus, den ich schon angekündigt hatte.
Speaker1: Nochmal ein bisschen Hintergrund zu Lennarts Werdegang und den früheren unternehmerischen
Speaker1: Tätigkeiten, die er so schon als junger, junger Schüler an den Start gebracht
Speaker1: hat. Ganz viel Spaß dabei.
Speaker1: Auf geht's, ab geht's. Let's roll.
Speaker0: Die Geschichte ist, ich habe nach der Schule oder schon während der Schulzeit
Speaker0: habe ich erst als Freelancer und dann in der Firma, die wir dafür gegründet
Speaker0: haben, Videos produziert.
Speaker0: Also in der Firma haben wir dann auch Websites und Events und sowas alles gemacht. Und dann...
Speaker1: Mit Kumpeln aus dem Abi.
Speaker0: Ja, also kann ich später nochmal mehr erzählen. Aber jedenfalls nach der Firma,
Speaker0: als wir da alle drei rausgegangen sind operativ...
Speaker0: War die Schule schon fünf Jahre her und
Speaker0: da hatte ich dann irgendwie einerseits so das Gefühl, okay, damals in der Schule
Speaker0: war ich in Naturwissenschaften immer richtig schlecht und jetzt interessiert es mich irgendwie,
Speaker0: aber andererseits war es in Deutschland so, dass du halt entweder dann irgendwie
Speaker0: so Maschinenbau oder Chemie oder irgend sowas hättest studieren können,
Speaker0: um dann so irgendwie in den Bereich an wunderbare Energien zu kommen oder halt so.
Speaker0: BWL mit so ein paar Nachhaltigkeitskursen. Und das eine war mir sozusagen nicht
Speaker0: Hardcore-Naturwissenschaft genug und das andere zu viel.
Speaker0: Und in Utrecht gab es sozusagen diesen Mittelweg und da gab es vier verschiedene
Speaker0: Tracks, die man wählen konnte dann so nach einem halben Jahr.
Speaker0: Und ich dachte so, okay, ich gehe da rein und wenn ich voll abkacke,
Speaker0: dann mache ich den Business-Track, weil das habe ich ja die letzten fünf Jahre
Speaker0: schon gemacht, das werde ich irgendwie hinkriegen.
Speaker0: Und wenn es gut läuft, dann nehme ich einen von den Naturwissenschaftlichen
Speaker0: und dann ist es gut gelaufen und dann habe ich den Track genommen,
Speaker0: der halt auf erneuerbare Energien fokussiert war.
Speaker0: Aber allgemein war der Studiengang super breit aufgestellt und ich habe den
Speaker0: echt richtig genossen, weil wir halt so von, wie funktioniert das Klimasystem,
Speaker0: wie funktionieren Böden,
Speaker0: bis Geologie oder so oder auch Philosophie hatten wir Kurse.
Speaker0: Und das war alles aber mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit.
Speaker0: Und das fand ich einfach mega spannend. Und durch diesen Fokus auf Nachhaltigkeit
Speaker0: waren auch sehr engagierte Kommilitonen da, die halt jetzt alle da waren.
Speaker0: Nicht, weil sie irgendwie dachten, okay, ich muss irgendwas studieren,
Speaker0: sondern die waren halt da, weil die irgendwie eine Mission hatten. Und das war halt cool.
Speaker0: So vor dem Studiengang habe ich mich häufig gefühlt wie der Öko, weißt du?
Speaker0: Und dann war ich da und habe mich so gefühlt wie BBL Justus,
Speaker0: weil ich vorher mal eine Firma gegründet habe.
Speaker0: Und das war auch cool mal so.
Speaker1: Aber erzähl, was hast du da gemacht in der Firma? Das ist ja auch jetzt nicht
Speaker1: so gang und gäbe, dass man schon während der Schulzeit unternehmerisch tätig
Speaker1: ist und fünf Jahre lang das offensichtlich gemacht hat.
Speaker0: Ja, also die Firma waren drei Jahre, aber vorher habe ich als Freelancer schon
Speaker0: Videos gemacht und das hat so angefangen, dass ich Parcours mache,
Speaker0: diese Sportart, wo man so durch die Stadt springt und da habe ich immer gefilmt
Speaker0: und dann habe ich mit einem Kumpel angefangen, auch so Musikvideos.
Speaker1: Machst du das immer noch?
Speaker0: Ja, ja.
Speaker1: Okay, krass. Wo macht man das? Sorry, das ist ein Side-Track,
Speaker1: aber wo macht man das in Berlin?
Speaker0: Also am meisten Spaß macht es halt immer, das woanders zu machen.
Speaker0: Also deshalb immer woanders.
Speaker0: Gestern waren wir bei der Eberswalder, da gab es so zwei Mauern,
Speaker0: die hatte ich schon länger im Blick.
Speaker0: Da muss ich ein paar Sprünge abhaken, die ich immer vom Fahrrad sehe.
Speaker0: Aber deshalb habe ich immer viel gefilmt und dann mit einem Kumpel angefangen
Speaker0: Videos zu machen, haben wir Musikvideos gemacht, in irgendwelchen Clubs gefilmt,
Speaker0: für irgendwelche Immobilien Makler, Immobilien gefilmt, alles gefilmt.
Speaker0: Dann war ich halt mit der Schule fertig und Schule hat mir irgendwie leider nicht so Spaß gemacht.
Speaker0: Und dann hatte ich irgendwie Studium sehr stark auch mit Schule assoziiert und
Speaker0: war dann so, nee, will ich nicht.
Speaker0: Und ich verdiene ja jetzt schon irgendwie Geld, brauche das gar nicht.
Speaker0: Dann habe ich halt als Freelancer gearbeitet und dann mit zwei Freunden haben
Speaker0: wir uns irgendwie immer so Aufträge rum, hin und her geschoben und uns gegenseitig
Speaker0: mal dazugeholt, wenn wir Hilfe brauchten.
Speaker0: Und dann irgendwann hat der eine von den beiden gesagt, komm,
Speaker0: jetzt lassen wir hier ein richtiges Ding draus machen.
Speaker0: Und hat uns da nochmal so ein bisschen, der war da ein bisschen größenwahnsinniger,
Speaker0: sage ich mal, im Positiven.
Speaker0: Und ich hätte mich das ohne ihn auch gar nicht getraut, aber er war dann direkt
Speaker0: so, ja, wir melden da hier eine GmbH an und alles und ja, Jonas und ich waren
Speaker0: dann so, oh ja, wieso mich?
Speaker0: Und dann haben wir uns da so reingesteigert und das war auf jeden Fall auch
Speaker0: eine spannende Erfahrung, aber da hat mir dann irgendwann nach drei Jahren so
Speaker0: ein bisschen dieser Missionsbezug gefehlt.
Speaker0: Also ich habe dann schon, als ich das gemerkt habe, dass mir das fehlt,
Speaker0: versucht, mehr und mehr Kunden irgendwie aus dem Bereich zu finden,
Speaker0: wo es irgendwie um Impact geht.
Speaker0: Da haben wir auch für die Purpose-Stiftung zum Beispiel viel gemacht oder für
Speaker0: Frankfurt, die hatten so eine nachhaltige Industriegebietinitiative und so,
Speaker0: da haben wir dann Projekte und Events gemacht.
Speaker0: Aber du kannst halt als Marketingagentur oder zumindest in meiner Wahrnehmung
Speaker0: damals, war es irgendwie schwierig, wirklich so die...
Speaker1: Zu skalieren.
Speaker0: Ja, das auch, aber auch die Themen, für die du arbeitest, so richtig zu steuern,
Speaker0: weil du bist ja dann schon irgendwo auch ein bisschen davon abhängig, wer meldet sich bei dir
Speaker0: und wenn du jetzt irgendwie nicht die gefragteste Agentur Deutschlands bist,
Speaker0: ist es ja auch schwierig zu sagen, ich nehme jetzt nur die Aufträge an, die irgendwie zu meinem,
Speaker0: Visionsbord irgendwie passen.
Speaker1: Und gibt es die Firma noch?
Speaker0: Ja, die gibt es noch.
Speaker1: Die anderen Mitgründer von dir, die sind da noch?
Speaker0: Nee, wir haben dann alle drei zeitgleich die Firma verlassen.
Speaker0: Einer der ehemaligen Mitarbeiter führt die Firma bis heute.
Speaker0: Und wir sind dann alle drei unterschiedliche Wege gegangen. Ich dann halt nach
Speaker0: Utrecht, weil ich dachte, okay, also ich habe mir dann nach der Firma,
Speaker0: das war so 2019, habe ich mir gesagt, okay,
Speaker0: alles weil ich hatte schon immer super viele Ideen, also es gab auch ganz viele
Speaker0: so Mini-Projekte noch, die da alle neben der Schule und nach der Schule und so passiert sind.
Speaker1: Was sind die Top 3, von denen wir wissen sollten?
Speaker0: Also eine Sache, das war tatsächlich auch mit einem von den beiden,
Speaker0: mit dem wir dann später die Firma gemacht haben, da haben wir,
Speaker0: ich hatte zu Hause so die Bücher gescannt von meiner Familie und die bei Momox
Speaker0: verkauft und dann waren irgendwann alle Bücher verkauft und ich dachte mir so,
Speaker0: Mensch, jetzt würde ich gerne noch mehr Bücher verkaufen.
Speaker0: Und da dachte ich mir, na gut, wenn ich in der Nachbarschaft rumfrage und denen sage, die,
Speaker0: Die Hälfte von dem, was wir erlösen, spenden wir und die andere Hälfte behalten wir von uns.
Speaker0: Dann ist es ja so ein Win-Win-Deal für alle Beteiligten. Dann können wir was
Speaker0: spenden. Die Leute sind ihre Sachen los und haben uns zur Spende beigetragen
Speaker0: und wir können ein bisschen was verdienen.
Speaker0: Und dann haben wir da halt so einen Pilot gemacht und es hat irgendwie geklappt
Speaker0: und dann haben wir so eine kleine, so ein paar Quadratmeter in so einer Lagerhalle
Speaker0: angemietet, dann haben wir irgendwie einen,
Speaker0: Van gemietet und Flyer gedruckt und was weiß ich und das haben wir eine Zeit
Speaker0: lang gemacht, das haben wir dann auch wieder eingestellt,
Speaker0: weil nicht genug Fokus da war, das war dann eine Erkenntnis,
Speaker0: Fokus, schneller iterieren und näher dranbleiben, wenn man versucht,
Speaker0: Leute zu engagieren, aber wir hätten selber länger mitfahren müssen,
Speaker0: um diesen Erkenntnis-Loop mehr zu haben.
Speaker0: Und anderes Thema, das mit den Immobilienmaklern hatte ich erwähnt, da,
Speaker0: bin ich rumgelaufen und habe den Immobilienmaklern erzählt, ich kann von deinen
Speaker0: Wohnungen hier so ein cooles Video machen mit so einer Steadicam,
Speaker0: das war damals noch ein bisschen neuer als jetzt.
Speaker0: Da war die Erkenntnis, löst ein Problem und komm nicht mit der Lösung,
Speaker0: weil die haben alle gesagt, ey, die Wohnungen werde ich auch so los hier in
Speaker0: Frankfurt, da brauche ich kein Video für.
Speaker0: Und ja, was gab es noch?
Speaker0: Ja, halt YouTube-Kanal und so, gehabt mit, paar cool Videos.
Speaker0: Das waren so Themen. Jetzt sind wir ein bisschen vom Fokus abgekommen.
Speaker1: Ja, aber total spannend. Wir wollen ja dich als Person, als Gründer auch kennenlernen.
Speaker1: Wir kommen dann schon noch zu den, sozusagen für die eingefleischten Energiefans
Speaker1: auf die App-A-Skin. Okay, dann gibt es hier in deinem CV, wenn ich darauf gucke, noch Circle Hand.
Speaker1: Hast du auch mitgegründet und aufgebaut und ist irgendwie eine Softwarelösung für Second-Hand-Lead?
Speaker0: Ja, das war so. Das war die Phase, wo wir aus der Marketingagentur operativ
Speaker0: ausgestiegen sind und bevor ich mit dem Studium angefangen hatte.
Speaker0: Und da hatte ein Kumpel von mir einen Secondhandladen aufgemacht,
Speaker0: den ich noch aus der, also wir waren in derselben Stufe in der Schule.
Speaker0: Und ich fand das irgendwie voll mutig, weil ich dachte mir so,
Speaker0: da so einen Laden zu mieten, dann hast du deine Fixkosten und so, fand ich krass.
Speaker0: Und ich wollte ihn halt irgendwie unterstützen und habe dann so ein paar Fotos
Speaker0: für ihn gemacht, auf Google Maps eingestellt, habe so ein kleines Video gefilmt,
Speaker0: und dann habe ich irgendwie gesehen, dass die da so einen Aktenordner hatten mit super viel Papier,
Speaker0: wo die alle möglichen Sachen reingeschrieben haben und dann habe ich gefragt,
Speaker0: was macht denn ihr da? Und dann meinte der ja,
Speaker0: wir nehmen halt Kleidung in Kommission, das heißt, Leute können herkommen,
Speaker0: Kleidung abgeben und wenn sie verkauft wird, kriegen die halt 40% vom Umsatz.
Speaker0: Und wenn sie nicht verkauft werden, dann werden die halt in Glädercontainer
Speaker0: geschmissen oder sie können die wieder abholen.
Speaker0: Das hat dann aber den Rattenschwanz, dass du dann für jedes Kleidungsstück wissen
Speaker0: musst, wurde es jetzt schon verkauft, habe ich es schon ausgezahlt,
Speaker0: habe ich es schon gespendet. Die Händen haben.
Speaker1: Die mit einer Tabelle
Speaker0: Haben die auf dem Papier sozusagen so einen Ausdruck, weil du willst ja dann
Speaker0: auch von der Person die Unterschrift holen.
Speaker1: Das war 1850 oder wann war das?
Speaker0: Nee, nee, nee, das war 2020.
Speaker1: Und dann das mit Excel hätte man das ja immer machen können.
Speaker0: Ja, aber Excel ist dann auch nicht so viel schneller. Und dann,
Speaker0: Dann dachte ich mir, das muss ja irgendwie besser gehen. Und in der Agentur
Speaker0: haben meine Mitgründer Daniel und Jonas immer mit Airtable gearbeitet und davon
Speaker0: so voll geschwärmt. Und dann dachte ich mir so, ich will das auch mal für irgendwas benutzen.
Speaker0: Und habe dann für die angefangen, so eine Airtable-Struktur zu bauen.
Speaker0: Und eine Airtable ist auch cool, da gibt es einen Feldtyp, der ist so ein Barcode.
Speaker0: Und dann konnte ich sozusagen für die so eine Art Warenwirtschaftssystem bauen,
Speaker0: wo sie alle kleinen Stücke einen Barcode geben konnten, das mit der Airtable-App
Speaker0: dann einscannen und das verlinken, mit wem gehört es, und dann beim Verkauf
Speaker0: wieder scannen und sagen,
Speaker0: wie viel steht jetzt wem an Geld aus.
Speaker0: Und da hatte ich dann halt so ein bisschen Zeit.
Speaker1: So ein Lagerverwaltungssystem quasi.
Speaker0: Ja, und dann habe ich mich da so voll in diese No-Code-Tools eingearbeitet mit,
Speaker0: Airtable, habe dann aber auch mit Make, ich denke mal, heute wird man wahrscheinlich
Speaker0: N8N benutzen, habe ich dann so Automatisierung gebaut, dass sie den Bestand
Speaker0: dann auch direkt mit ihrem Shopify-Online-Store synchronisieren können.
Speaker0: Dann, wenn was verkauft worden ist, haben die LieferkundInnen sozusagen automatisch eine SMS bekommen.
Speaker0: Hey, dein Pullover ist gerade verkauft worden, du hast jetzt 15 Euro,
Speaker0: dein Kontostand ist bei 40. Bitte denk dran, dann und dann vorbeizukommen.
Speaker1: Und das wird immer noch genutzt.
Speaker0: Ja, die Geschichte geht weiter. Also ich hatte das dann für die gebaut und dann
Speaker0: dachte ich so, das will jetzt jeder haben.
Speaker0: Und dann bin ich mit so einem iPad bewaffnet,
Speaker0: durch Frankfurt getingelt und hatte mir vorher so eine Liste gemacht von allen
Speaker0: Secondhand Stores und bin da so ohne Termin aufgekreuzt und habe denen das so
Speaker0: gezeigt und dachte jetzt, das will jeder haben.
Speaker0: Und im Endeffekt wollte es dann nur einladen von 20 oder so,
Speaker0: bei denen ich vorbeigelaufen bin.
Speaker0: Und ich war dann am Boden zerstört und dachte mir so, Mensch.
Speaker0: Das will gar keiner rückblickend, denke ich. Eigentlich, wenn du es runterrechnest, einer von 20 ist ja 5%.
Speaker0: Ist ja eigentlich gar nicht so eine schlechte Conversion-Rate.
Speaker0: Zu dem Zeitpunkt dachte ich aber, das ist jetzt total schlecht und habe dann
Speaker0: diesem einen Laden auch geholfen, das so aufzusetzen und habe dann aber die
Speaker0: Idee so ein bisschen verworfen, weil ich dann dachte, okay,
Speaker0: die haben halt gesagt, nee, wir
Speaker0: sind gegen Digitalisierung, wir haben auch keine Kartenzahlung bei uns.
Speaker0: Oder es gibt kein Wi-Fi hier im Laden. Und dann dachte ich so, gut, das wird nichts.
Speaker0: Und dann hatte ich aber da schon so viel Zeit reingesteckt, dass ich dachte,
Speaker0: okay, ich mache nochmal so ein bisschen Dokumentation.
Speaker0: Und bei Airtable kannst du so Templates veröffentlichen. Dann habe ich das so
Speaker0: als Template veröffentlicht.
Speaker0: Dann habe ich meinen Studiengang angefangen. Und ich glaube,
Speaker0: da war ich sogar schon im...
Speaker0: Ende vom zweiten oder Anfang vom dritten Semester habe ich dann irgendwie so
Speaker0: in einer Woche so zwei E-Mails bekommen von Leuten, die mich dazu irgendwie Sachen gefragt haben.
Speaker0: Und dann habe ich irgendwie gesehen, dass noch eine weitere im Spam gelandet
Speaker0: war und dass es da relativ viele Anfragen gab und dass dieses Template schon
Speaker0: 200 Mal kopiert worden ist.
Speaker0: Und dann habe ich gecheckt, dass Airtable das auch als Google-Seite indexiert.
Speaker0: Und dann war irgendwie dieser Airtable-Eintrag, vielleicht hatten die auch so ein bisschen,
Speaker0: SEO-Tricks angewendet, weil das war dann bei SEO irgendwie auf Platz 1,
Speaker0: wenn du so Secondhand-Laden-Software eingegeben hast.
Speaker0: Und dann dachte ich, ah gut, wenn das jetzt so viele Leute kopiert haben,
Speaker0: dann scheint es ja da doch irgendwie so ein Bedürfnis irgendwie zu geben.
Speaker0: Dann habe ich halt neben dem Studium mich dann so in No-Code-Software-Entwicklung
Speaker0: eingearbeitet und da angefangen dann das so aufzubauen, dass ich es,
Speaker0: einfacher mehr Leuten zur Verfügung stellen konnte, Weil zu dem Zeitpunkt war
Speaker0: es dann so, dass ich das quasi jedem Laden einzeln diesen Stack an,
Speaker0: Tools sozusagen installieren musste und sagen musste, mach dir mal bitte ein
Speaker0: Abo bei Make, mach dir eins bei Airtable, mach dir eins da und da,
Speaker0: was natürlich auch die Kosten dann voll nach oben getrieben hat.
Speaker0: Das habe ich dann irgendwie nochmal neu aufgebaut, dass sozusagen alles bei
Speaker0: mir lag und die Läden da nicht erstmal fünf Tools kaufen mussten.
Speaker0: Und das war eigentlich auch eine sehr gute Sache, weil du lernst jetzt,
Speaker0: wenn du mit No-Code Sachen baust, nicht so sehr, wie jetzt der Syntax von Code funktioniert.
Speaker0: Das muss man an manchen Stellen vielleicht trotzdem irgendwie machen.
Speaker0: Das ist aber die Idee von No-Code, dass du nicht programmieren musst.
Speaker0: Aber du musst dir trotzdem extrem viel Gedanken dazu machen,
Speaker0: wie du Prozesse aufbaust, wie du Daten strukturierst, wie die Abläufe sind und
Speaker0: auch, wie man irgendwie einen User-Interface macht.
Speaker0: Und das hat mir dann tatsächlich auch jetzt bei, als dann aus Circlehand eine
Speaker0: richtige Firma wurde und auch jetzt bei Green Energy Tools sehr,
Speaker0: geholfen, weil du dich dann mit jemandem, der programmieren kann,
Speaker0: noch mal ein bisschen anders unterhalten kannst, als wenn du das nur so...
Speaker0: Ja, also wenn du das noch nicht gemacht hast. Und da kleiner Hot Take am Rande.
Speaker0: Ich glaube, dass durch diese Entwicklung mit Vibe Coding geht das leider ein
Speaker0: bisschen verloren, weil wenn du irgendwas Vibe Codest, dann weißt du ja gar nicht so genau.
Speaker0: Ja, du weißt ja gar nicht so genau, was passiert.
Speaker0: Und deshalb würde ich tatsächlich immer noch Leuten, glaube ich,
Speaker0: wenn sie es wirklich lernen wollen, auch dazu raten, ein bisschen was mit No-Code
Speaker0: zu machen, weil man da nochmal besseres Verständnis aufbaut tatsächlich.
Speaker1: Keiner Take, ja. Also total beeindruckend, ehrlicherweise.
Speaker1: Seriengründer jetzt hier schon, bevor es überhaupt losging mit dem Unternehmen,
Speaker1: was wir hier besprechen wollten.
Speaker1: Aber ich sehe dann auch noch, du warst auch noch bei Enpal und bei Alva Energie.
Speaker1: Vielleicht sagst du da noch zwei Sätze zu und dann kommen wir,
Speaker1: glaube ich, schnell zu G.I.T.
Speaker0: Ja, also um diese Circlehand-Geschichte noch abzurunden. Also ich habe dann
Speaker0: nach dem Studiengang so einen Grant erhalten von Google.org.
Speaker0: Das war wirklich so eine Segnung, weil dann gab es irgendwie Geld,
Speaker0: was erstmal irgendwie für so ein Jahr Runrate gereicht hat.
Speaker0: Und ich dachte dann, okay, let's see, wo man das jetzt hinbringen kann und zu
Speaker0: dem Zeitpunkt waren es halt irgendwie zehn Läden,
Speaker0: und dann habe ich zwei Mitgründer gefunden, weil mir auch klar war,
Speaker0: mit meinen technischen Fähigkeiten werde ich jetzt das nicht von zehn auf hundert Läden bringen können.
Speaker0: Man hat da ja auch eine sehr hohe Verantwortung, weil die Läden,
Speaker0: die machen ja ihre komplette finanzielle Abrechnung darüber und da waren dann
Speaker0: auf einmal schon ein paar tausend Kleidungsstücke irgendwie und ein paar hunderttausend
Speaker0: Euro Umsatz dann auf einmal,
Speaker0: in meiner Airtable drin. Und ich war so,
Speaker0: ich mache das alles irgendwie zum ersten Mal und dieses No-Code-Setup war auch
Speaker0: nicht perfekt dafür, um Sachen gut testen zu können.
Speaker0: Man hat da jetzt nicht so ein Staging- und Live-Umfeld oder sowas.
Speaker0: Also teilweise musste ich dann so Sachen in der Live-Datenbank rumschieben.
Speaker0: Das war ein bisschen stressig.
Speaker0: Und dann habe ich halt zwei Mitgründer gefunden, Max und Jonas,
Speaker0: mit denen die Zusammenarbeit auch super gut geklappt hat und ich habe dann aber
Speaker0: nach einer gewissen Zeit gemerkt, dass...
Speaker1: Das ist aber ein anderer Jonas als den Jonas, den du vorher...
Speaker0: Ja, Hashtag Diversity, also schon mit zwei Jonassen gegründet, ja.
Speaker0: Und dann...
Speaker0: Dann habe ich mit denen zusammengearbeitet und das lief auch gut.
Speaker0: Ich habe aber für mich gemerkt, dass mir dann irgendwie was gefehlt hat,
Speaker0: weil ich thematisch fand das cool, weil es diese Impact-Perspektive hatte.
Speaker0: Mittlerweile sind da auch irgendwie über mehrere Millionen Kleidungsstücke irgendwie
Speaker0: schon drüber abgewickelt worden, was dann aus einer Impact-Perspektive cool ist.
Speaker0: Aber ich habe gemerkt, dass dieses Thema Secondhand-Kleidung,
Speaker0: also vielleicht sieht man es hier auch meinem Kleidungsstil an,
Speaker0: ich bin nicht so der modebewusste Mensch und das interessiert mich gar nicht so sehr.
Speaker0: Und auch die Menschen, die einen Secondhand-Laden betreiben,
Speaker0: die interessieren sich auch nicht so sehr für Technik, sondern die interessieren
Speaker0: sich eigentlich auch viel mehr für Mode.
Speaker0: Und das merkt man dann, wenn du dann irgendwie fünf Demo-Calls am Tag hast und
Speaker0: du sprichst fünfmal am Tag mit einer Person, die eigentlich so ein bisschen
Speaker0: andere Wellenlänge hat als du.
Speaker0: Das zieht dann irgendwie mehr Energie.
Speaker0: Und das finde ich halt zum Beispiel heute voll angenehm, dass die Leute,
Speaker0: mit denen ich jetzt spreche, alle sehr technikbegeistert sind irgendwie und
Speaker0: man da nochmal mehr auf derselben Wellenlänge spricht.
Speaker0: Cool. Ja, aber Max und Jonas machen das weiterhin jetzt zu zweit und wachsen
Speaker0: da weiterhin, sind aus allen möglichen Ländern der Welt. Wirklich?
Speaker0: Ja, Secondhand-Laden, die das benutzen. Die finden das halt einfach online und
Speaker0: dann gibt es da irgendwie in Neuseeland Leute, die das benutzen, in Brasilien, Mexiko.
Speaker0: USA ist der größte Markt jetzt mittlerweile.
Speaker1: Könnt ihr dann auch empfehlen, wo es die besten Thrift-Shops gibt und so auf
Speaker1: der Welt? Habt ihr sozusagen jetzt offline nach dem Podcast und so?
Speaker1: Kannst du mir ein paar Tipps geben?
Speaker0: Ja, für Berlin auf jeden Fall.
Speaker1: Ja? Okay, sehr gut. Cool, aber genau, also total beeindruckend.
Speaker1: So, das war Lennarts Gründerstory von der Lagerhalle und dem Van als Schüler
Speaker1: bis zum Warenwirtschaftssystem, das heute weltweit in Secondhand-Läden läuft.
Speaker1: Wenn du selber gerade gründest oder eine Idee im Kumpf hast,
Speaker1: nimm dir da was davon mit und bis zur nächsten Folge. Macht's gut!