EZ 114: 18 Monate Bauzeit vs. 15 Jahre Netzausbau: Scheitert der KI-Boom am Stromnetz?
Shownotes
In dieser Episode der Energiezone sprechen wir mit Jannis Lange, dem Global Lead Data Center Solutions bei E.ON Infrastructure Solutions. In diesem Gespräch geht es um die komplexe Beziehung zwischen Rechenzentren, Energieerzeugung und der strategischen Infrastruktur in Deutschland. Während die Diskussion um Künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste zurzeit boomt, beleuchten wir die enormen Energiebedarfe, die mit diesen Technologien verbunden sind, und die Herausforderungen, die der langsame Netzausbau mit sich bringt.
Jannis erklärt, wie es zu einem signifikanten zeitlichen Ungleichgewicht zwischen dem Bau von Rechenzentren und dem Ausbau der notwendigen Infrastruktur kommt. Während neue Rechenzentren in 18 bis 24 Monaten entstehen, benötigen die erforderlichen Netzausbaumaßnahmen oft bis zu 15 Jahre. Diese Diskrepanz führt zu entscheidenden Fragen darüber, wie Deutschland seine digitale und energiepolitische Zukunft gestalten kann.
In unserem Gespräch bietet Jannis eine interessante Perspektive, warum der Ansatz der Onsite-Gaskraftwerke, wie ihn viele US-amerikanische Betreiber verfolgen, nicht ohne Weiteres auf Europa übertragbar ist. Zudem sorgt Jannis’ Vergleich von Rechenzentren mit "intelligenten Toastbroten", die große Mengen Abwärme erzeugen, für einige spannende Aha-Momente. Wiederholt betont er die Notwendigkeit, diese Abwärme sinnvoll zu nutzen und erklärt, warum es nicht so einfach ist, integrierte Wärmenetze zu schaffen, wenn die Abwärme-Temperaturen in Rechenzentren relativ niedrig sind.
Ein weiteres zentraler Punkt der Diskussion ist die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Rechenzentren und Energieversorgern. Jannis beleuchtet die Herausforderungen, die aus unterschiedlichen Interessen und regulatorischen Vorgaben entstehen, und fordert mehr Transparenz und den Willen zum Teamplay in der Branche. Angesichts der Herausforderungen, die mit dem Ausbau von Rechenzentren und der Übergabe von Abwärme entstehen, erkennen wir die Wichtigkeit des integrativen Denkens, um digitale Infrastrukturen nachhaltig zu gestalten.
Zum Abschluss des Gesprächs unterstreicht Jannis die Dringlichkeit, lokale Energieerzeugung und Abwärmenutzung als essentielle Bestandteile der zukünftigen Strategie betrachtet werden müssen und gibt Einblicke, wie sich E.ON auf die schnellen Veränderungen und die Ansprüche in der Branche einstellt. Seine pragmatische Herangehensweise zeigt, wie wichtig es ist, im digitalen Zeitalter effizient und flexibel zu agieren.
Diese Episode ist eine Einladung an die Branche, aktiver über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken und sich an der Weiterentwicklung von Rechenzentren zur Optimierung des Energieverbrauchs und der Ressourcennutzung zu beteiligen.
Webseite: http://www.energiezone.org Community: https://forum.energiezone.org Feedback: team@energiezone.org Alexander Graf: https://www.linkedin.com/in/alexandergraf Ilan Momber: https://www.linkedin.com/in/imomber/
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Speaker0: Moin zusammen und herzlich willkommen zurück, muss man ja fast sagen, in der Energiezone.
Speaker0: Und ja, ich nehme jetzt hier auch aus meinem improvisierten Küchenstudio in
Speaker0: Berlin wieder auf, denn ich bin zurück in Berlin.
Speaker0: Ich bin zurück von meiner langen Asien-Tour, habe es geschafft.
Speaker0: Und für all die, die es nicht wissen, ich bin Ilan, Dr.
Speaker0: Ilan Mumba und heute wird es in der Energiezone etwas laut, heiß und extrem rechenintensiv.
Speaker0: Denn wir kümmern uns um Rechenzentren. Genau,
Speaker0: alle reden ja aktuell über KI und LLMs und Gen-AI,
Speaker0: aber Cloud-Dienste und das abendliche Netflix-Binge-Watching gehören auch dazu,
Speaker0: denn die laufen ja bekanntlich nicht mit nur Luft und Liebe,
Speaker0: sondern mit unter anderem massiv viel Strom.
Speaker0: Und genau da haben wir in Deutschland vielleicht ein echtes Timing-Problem.
Speaker0: Denn so ein großes Rechenzentrum steht ja in 18 bis 24 Monaten.
Speaker0: Der zügerige Netzausbau allerdings dauert gerne mal, ja, keine Ahnung,
Speaker0: 5 Jahre, 10 Jahre, 15 Jahre.
Speaker0: Und die Frage ist natürlich, wie lösen wir das? Und darüber und über viele andere
Speaker0: Dinge spreche ich in dieser Folge mit Jannis Lange.
Speaker0: Wir haben uns schon Mitte Februar auf der eWorld in Essen getroffen.
Speaker0: An einem der größten Stände überhaupt, die es da gibt und in einem ziemlich
Speaker0: schicken Podcast-Studio von E.ON. Ja und Janis ist,
Speaker0: Global Lead Data Center Solutions bei E.ON, genauer gesagt bei E.ON Infrastructure
Speaker0: Solutions oder kurz E.I.S. Eis.
Speaker0: Auf LinkedIn nennt er sich selbst den Playmaker in Data Center und Energy Solutions.
Speaker0: Und das Spannende, naja, Janis ist kein, ich sag mal, klassischer Kabel- und
Speaker0: Kupferingenieur, sondern hat so einen Management-Hintergrund.
Speaker0: Er denkt nicht nur in Server Racks und Schaltplänen, sondern auch vor allem in Business Cases,
Speaker0: in Strategie und in Skalierbarkeit und deswegen passt das so gut in die Energiezone auch als Topic.
Speaker0: Er befasst sich mit so Infrastrukturprojekten im hohen neunstelligen Bereich quer durch Europa,
Speaker0: und verbindet so die Hyperscaler, die Rechenzentrumbetreiber,
Speaker0: Kommunen und das gute alte Stromnetz, wo es ja bei uns immer wieder darum geht.
Speaker0: Und ja, was ist noch so Thema?
Speaker0: Wir haben vor allem besprochen, warum dieses US-Modell mit 55 Gigawatt On-Site-Gaskraftwerken
Speaker0: für Europa jetzt wahrscheinlich nicht so eine richtige Lösung ist und warum
Speaker0: ein Rechenzentrum im Grunde auch nur, was ich ganz cool fand,
Speaker0: als Begriff intelligente Toastbrote sind,
Speaker0: also die massiv Abwärme produzieren. Ja.
Speaker0: Warum man jetzt die Physik, Stichwort 25 Grad Abwärme im Winter,
Speaker0: eben doch nicht so leicht überlisten kann.
Speaker0: Bevor wir rein starten, hier noch ein ganz kurzer offizieller Aufruf,
Speaker0: quasi ein Shoutout an die Branche.
Speaker0: Janis und ich haben uns am Ende der Folge beschlossen, dass wir gleich Teil
Speaker0: 2 dieses Gesprächs aufnehmen wollen. Und das wollen wir direkt an der Quelle aufnehmen.
Speaker0: Also wer von euch Betreibern, Hyperscalern oder Co-Location-Providern hat Bock,
Speaker0: Mut, Platz und kühle Luft?
Speaker0: Wer lädt uns ein ins Rechenzentrum, ins Data Center, um direkt vor Ort zwischen
Speaker0: den Server Racks und über Netzflexibilität und Business Cases zu diskutieren?
Speaker0: Schreibt mir gern auf LinkedIn.
Speaker0: Wir bringen auf jeden Fall die ganze Technik mit und die Mikros und so weiter.
Speaker0: Aber jetzt erstmal ganz viel Spaß bei dem Gespräch mit Jannis Lange in der Energiezone
Speaker0: von E.ON Infrastructure Solutions.
Speaker0: Auf geht's, ab geht's, let's roll.
Speaker0: Moin, Jannes. Herzlich willkommen in der Energiezone.
Speaker1: Hallo, auch von meiner Seite.
Speaker0: Hier auf der E-World. 2026 an einem der größten Stände, die es so gibt.
Speaker0: Der erste große Stand, den man sieht, wenn man hier in die Haupthalle reinkommt.
Speaker0: Und in einem total fancy Podcast-Studio. Ich bin ganz hin und weg von der Technik.
Speaker0: Wir haben ja so normalerweise nur unsere Ansteck-Mikros und ich nehme mit dem iPhone auf.
Speaker0: Von daher ist es cool, dass Jörn jetzt auch hier so Richtung Podcast geht und
Speaker0: dass wir die Technik mitnutzen können. Schön, hier zu sein. Wie geht's dir?
Speaker1: Mir geht's gut. Es war gestern schon ein sehr intensiver Tag hier auf der Messe.
Speaker1: Wir hatten noch ein Side-Event, Wärmekonferenz, wo es viel um Abwärmenutzung
Speaker1: auch aus Rechenzentren ging, aber generell um Wärmewende und ähnliche Themen.
Speaker1: Das heißt, gestern war es viel Hoppen zwischen E.ON Zentrale,
Speaker1: die auf der anderen Straßenseite ist, und E-World hier drüben.
Speaker1: Heute ist es nur E-World pur. Und ja, es ist intensiv, aber es macht Spaß.
Speaker1: Es sind super viele bekannte Gesichter hier.
Speaker0: Du hast auf jeden Fall noch eine ziemlich gute Stimme. Meistens ist es ja so,
Speaker0: man brüllt sich hier die ganze Zeit an bei diesen ganzen Hintergrundgeräuschen und so.
Speaker0: Genau, heute geht es in der Energiezone darum, wo viel Strom verbraucht werden wird.
Speaker0: Also wir gucken nicht so sehr auf die Erzeugerseite, Wind und PV,
Speaker0: sondern auf Abnehmerseite.
Speaker0: Und ja, alle reden irgendwie über KI.
Speaker0: Und ohne Energie läuft keine KI, kein Netflix und auch nicht dieser Podcast.
Speaker0: Du bist Jannis Lange von E.ON. Kannst du dich nochmal einmal kurz vorstellen,
Speaker0: was du so machst, wer du so bist, dein Hintergrund?
Speaker1: Ja, gerne. Hintergrund, da wird es spannend. Also Jannis Lange,
Speaker1: ich bin seit rund neun Jahren im E.ON-Konzern unterwegs, lange Zeit beim Netzbetreiber
Speaker1: in verschiedenen Rollen gewesen und jetzt seit Mitte letzten Jahres bei der
Speaker1: E.ON Energy Infrastructure Solutions.
Speaker1: Ian hat ja drei Seilen des Geschäfts. Erste Säule ist Energy Networks,
Speaker1: also wir sind Europas größter Strom- und Gasnetzbetreiber.
Speaker1: Zweite Säule ist Energy Retail, also das klassische Commodity-Geschäft,
Speaker1: wo wir 50 Millionen Kundinnen und Kunden in Europa mit Commodities versorgen, also Strom und Gas.
Speaker1: Und die dritte Säule ist Energy Infrastructure Solutions. Haben wir vor,
Speaker1: ich glaube, zweieinhalb Jahren verkündet, dass wir es auch in den Finance Reports
Speaker1: und so weiter berichten.
Speaker1: Und wir haben da so eine Bündelung aus den Themen District Heating, also Fernwärmenetze,
Speaker1: Quartierslösungen einerseits, aber auch Batteries und Windpark,
Speaker1: PV-Themen, Renewables sozusagen und eben Industrielösungen für kleine und mittlere
Speaker1: Industrie, aber eben auch für große Industrie.
Speaker1: Und ich bin verantwortlich für das Segment Rechenzentren bei ICE in der Zentralorganisation.
Speaker1: Wir sind aktiv in 14 Ländern mit, ich glaube, 26 Business Units aktuell.
Speaker1: Das ändert sich manchmal bei so einem großen Konzern wie uns.
Speaker1: Und meine Aufgabe ist, dass das Großkundenmanagement, also Large Account Management,
Speaker1: Stück weit Strategie und Business Development in diesem Segment,
Speaker1: auf das wir uns sehr stark fokussieren aktuell.
Speaker1: Ich habe es schon gesagt, sehr energieintensiv, sehr stark auch am Wachsen,
Speaker1: was für uns besonders spannend ist.
Speaker1: Und ja, ich versuche unsere ganzen Business-Units, die natürlich das Fachwissen
Speaker1: haben, die ganzen Expertinnen und Experten in die Möglichkeit zu bringen,
Speaker1: tolle Projekte mit unseren Kunden zu entwickeln und digitales Wachstum zu ermöglichen.
Speaker0: Ja, also auf jeden Fall die neuen coolen Themen, oder?
Speaker0: An denen ihr da arbeitet, wenn ich mir so die Organisation anschaue.
Speaker0: Mega spannend. Ich habe mir deinen Lebenslauf angesehen.
Speaker0: Auf LinkedIn steht auf deiner Seite Playmaker.
Speaker0: Du hast, wenn ich es richtig sehe, nicht so einen Ingenieurshintergrund,
Speaker0: sondern eher so HR-Strategie.
Speaker0: Und, genau, es ist so vielleicht auch ein bisschen deine Secret Source,
Speaker0: dass du nicht nur in Kupfer denkst, wie wir Ingenieure, sondern auch ein bisschen
Speaker0: in Business Cases und den Zahlen dahinter, oder?
Speaker1: Ja, das kann sein. Also die Wahrheit ist, manchmal frage ich mich auch,
Speaker1: wie ich eigentlich hier gelandet bin.
Speaker1: Ich habe mal Sportmanagement im Bachelor studiert und dann Personalmanagement
Speaker1: in Organisation im Master.
Speaker1: Das heißt, ich habe keinen Ingenieurshintergrund. Ich würde sagen,
Speaker1: mit der Zeit eignet man sich ein gewisses technisches Grundverständnis an.
Speaker1: Aber meine Stärke ist nicht, die technische Lösung zu entwickeln.
Speaker1: Ich bin ganz gut darin, den Überblick zu behalten und die Leute gut in der Möglichkeit
Speaker1: zu bringen, miteinander zu arbeiten.
Speaker1: Und das ist das, worauf ich mich konzentriere und die tollen Lösungen,
Speaker1: die tollen Projekte und dass wir überhaupt was haben, was wir mit unseren Kunden
Speaker1: geben können, das machen die ganzen tollen Kolleginnen und Kollegen der ganzen
Speaker1: Business-Universität.
Speaker0: Wie groß ist E.ON insgesamt? Wie groß ist sozusagen euer Bereich versus die anderen?
Speaker1: E.ON insgesamt hat nicht ganz 80.000 Mitarbeiter weltweit oder primär in Europa.
Speaker1: Ich glaube 76.000, 77.000 sind es aktuell und im Im Eisbereich sind wir,
Speaker1: glaube ich, 8.000 insgesamt.
Speaker1: Und ja, da in wirklich sehr, sehr unterschiedlichen Fachbereichen.
Speaker1: Also wir haben die Regionalversorger in Deutschland beispielsweise,
Speaker1: haben meistens Lösungstöchter, die sich hauptsächlich über Fernwärmelösungen beschäftigen.
Speaker1: Wir haben mit der E.ON Energy Projects eine Gesellschaft, die sehr stark ist
Speaker1: in diesen Kraftwerkslösungen für Chemie, Papier in der Vergangenheit,
Speaker1: jetzt auch Rechenzentren teilweise.
Speaker1: Wir haben starke Unions wie Chromatic oder Eon Control Solutions,
Speaker1: die ergänzende Services anbieten,
Speaker1: wie Building Management Systeme oder Planung und Betrieb von UPS-Systemen,
Speaker1: kritischer Infrastruktur und natürlich, was ganz wichtig ist, ist,
Speaker1: Wir denken das nicht in einem Silo, nur Eis, sondern wir sehen schon,
Speaker0: Die Kundinnen und Kunden wollen uns als E.ON.
Speaker1: Wahrnehmen, als gesamten ganzheitlichen Energieversorger. Und das ist mir auch
Speaker1: wichtig, genau dieses Zusammenspiel da in den Vordergrund zu stellen.
Speaker0: Du sagst immer Eis. Ja, I.I.S. I.I.S., genau. Nee, weil jetzt sozusagen Super
Speaker0: Bowl und Bad Bunny, da muss man natürlich gucken.
Speaker1: Der Unterschied ist, dass das Eis mit E vorne hoffentlich positiv konnotiert ist.
Speaker0: Absolut, absolut. Ich wollte es nur einmal gesagt haben. so ich, genau.
Speaker1: Steht für Energy Infrastructure Solutions und das ist einfach ein bisschen sehr
Speaker1: unhandlich und lang, wenn wir ehrlich sind.
Speaker0: Absolut. Nutze es, wir müssen es nur einmal definiert haben für alle.
Speaker0: Und genau, war halt jetzt einfach Superbowl Halftime Show von Bad Bunny und,
Speaker0: auch Grammy Awards oder so, da hat er glaube ich auch über sozusagen No Ice
Speaker0: oder Ice Out oder so geredet, das ist ein anderes Eis, ihr seid das gute Eis.
Speaker0: Genau, Deutschland im so Digitalwettbewerb.
Speaker0: Du hast ja, wenn ich es richtig gesehen habe, auf LinkedIn auch kürzlich auf
Speaker0: diesem Tech-Forum in München eine Keynote gehalten und da war deine These so ein bisschen,
Speaker0: Deutschland kann seine führende Rolle nur behalten, wenn Netz,
Speaker0: Kommune und Rechenzentren zusammenarbeiten.
Speaker0: Und so Hand aufs Herz, ist das eher ein frommer Wunsch, den wir hier haben oder ist das,
Speaker0: Nahe an der Realität, wie blickst du darauf? Oder was war deine Keynote da?
Speaker1: Ja, also tatsächlich war das der Fokus und mein Plädoyer. Ich würde nicht sagen,
Speaker1: dass wir da schon in Gänze sind, sondern natürlich haben wir häufig eine Situation,
Speaker1: wo einerseits wir ein digitales Wachstum wollen in Deutschland.
Speaker1: Also gerade wird eine Rechenzentrumstrategie ausgearbeitet, auch auf europäischer Ebene.
Speaker1: Da wollen wir eine Verdreifachung der Rechenzentrumskapazitäten in den nächsten
Speaker1: vier bis sechs Jahren. Und dann möchte die EU das.
Speaker1: Auf der anderen Seite führen wir oft Diskussionen über Not in my Backyard.
Speaker1: Also gerne können wir alles machen, aber bitte nicht hier.
Speaker0: Ja, Nimbis.
Speaker1: Genau, das ist natürlich ein Konflikt. Das andere ist, muss ich auch sagen,
Speaker1: tendenziell guckt erstmal jeder auf seine Befindlichkeiten.
Speaker1: Und ich glaube nicht, dass wir so erfolgreich sein können, sondern wir müssen
Speaker1: integriert denken, gemeinsam.
Speaker1: Das heißt, insbesondere dieses Zusammenspiel zwischen Rechenzentrum,
Speaker1: Karmune und Energieversorger ist wichtig. Rechen mit klaren Rollen aufteilen.
Speaker1: Und das wurde in der Vergangenheit teilweise auch vermischt,
Speaker1: auch durch Regulatorik vielleicht bewusst vermischt oder Angereiztes zu vermischen. Das hilft aber keinem.
Speaker1: Was meine ich damit? Also wir haben ja im Energieeffizienzgesetz,
Speaker1: im Moment das Thema Energy Reuse Faktor nennt sich das.
Speaker1: Das heißt, ein Teil der eingesetzten Energie in Rechenzentren und neuen Rechenzentren
Speaker1: muss für Abwärmenutzung verfügbar gemacht werden.
Speaker1: Das Ziel an sich, mega richtig, absolut.
Speaker1: Ich meine, da sind enorme Mengen Energie, die eingesetzt werden.
Speaker1: Und die Wahrheit ist ja, dass von der Energie, die in die Chips geht,
Speaker1: fast 100 Prozent hinten als Wärme wieder rauskommt.
Speaker1: Also ich sage immer, das sind intelligente Toaster am Ende.
Speaker1: Und die müssen wir natürlich nutzbar machen. Aber die Wahrheit ist auch,
Speaker1: ein Rechenzentrum, School Treiber ist erstmal verantwortlich dafür,
Speaker1: ein Rechenzentrum als kritische Infrastruktur zu betreiben, zu entwickeln.
Speaker1: Und das ist ein Geschäftsmodell.
Speaker1: Und im Energieeffizienzgesetz gibt es diese harten Vorgaben zu Prozentsätzen,
Speaker1: wie viel Energie verfügbar gemacht werden sollen.
Speaker1: Und das kann der Rechensendungsbetreiber gar nicht aktiv beeinflussen.
Speaker1: Man kann über Standortwahlen ein Stück weit sprechen, aber bei den Großentwicklungen,
Speaker1: die wir haben, ist der Einfluss begrenzt.
Speaker1: Und dafür braucht es natürlich einerseits Energieversorger, die die Kompetenz
Speaker1: haben, Wärmenetze zu entwickeln, auch die richtige Technologie zu wählen,
Speaker1: weil nicht jede Technologie und jedes Wärmenetz passt zu dem Abwärmeniveau,
Speaker1: was wir in Rechenzentren haben.
Speaker1: Oder es ist nicht so einfach damit, das zu verbinden.
Speaker1: Das heißt, dieses Know-how braucht es sowohl für Planung, Entwicklung,
Speaker1: als auch nachher für Bau und Betrieb.
Speaker1: Und es braucht aber auch die Kommune, die nicht nur Forderungen positioniert,
Speaker1: sondern sich auch als Verstärker, als Enabler sieht, einmal auf der Genehmigungsseite,
Speaker1: aber auch als Vermittler, welche Benefits sozusagen dieses Zusammenspiel bringt,
Speaker1: eine dekarbonisierte Wärmelösung bringen kann,
Speaker1: das Rechenzentrum an Mehrwert bringen kann.
Speaker1: Und da braucht es Ehrlichkeit, da braucht es klare Rollen, da braucht es vor
Speaker1: allem einen Unterhaken und ein Teamplay und kein Nebeneinander her und jeder
Speaker1: schiebt so ein bisschen Verantwortlichkeiten rum.
Speaker1: Das stoppt Projekte, das verhindert Projekte und das ist schade.
Speaker0: Und verlangsamt und es ist einfach auch ein Wettbewerb, der wichtig ist für
Speaker0: Deutschland und Europa, war das jetzt da nicht irgendwie zu sehr mit unseren,
Speaker0: bürokratischen Ansätzen auch irgendwie im Weg stehen. Wir hatten in der Energiezone
Speaker0: ja schon viele Gäste, die irgendwie über Netzausbau geklagt haben.
Speaker0: Ist das ein Thema? Also sozusagen ist das Rechenzentrum der Zukunft vielleicht
Speaker0: gar nicht unbedingt an den Umspannwerken, an den Knotenpunkten,
Speaker0: sondern irgendwo auf der grünen Wiese, wo der Wind weht?
Speaker0: Oder wie schaust du da drauf? Auf Sighting, auf Location?
Speaker1: Ja, also zu dieser Location-Diskussion muss man sagen, es gibt immer wieder
Speaker1: die Forderung, follow the power Ansatz nennen wir das. so Rechenzentren mögen
Speaker1: bitte dahin gehen, wo viel grüner Strom verfügbar ist oder wo viel Netzkapazität verfügbar ist.
Speaker0: Klingt irgendwie logisch so.
Speaker1: Klingt erstmal im ersten Moment logisch. Dann gibt es erstmal zwei Punkte.
Speaker1: Erstens, wir haben ja eben über das Thema Abwärmeauskopplung gesprochen.
Speaker1: Und jetzt bin ich mal ein bisschen böse, mache mich vielleicht unbeliebt,
Speaker1: aber in the middle of nowhere, in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern, da habe ich vielleicht
Speaker1: Stromkapazitäten, aber einen Wärmeabsatz oder eine Wärmesenke habe ich da vermutlich
Speaker1: eher nicht. Also da haben wir ja schon mal einen Konflikt.
Speaker0: Vielleicht irgendwie so eine Biogasanlage, die noch ein bisschen zusätzliche
Speaker0: Wärme braucht, um schneller zu fermentieren.
Speaker1: Das Zweite ist, man muss auch daran denken, was ist das Geschäftsmodell und
Speaker1: was ist wichtig für ein Rechenzentrum.
Speaker1: Wir haben sehr, sehr viele Themen, insbesondere wenn wir im Cloud-Bereich sind.
Speaker1: Die sind extrem latenzsensitiv.
Speaker1: Das heißt, diese Verzögerung zwischen Rechenzentrum und Internetknoten,
Speaker1: der Konnektionspunkt sozusagen.
Speaker1: In Deutschland ist das der größte der DKICs in Frankfurt.
Speaker1: Das ist auch der, je nach KPI, der weltweit größte Internetknoten.
Speaker1: Das muss man sich bewusst machen.
Speaker1: Das weiß fast keiner, was Datendurchsatz angeht, ist der DKICs der größte tatsächlich.
Speaker1: Und dieser Abstand zum Datekix bestimmt die Latenz.
Speaker1: Das heißt, je weiter ich weggehe von Frankfurt, von diesem Hotspot,
Speaker1: desto größer wird die Latenz und in vielen Anwendungsbereichen ist das absolut
Speaker1: kritisch. Das ist ein Punkt.
Speaker1: Der zweite Punkt, es gibt das Thema sogenannte Data Gravity.
Speaker1: Das heißt, da wo schon viele Rechenzentren und Daten sind, wollen noch mehr hin.
Speaker1: Warum ist das so? Ein Großteil der digitalen Interaktionen findet gar nicht
Speaker1: mehr zwischen dir und YouTube oder Spotify statt,
Speaker1: sondern ein Großteil findet statt zwischen unterschiedlichen Applikationen auf
Speaker1: Servern, die miteinander sprechen, um das vielleicht zu verbildlichen.
Speaker0: Ist es diese Content-Delivery-Networks, dass man sozusagen lokal dann schon
Speaker0: vorgespeichert hat, weil die wissen, was ich im Nächsten...
Speaker1: Ich meine eher sowas wie, es klingt jetzt erstmal vermeintlich leicht,
Speaker1: aber wenn du eine Amazon-Bestellung ausfühst, jetzt machen wir hier jede Menge unbezahlte Werbung.
Speaker0: Du meinst eine Dussmann-Kulturhaus-Dussmann-Bücherbestellung?
Speaker1: Zum Beispiel. Dann gibt es eine Interaktion zwischen dir und Dussmann-whatever.
Speaker1: Und dann gibt es 37 Interaktionen zwischen dem System von Dussmann und allen
Speaker1: möglichen anderen, zwischen dem Zahlungsdienstleister, zwischen dem Logistikunternehmen,
Speaker1: zwischen der Buchhaltungssoftware, vielleicht eine Nachbestellung des Produkts,
Speaker1: damit das Lager wieder aufgefüllt wird und so weiter und so fort.
Speaker1: Also super viele Interaktionen, die hinten dranhängen. Das ist jetzt ein sehr einfaches Beispiel.
Speaker1: Wenn wir in Automatisierungsthemen etc.
Speaker1: Sind, dann ist es noch viel, viel komplexer. Das heißt, diese Abhängigkeiten,
Speaker1: diese Interaktionen zwischen Daten ist halt sehr groß.
Speaker1: Und deswegen ballt es sich auch. Und das Letzte ist auch so ein Thema,
Speaker1: es gibt Anwendungen, die sind vielleicht weniger latenzsensibel.
Speaker1: Bei KI diskutieren wir da immer drüber. Da können wir gleich gerne auch noch
Speaker1: mal ein bisschen weiter drauf eingehen.
Speaker0: Also für dich ist Rechenzentrum auch weiter gefasst als jetzt nur für KI?
Speaker1: Genau, also die Wahrheit ist, in Deutschland redet jeder über KI.
Speaker1: Der größte Teil des Wachstums, den wir heute sehen, ist immer noch cloudgetrieben.
Speaker1: Also so viel ist da gar nicht KI.
Speaker1: Es gibt jetzt gerade diese Neuöffnung in München von Telekom und Nvidia.
Speaker1: Es gibt so Ambitionen in Lübbenau von der Schwarzgruppe. Es gibt auch mal andere,
Speaker1: die was tun. Aber der Großteil des Wachstums, der heute sich materialisiert
Speaker1: in Deutschland, ist Cloud-getreten immer noch.
Speaker1: Da wird der Bedarf auch noch weiter sehr, sehr stark wachsen.
Speaker0: Ich war auf einer Konferenz, sorry, dass ich unterbreche, war auf einer Konferenz
Speaker0: letztes Jahr, so vor acht Monaten oder so muss das gewesen sein.
Speaker0: Deep Tech Momentum oder so hieß das in Berlin. Da waren wir eingeladen und wir
Speaker0: wollten irgendwie pitchen für unser Startup und haben das dann genutzt.
Speaker0: Aber da gab es eine Keynote von Eric Schmidt, dem Ex-Google-CEO.
Speaker0: Und dann habe ich ihn nach der Keynote gefragt, sagt, muss die deutsche Industrie
Speaker0: jetzt Angst haben, dass sie, also gehen die Strompreise hoch und wir haben nicht
Speaker0: genügend Strom sozusagen für die deutsche Industrie.
Speaker0: Dann meint der, nee, nee, nee, die ganzen sozusagen für KI-Compute wird es gar
Speaker0: nicht so viel Wachstum in Zentraleuropa geben.
Speaker0: Das wird vielleicht in Irland sein oder in, also ich zitiere jetzt aus dem Kopf,
Speaker0: ganz schlecht zusammengefasst, aber so grob hat er das verstanden.
Speaker1: Ich glaube, das ist gar nicht in Gänze falsch, aber das heißt nicht,
Speaker1: dass wir nicht einen massiven Wachstumsbedarf in Europa haben.
Speaker1: Irland ist ein sehr, sehr verrücktes Beispiel, weil in Irland haben Rechenzentren
Speaker1: aktuell einen Anteil am Gesamtstrombedarf des Landes von ungefähr 26 Prozent.
Speaker0: Krass.
Speaker1: Das ist schon wirklich krass. In Deutschland reden wir offiziell über ungefähr
Speaker1: 4 Prozent, mit einer Wachstumsprognose auf ungefähr 6 Prozent.
Speaker1: Was wahr ist, ist, wir werden so diese Themen, und da müssen wir bei KI klar
Speaker1: differenzieren, Trainingsthemen.
Speaker1: Die werden wir in Europa nur sehr, sehr wenig bis gar nicht sehen.
Speaker1: Und in Deutschland bin ich da sehr, sehr skeptisch, muss ich gestehen.
Speaker0: Weil es so energieintensiv ist und so ein Location, egal ist, wo wir das machen.
Speaker1: Genau, einerseits, weil es, also erst einmal, weil es egal ist,
Speaker1: wo man es macht, per se, mal abgesehen von so Datensicherheitsthemen und so weiter.
Speaker1: Das zweite ist, die Energiepreise sind einfach sehr hoch in Deutschland.
Speaker1: Es macht mehr Sinn, wenn es ja Standort insensibel ist, dann da hinzugehen,
Speaker1: wo es günstiger ist, günstiger vom Strom, günstiger vielleicht auch von den
Speaker1: klimatischen Bedingungen, ein Rechenzentrum zu betreiben.
Speaker1: Das dritte ist, für die USA und auch für China, die reden nur weniger drüber,
Speaker1: ist das Race um KI sozusagen ein Thema der nationalen Sicherheit.
Speaker1: Also ich muss das wirklich vergleichen mit dem Wettkampf, wer zuerst einen Fuß
Speaker1: auf den Mond setzt, was wir in der Vergangenheit hatten. Genau so wichtig sehen
Speaker1: die USA und auch China dieses Rennen um KI und die Vorherrschaft darüber.
Speaker1: Wir werden in Europa damit nicht verteilen.
Speaker1: Das ist jetzt keine Frage. Was wir aber sehen werden, was KI angeht in Europa
Speaker1: und auf jeden Fall auch brauchen, ist das Thema Inferenzflächenzentren für KI.
Speaker1: Das heißt, da, wo tatsächlich Anwendung von KI auch läuft.
Speaker1: Und davon gibt es eben auch Teile, die nicht so latenzsensibel sind,
Speaker1: die möglicherweise nach Norwegen gehen.
Speaker1: Also Stargate Europe-Projekt in Norwegen gibt es ja beispielsweise.
Speaker1: Das sind von Frankfurt aus aber 40 Millisekunden Latenzverzögerung.
Speaker1: Oder es gibt aber auch, wenn wir im Corporate-Bereich sind, wenn wir vielleicht
Speaker1: kritische Anwendungen vollautomatisieren und intelligent machen über KI,
Speaker1: vielleicht irgendwann mal Netze steuern darüber oder ähnliches,
Speaker1: das ist hoch latenzsensibel und dann brauche ich diese Verbindung zu den Internetquoten
Speaker1: und auch die Nähe zu den Corporates, die das nutzen.
Speaker1: Die werden tatsächlich auch trotzdem hier entstehen. Wenn man sich anguckt,
Speaker1: wo wir stehen, beispielsweise Menge IT-Kapazität zu Bruttoinlandsprodukt und
Speaker1: das Vergleichen mit anderen Ländern oder anderen Regionen der Welt,
Speaker1: dann hat Europa noch einen großen Nachholbedarf.
Speaker1: Und das heißt, auch wenn viel von diesem KI-Wachstum aus meiner Sicht nicht
Speaker1: in Europa passieren wird, wird immer noch sehr viel Wachstum in Europa passieren.
Speaker1: Okay. Wenn man unnötig soll.
Speaker0: Got it. Gehen wir mal zum White Paper. Ich glaube, den Titel habe ich auch irgendwo
Speaker0: grob mitgeschnitten, aber ich war jetzt nicht auf eurem Event da gestern für den Verlusten.
Speaker0: Ich wurde nicht eingeladen, also hättet mich ein.
Speaker0: Nee, aber ich war auch busy genug hier mit anderen Dingen. Aber so,
Speaker0: ihr habt jetzt ein White Paper zum Thema On-Site Power Generation irgendwie
Speaker0: rausgebracht und es klingt für mich so ein bisschen so, als würdet ihr sagen,
Speaker0: öffentliche Netz reicht nicht, wir bauen unser eigenes für diese konkrete Applikation.
Speaker0: Oder was ist die Kernmessage?
Speaker0: Also baut ihr jetzt Gaskraftwerke nur für die...
Speaker1: Ja, also erstmal unser White Paper, Energy Playbook for Data Centers,
Speaker1: adressiert drei Themenbereiche.
Speaker1: Also einmal das Thema lokale Energieerzeugung, das zweite ist das Thema Abwärmenutzung,
Speaker1: weil es, wie gesagt, aus unserer Sicht auch sehr, sehr wichtig ist.
Speaker1: Und dritte Säule ist intelligentes, integriertes Energiemanagement.
Speaker1: Wir können solche Riesenlasten nicht in Häkchen dumm ins Netz integrieren,
Speaker1: sondern um Effizienzen zu heben, sowohl für die existierenden Energiesysteme
Speaker1: außerhalb des Rechenzentrums als auch innerhalb des Rechenzentrums auch mehr
Speaker1: ein integriertes und intelligentes Management.
Speaker1: Das Thema lokale Energieerzeugung, du hattest es schon gesagt,
Speaker1: so können die Rechenzentren dahin gehen, follow the power, wo wir ganz viele
Speaker1: Kapazitäten und Windstrom haben und so weiter.
Speaker1: Da muss man ja einerseits nochmal kurz klarstellen, dass Rechenzentren kritische
Speaker1: Infrastruktur sind, die laufen 8.760 Stunden im Jahr.
Speaker1: Selbst die Katzen-Videos werden wir nicht irgendwie ausschalten wollen,
Speaker1: weil gerade der Strom, der Wind nicht weht oder die Sonne nicht schaltet.
Speaker1: Also wir müssen sie schon 24-7 versorgen.
Speaker1: So, und dann haben wir diese Hotspot-Systematik. Und da muss man einfach gucken,
Speaker1: in welcher Größenordnung entstehen gerade Rechenzentren.
Speaker1: Wenn wir uns die Announcements angucken, dann starten die, sagen wir mal,
Speaker1: so bei 50 MW im Frankfurter Raum und gehen hoch zu das größte Projekt,
Speaker1: was in Deutschland offiziell announced ist.
Speaker1: Das ist von Entity Global Data in Nierstein. Grüße an Günther Eggers.
Speaker1: Die planen dort ein Rechenzentrum mit 500 MW IT.
Speaker0: 500 MW mal 8.760.
Speaker1: Ja, können wir gleich gerne drauf eingehen. Plus Nebensysteme,
Speaker1: bist du bei 700 MW in Summe. Und wenn wir das vergleichen, dann ist das einfach eine Großstadt.
Speaker1: Dieses eine Projekt, dass es mehr als Hannover an Strombedarf hat.
Speaker1: Das heißt, davon entstehen ganz viele in einem relativ überschaubaren Radius um Frankfurt.
Speaker1: Kein Stromnetz dieser Welt hätte dieses Wachstum verwendet.
Speaker1: Vorhalten können, also diese Kapazität vorhalten können. Dann hätten wir ein
Speaker1: super ineffizientes Energienetz gehabt vorher und das Wachstum entsteht jetzt binnen weniger Jahre.
Speaker1: Natürlich werden die Netze ausgebaut, wir können uns Netzentwicklungspläne angucken etc. pp.
Speaker1: Aber das sind massive Infrastrukturmaßnahmen, da müssen Hochspannungsleitungen
Speaker1: neu gebaut werden, da müssen neue Umspannwerkstandorte auch mit der Höchstspannung
Speaker1: aufgebaut werden etc. pp.
Speaker1: Die Wahrheit ist, das dauert 10 Jahre, 12 Jahre, 15 Jahre und ein Rechenzentrum
Speaker1: im Bau entsteht in 18 bis 24 Monaten.
Speaker1: Wir haben einfach einen riesen Konflikt, was die Timelines angeht und kein Rechenzentrumsbetreiber
Speaker1: plant überhaupt eine solche Zeit.
Speaker0: Die Lab fangen an zu lachen, 15 Jahre.
Speaker1: Genau, das heißt, wir müssen uns dieses Thema anschauen, müssen gucken,
Speaker1: wie können wir Lösungen dafür bieten.
Speaker1: Und aus unserer Sicht ist schon eine Lösung, Kapazität auch dahin zu bringen, wo sie benötigt wird.
Speaker1: Insbesondere, weil wir halt da Benutzer haben, die große Baseload bringen,
Speaker1: also konstanten Energiebedarf.
Speaker1: Und das ist auch nicht neu, wenn wir in die Chemieindustrie gucken,
Speaker1: in die Papierindustrie und Co., dann ist das Thema Bring Your Own Power mehr
Speaker1: oder weniger übliches Thema. Das wird seit Dekaden gemacht am Ende.
Speaker1: Vielleicht kommt es ein Teil noch ein bisschen aus einer anderen Richtung.
Speaker1: Da ging es ursprünglich mal viel um Prozesswärme, die halt nötig war und als
Speaker1: Nebenprodukt haben wir Strom genommen.
Speaker1: Eine Sache war auch vom Business Case schön. Hier ist die Wirkrichtung anders,
Speaker1: aber wir brauchen das aus meiner Sicht.
Speaker1: So, machen wir das mit Erdgas? Die weite ist ja.
Speaker1: Im Endeffekt, also machen wir...
Speaker0: Das ist das Einzige, was so schnell gebaut werden kann, oder?
Speaker1: Das ist die Wahrheit. Also wir können über Renewables sprechen,
Speaker1: wir können über Batteries sprechen und so weiter und so fort.
Speaker1: Diese Anforderung an 8.760 Stunden erfüllt das nicht.
Speaker1: Wir brauchen also eine Last, die wir schnell dort integrieren können.
Speaker1: Wir haben eine Infrastruktur, die diesen Energiebedarf decken kann.
Speaker1: Das ist das Gastransportnetz.
Speaker1: Was aber gleichzeitig auch schon einen klaren Plan hat, in Teilen zu einem Wasserstoff-Backbone
Speaker1: umgewidmet zu werden, was am wahrscheinlichsten auch mal insgesamt umgestellt
Speaker1: werden kann auf Wasserstoff.
Speaker1: Das heißt, es gibt einen relativ klaren Versorgungsplan.
Speaker1: Wir haben eine Infrastruktur, um diese Energieaufgabe zu bewältigen.
Speaker1: Wir sind aber auch überzeugt, wir müssen das effizient machen.
Speaker1: Wir müssen es anders machen, als es zum Beispiel in den USA erfolgt.
Speaker1: Es gibt gerade eine Studie, die sagt, in den USA entstehen gerade 55,
Speaker1: Gigawatt On-Site-Generation-Projekte im Kontext von Rechenzentren.
Speaker0: Warte mal, aber das kann ja nicht alles mit Gas, also so viel Gas zu biegen
Speaker0: können gar nicht sozusagen gebaut werden in der Größenordnung.
Speaker1: Da sprichst du ein sensibles Thema an, so Lieferketten, das ist schon auch ein Thema.
Speaker0: Sorry, das wollte ich jetzt gar nicht, aber 45 Gigawatt ist ja riesig.
Speaker1: Das ist die Peak-Load von UK mehr oder weniger. Also ja.
Speaker1: Vieles mit Gas, teilweise alte Kernkraftwerke, die reaktiviert werden.
Speaker1: Microsoft hat da so ein Thema.
Speaker1: Teilweise andere Konzepte.
Speaker0: Wie heißt das? Three Mile Point?
Speaker1: Ja, ja, ja. Ich kann es mir auch immer nicht mehr rum. Das heißt,
Speaker1: da passiert es ganz viel, aber da passieren auch viele so Themen,
Speaker1: so Open Cycle Gasturbine, 35% elektrischer Wirkungsgrad, gib ihm.
Speaker0: Ja.
Speaker1: Das ist aus unserer Sicht nicht der Ansatz, sondern wenn wir das tun mit Erdgas,
Speaker1: weil wir glauben, digitale Infrastrukturen sind nötig, digitale Zukunft ist
Speaker1: nötig, dann wollen wir das so effizient wie möglich machen.
Speaker1: Das heißt, wir setzen auf Konzepte, in denen wir möglichst hohe elektrische
Speaker1: Wirkungsgrade generell erzielen.
Speaker1: Wir setzen auf Konzepte, in denen wir die Wärme aus dem Stromgestehungsprozess
Speaker1: einer Nutzung zuführen.
Speaker1: Entweder durch Umwandlung in Kälte über Absorptionskältemaschinen.
Speaker1: Das klingt für mich als nicht Ingenieur immer noch ein bisschen verrückt,
Speaker1: dass man Wärme in Kälte umwandeln kann.
Speaker1: Da wollen wir uns jetzt auch nicht drin vertiefen, weil das erkläre ich auch schon falsch.
Speaker1: Genau, Absorptionskältemaschinen. Aber es ist ein tolles Konzept,
Speaker1: weil Rechenzentren brauchen eben sehr viel Kühlbedarf.
Speaker1: Das heißt, wir senken den Gesamtstrombedarf dadurch.
Speaker1: Wir reduzieren den sogenannten Power Utilization Efficiency Faktor, den PUE.
Speaker1: Und reduzieren den Bedarf an Energie für Nebensysteme. Das ist ein schönes Konzept.
Speaker1: Oder wir nutzen die KWK-Wärme aus der Stromgestellung direkt für andere Dinge,
Speaker1: Fernwärmenetze für Prozesswärme oder eine Nachverstromung über ORC,
Speaker1: Organic Crank & Cycle Anlagen.
Speaker1: Aber uns geht es darum, hohe Wirkungsgrade zu erzielen und dann noch die Abwärme
Speaker1: nutzbar zu machen, also die niedrig temperierte und vermeidbare Abwärme nutzbar
Speaker1: zu machen für Wärmeversorgung von Gebäuden. Ja.
Speaker0: Wärmeversorgung von Gebäuden und Abwärmenutzung. Es gibt doch,
Speaker0: so das Thema Abwärmen benutzen, ist ja nicht neu.
Speaker0: Es gab irgendwie so 2012, 2017 habe ich zwei Startups gefunden,
Speaker0: Cloud und Heat und Aoterra aus Dresden.
Speaker0: Die hatten auch quasi die geniale Idee, irgendwie Surfer zu nutzen,
Speaker0: aber sogar noch dezentraler irgendwie auch in Heizungskellern quasi.
Speaker0: Mehrfamilienhaus oder so und es klang eigentlich super, hat sich aber in der
Speaker0: Masse nie so richtig durchgesetzt,
Speaker0: Warum eigentlich? War das diese sehr starke Dezentralisierung?
Speaker0: Vielleicht hast du da einen Blick drauf oder kennst du die, vielleicht kennst
Speaker0: du die nicht, aber was macht sozusagen euer Ansatz jetzt die Abwärme von Rechenzentren?
Speaker0: Ist es auch dezentraler als jetzt ein großes, keine Ahnung, AKW oder so,
Speaker0: aber ist natürlich nicht so dezentral, wie wir haben in jeder Wohnung oder in
Speaker0: jedem Mehrfamilienhaus irgendwie im Keller?
Speaker1: Also die Wahrheit ist, Wärmenutzung, Abwärmenutzung von Rechenzentren ist im
Speaker1: Moment ein Fokusthema, was stark weiter auch verstärkt wird,
Speaker1: aber es ist nicht grundsätzlich was Neues und es ist auch keine völlige Weltraumtechnik.
Speaker1: Wir müssen ja unterscheiden in drei Arten. Ich integriere die Abwärme aus dem
Speaker1: Rechenzentrum in ein Bestandswärmenetz.
Speaker1: Das ist oft nicht so einfach, weil das Abwärmeniveau von einem luftgekürten
Speaker1: Rechenzentrum, also das, was wir heute noch viel sehen im Cloud-Bereich,
Speaker1: liegt so bei 25 bis 30 Grad, also relativ niedertemperierte Abwärme.
Speaker1: Wenn wir künftig mehr High-Performance-Demputing, KI haben und Flüssigkeitskühlung,
Speaker1: dann können wir auch Temperaturniveaus von 50 bis 60 Grad erreichen. Das ist dann einfacher.
Speaker1: Aber es ist natürlich gar nicht so einfach, 25 bis 30-Gradige Abwärme in Bestandswärmenetze
Speaker1: zu integrieren, die beispielsweise im Frankfurter Raum im Winter Spitzentemperaturen von 130 Grad haben.
Speaker1: So, und dafür brauche ich, klar, es gibt die Technologie, Wärmepumpe können wir machen.
Speaker1: Und wenn du einen Temperaturhub von 25 auf 130 machst, dann hast du keinen besonders
Speaker1: attraktiven COP und damit hast du sehr, sehr hohe Wärmegestehungskosten und
Speaker1: faktisch verlierst du da im ökonomischen Wettstreit. Das heißt,
Speaker1: das werden wir nicht sehen.
Speaker1: Das ist nicht so einfach.
Speaker1: Handelbar, wir finden dafür Lösungen. Wir haben da Projekte,
Speaker1: auch im Frankfurter Raum, in Schwalbach beispielsweise,
Speaker1: haben wir ein Projekt über die Süwag, wo wir die Abwärme aus dem Mohenenzentrum
Speaker1: einbinden, aber wir halt nicht versuchen, die Spitzenleistung zu erreichen,
Speaker1: im Winter die Höchsttemperaturen, sondern vor allem die Baseload substituieren.
Speaker1: Damit können wir 80% CO2 einsparen in dem Wärmenetz.
Speaker1: Die letzten 20% bleiben erstmal fossil, ja.
Speaker1: Aber es ist halt viel kostengünstiger, viel effizienter möglich.
Speaker1: Das ist so ein bisschen ein Pareto-Prinzip. So die ersten 80% können wir leicht machen.
Speaker1: Ja, statt, ich sag mal so ein bisschen Deutsch, Monate und Jahre lang darüber
Speaker1: zu Doktor, wie wir die 100% erreichen. Lass uns doch erstmal die 80% machen.
Speaker1: Meine Damen haben ja schon einen großen Schritt gemacht. Und dann machen wir
Speaker1: uns in Ruhe Gedanken über die restlichen 20%.
Speaker1: Das ist möglich. Das zweite ist, man kann auch Wärme von Rechenzentren in neue
Speaker1: Wärmenetze integrieren, neue Wärmenetze auf einem eher klassischen Niveau,
Speaker1: dann aber nicht mehr, niemand baut heute mehr ein 130 Grad Netz,
Speaker1: sondern vielleicht, wenn es ein klassisches Netz ist, 75 bis 85 Grad,
Speaker1: das machen wir auch gerade mit der Edesterm, Berliner Raum mit Mindcubes.
Speaker1: In Nauen planen wir so ein solches Projekt. Das ist natürlich auch von vielen
Speaker1: Dingen abhängig, aber das kann man auch machen.
Speaker1: Und die dritte Säule ist eben, und das ist eigentlich das fast vielversprechendste,
Speaker1: Niedertemperatur-Wärmenetze,
Speaker1: wo ich die Wärme in ein Niedertemperaturnetz einspeise, verteile und dann dezentral
Speaker1: auf das Temperaturniveau in jedem Gebäude erhöhe,
Speaker1: was ich da brauche, weil das ja auch unterschiedlich ist.
Speaker1: Habe ich einen Neubau, reichen mir vielleicht 40 Grad Vorlauf, ehrlich gesagt.
Speaker1: Habe ich ein historisches, denkmalgeschütztes Gebäude, brauche ich vielleicht
Speaker1: dummerweise doch 75, um das im Winter warm zu kriegen.
Speaker1: Das heißt, ich kann den Effizienzgewinn nutzen, weil ich einfach mit einer höheren
Speaker1: Starttemperatur reingehe.
Speaker1: Und ich kann trotzdem individuell gucken, dass ich kein Oversizing oder ähnliches habe.
Speaker1: Das ist ein schönes Konzept. Das machen wir zum Beispiel in einem ganz tollen
Speaker1: Projekt in London, in Silvertown, was auch vom COP ausgezeichnet wurde,
Speaker1: also von der Klimakonferenz.
Speaker1: Wo wir auch ein supereffizientes Netz aufbauen können mit dem sogenannten Ectrogrid,
Speaker1: was wir entwickelt haben, bidirektionales Netz.
Speaker1: Ein super spannendes Konzept und das ist besonders geeignet,
Speaker1: um dieses niedrige und vielleicht auch herausfordernde Abwärmetemperaturniveau
Speaker1: von Rechenzentren zu integrieren.
Speaker0: Cool. Heat Conference war letztens in Berlin. Da hast du auch einen Talk gehalten.
Speaker0: Ich habe wieder nur sozusagen als Basis den LinkedIn-Post.
Speaker0: Aber so Titel war irgendwie so Hot Data, Cool Minds. Und du hast geschrieben,
Speaker0: dass es viel komplizierter ist, als jetzt das Energieeffizienzgesetz sich vorstellt oder suggeriert.
Speaker0: Was sind da so die Hürden? Also warum kann man nicht einfach ein Rohr legen und fertig?
Speaker1: Genau, also wir haben einerseits ja die Situation, dass, auch wenn die Rechensenderflächen
Speaker1: nach Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein wandern,
Speaker1: sie natürlich nicht in Frankfurt auf dem Römer gebaut werden.
Speaker1: Das heißt, sie wandern in die Vororte, sie wandern in Außenbezirke,
Speaker1: was ja total sinnvoll ist.
Speaker1: Erstens ist die Energieversorgung mit Strom dort leichter, zweitens sind Flächen besser verfügbar etc.
Speaker1: Das bringt aber auch Herausforderungen, weil der Wärmebedarf ist eben eher in
Speaker1: den geballten Gebieten. So eine 25-30-Gretige Abwärme kriege ich aber nicht
Speaker1: sinnvoll wirtschaftlich über größere Distanzen transportiert.
Speaker0: Was ist da so die maximale Distanz, die man so...
Speaker1: Also wir reden ja im Wärmenetzbereich immer von der sogenannten Wärmeliniendichte.
Speaker1: Das heißt, wie viel GWH pro Kilometer an Absatz sozusagen entstehen.
Speaker1: Und man nimmt so als Break-Even-Point, gibt es auch unterschiedliche Auffassungen,
Speaker1: natürlich so ungefähr 2 GWH pro Kilometer.
Speaker1: Ja, so jetzt sind wir bei Arbeit und nicht bei Leistung, aber heißt,
Speaker1: wir können halt keine größeren Distanzen überbrücken.
Speaker1: Plus, dadurch, dass wir niedrige Temperatur haben, brauchen wir tendenziell
Speaker1: auch sehr große Durchmesser in den Leitungen, wenn wir große Mengen transportieren wollen.
Speaker1: Das ist schwierig. Ein gutes Beispiel ist, es entsteht ein größeres Rechenzentrumscluster,
Speaker1: sagen wir mal im Speckgürtel von Berlin.
Speaker1: Das sind also ungefähr 15 Kilometer
Speaker1: Luftlinie bis Spandau, ungefähr 15 Kilometer Luftlinie bis Potsdam.
Speaker1: Da würde man denken, da entsteht Wärme, da könntest du, also wenn die wirklich
Speaker1: alles bauen, was geplant ist, könntest du gefühlt, also Potsdam kannst du auf jeden Fall versorgen.
Speaker1: Rein von den rohen Zahlen.
Speaker1: Aber du kriegst es nicht wirtschaftlich dahin transportiert mit dem,
Speaker1: was wir heute haben. Und das ist ein Problem.
Speaker1: Und im Energieeffizienzgesetz wird halt klar vorgeschrieben,
Speaker1: dass so und so viel Prozent Abwärme nutzbar gemacht werden muss.
Speaker1: Wenn wir diese Großflächenzentren haben, UNDAT, Svanat, NW, dann ist es einfach
Speaker1: gar nicht erreichbar, weil es in der Regel keine Wärmesenke gibt, die das abnehmen kann.
Speaker1: Das sind so Konflikte, die es unnötig kompliziert machen, weil sie auch teilweise
Speaker1: für Genehmigungsunsicherheiten sorgen.
Speaker1: Weil die Kommunen dann sagen, ja, beim Energieeffizienzgesetz steht 20 Prozent,
Speaker1: weiß mir bitte nach, dass du es einreichst, sonst möchten wir dir keine Baugenehmigung geben.
Speaker1: Kausalität steht da so nicht, aber das erleben wir in der Praxis.
Speaker1: Und aus meiner Sicht muss die klare Regel sein, liebe Rechenzentren, ihr müsst Wärme
Speaker1: abgeben. Ihr seid verpflichtet, heatready zu sein, die Schnittstelle anzubieten
Speaker1: und bitte bietet die Abwärme auch auf dem höchstmöglichen Temperaturniveau an.
Speaker1: Misch das nicht noch irgendwie, sondern gibt uns die... Aber da muss ja die Verantwortung enden.
Speaker1: Wir würden ja nie zu einem Automotive-Produzenten gehen und sagen,
Speaker1: du darfst dir gerne einen Standort bauen, aber nur, wenn du bitte auch eine
Speaker1: Lösung für deine Abwärme mitbringst.
Speaker1: Wir verqueren die Verantwortlichkeiten an der Stelle und das schafft Unsicherheit
Speaker1: und macht es unnötig kompliziert.
Speaker0: Ja, bringt euch aber auch in Position, als Dienstleister, Anlagenbetreiber da
Speaker0: sozusagen Mehrwert zu bringen, oder?
Speaker1: Genau, also wir können natürlich dann über Studien und dann auch Entwicklungen,
Speaker1: Konzepte und auch natürlich fließt das in kommunale Wärmeplanung etc.
Speaker1: Pp. ein, aufzeigen, was geht und was nicht geht. Wir müssen aber oft eben Erwartungshaltungen
Speaker1: auch enttäuschen, weil wir können weder die Physik noch die Ökonomie überlisten.
Speaker1: Am Ende gibt es technische Lösungen und die Wärme muss irgendwie transportiert
Speaker1: werden und am Ende muss es auch einen adäquaten Wärmepreis geben für den Endkunden.
Speaker1: Das heißt, das spielt eine Riesenrolle. Wir sehen aber grundsätzlich Wärmeauskopplung
Speaker1: als trotzdem ein absolut essentielles Thema für Rechenzentren,
Speaker1: um die soziale Akzeptanz in den Kommunen zu steigern.
Speaker1: Weil, sind wir mal ehrlich, so ein Rechenzentrum sieht jetzt optisch so mittelmäßig
Speaker1: schön aus, imitiert auch noch ein bisschen Geräusche, möglicherweise noch ein Gaskraftwerk dazu.
Speaker1: Dann gibt es immer eine Diskussion über Jobs und Gewerbesteuer und so weiter.
Speaker1: Da möchte ich ehrlich gesagt nicht drauf einsteigen. Aus meiner Sicht,
Speaker1: ja, man kann sagen, andere Industrien bringen deutlich mehr Arbeitsplätze gemessen
Speaker1: an Platzbedarf und Leistung, aber Rechenzentren bringen auch eine nennenswerte
Speaker1: Anzahl Arbeitsplätze direkt und indirekt.
Speaker1: Anyway, wenn Rechenzentren durch Wärmeauskopplung und vielleicht auch Zusammenarbeit
Speaker1: mit dem Energieversorger und einer kommunalen Wärmewende, die dadurch möglich
Speaker1: ist, einen Mehrwert zurückgeben an die Kommune, in der sie sind,
Speaker1: dann schafft das ganz viel Akzeptanz.
Speaker1: Wir haben im Rahmen des White Papers doch eine Umfrage gemacht.
Speaker1: So A, wie seht ihr dieses Thema Rechenzentrum positiv oder kritisch,
Speaker1: insbesondere wenn eben solche kommunalen Benefits kreiert werden?
Speaker1: Überraschung, die Akzeptanz steigt massiv. Und das Zweite ist,
Speaker1: es wird sich massiv von der Bevölkerung, vier von fünf Leuten wünschen sich
Speaker1: dafür eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommune, zwischen Energieversorgern
Speaker1: und zwischen Glechenzentren, Entwicklern und Betreibern.
Speaker1: Und das ist unser Appell, dass wir da halt stärker zusammenrücken.
Speaker1: Das, was möglich ist, möglich machen, aber das, was nicht möglich ist,
Speaker1: auch nicht da zu nutzen, um irgendwie digital Ausbau, digitale Infrastruktur
Speaker1: zu behindern, weil da hat niemand was für.
Speaker0: Ja, also das Klatschen ist natürlich jetzt auch für dich im Hintergrund,
Speaker0: falls man das noch hört. Wir sind hier nämlich auch direkt neben so einer Bühne.
Speaker0: Nochmal zwei Fragen zu dem Wandel von E.ON hin zu einem Lösungsanbieter auf diesem.
Speaker0: E.ON ist ja riesig und hast ja auch gesagt, so dieses ganze Data Center Business ist extrem schnell.
Speaker0: Wie schafft ihr es, so diese Projekte, du sprichst ja von hohen neunstelligen
Speaker0: Investitionen, so schnell umzusetzen, wie das die Branche, die Tech-Giganten
Speaker0: und die Abnehmer da sozusagen wirklich fordern?
Speaker0: Also wie kriegst du diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten ab?
Speaker1: Also bei Wärmeprojekten muss man sagen, die kriege ich nicht komplett übereinandergelegt.
Speaker1: Das ist aber nicht so schlimm, weil auch wenn ein Rechenzentrum gebaut ist und in den Betrieb geht,
Speaker1: läuft das mal voll, also mit RT eingebaut, bis der Wärmeoutput groß ist,
Speaker1: dauert es auch eine Zeit lang und du wirst einfach kein Wärmenetz in der bestehenden
Speaker1: Kommune oder in den bestehenden Orten sozusagen aufbauen können,
Speaker1: schlicht und ergreifend in zwei Jahren.
Speaker1: Das ist unkritisch.
Speaker1: Bei dem Thema lokale Energieversorgung, Kraftwerkslösung, muss man natürlich
Speaker1: schon eine Synchronität hinkriegen.
Speaker1: Unser Ansatz ist da möglichst modular, möglichst, ich will nicht sagen standardisiert,
Speaker1: weil das trifft es nicht. Mit klaren Konzepten, mit klaren Ansätzen,
Speaker1: die wir replizierbar machen, vorzugehen.
Speaker1: Gleichzeitig sind wir aber auch offen, dass wir betrachten immer die Energieerzeugungsassets,
Speaker1: die passend sind für die konkreten Anforderungen, für die konkrete Zeit,
Speaker1: für die Genehmigungssituation etc.
Speaker1: Das heißt, wir sind nicht 100% standardisiert, aber wir versuchen das so modular
Speaker1: und skalierbar wie möglich zu machen, um diese Geschwindigkeiten einzuhalten.
Speaker1: Die Wahrheit ist auch, manchmal gibt es Konflikte.
Speaker1: Wir sind immer noch dabei, uns stärker an diese Geschwindigkeit anzupassen.
Speaker1: Und es gibt manchmal Herausforderungen.
Speaker1: Manchmal gibt es auch Herausforderungen, was so diese, wer macht jetzt eigentlich
Speaker1: so den ersten Schritt aufs Eis angeht.
Speaker1: Da würde ich sagen, führen wir gemeinsam Tanz auf, um versuchen herauszufinden,
Speaker1: wer sich da auf neue Wege wirklich begibt.
Speaker0: Ja, so Energie ist, also wenn man Energie als Markt betrachtet,
Speaker0: gibt es immer sozusagen die Nachfrageseite, die Anbieterseite und so Rechenzentren werden große,
Speaker0: oder sind jetzt schon dabei große Nachfragen, das hat in den USA auch gewisse
Speaker0: Implikationen bei so Location and Pricing, also wenn sozusagen die Preise lokal
Speaker0: gesetzt werden, auch von erhöhter Nachfrage von zum Beispiel einem Rechenzentrum.
Speaker0: Also grundsätzlich gilt ja so, oder in Deutschland haben wir ja viel so diese
Speaker0: Effizienzdenke, so wer viel Strom spart, ist gut.
Speaker0: Bei Rechenzentrum ist es aber ein bisschen andersrum. Da ist sozusagen,
Speaker0: wer viel verbraucht, ringt aber auch irgendwie die Gesellschaft voran,
Speaker0: weil irgendwie digital und so.
Speaker0: Also musst du dich intern irgendwie bei E.ON manchmal rechtfertigen,
Speaker0: dass du quasi so Großverbraucher reinbringst und alle anderen,
Speaker0: Oma Erna quasi zu Hause muss sparen?
Speaker0: Also so dieser, weißt du, dieser Konflikt, sage ich jetzt mal,
Speaker0: Großverbraucher versus, oder gar nicht unbedingt Konflikt, aber ein Wettbewerb
Speaker0: auf jeden Fall, Großverbraucher versus Kleinverbraucher und Effizienz.
Speaker0: Ich meine, du treibst natürlich Effizienz auch voran, aber ist das irgendwie,
Speaker0: wie denkst du darüber nach?
Speaker1: Vielleicht sogar zuerst zum Effizienzthema. Wir haben in Deutschland ja eine
Speaker1: Vorgabe, auch im Energieeffizienzgesetz, dass der PUE für Rechenzentren,
Speaker1: die ab Mitte 26 in Betrieb gehen sollen, also dieser Power Utilization Efficiency Factor,
Speaker1: dass der maximal 1,2 im Durchschnitt betragen darf. Das ist extrem niedrig.
Speaker1: Mancher sagt, wir machen da Goldplating in Deutschland mal wieder.
Speaker1: Ich finde es grundsätzlich nicht falsch, sehr ambitioniert an diese Effizienzen
Speaker1: zu gehen. Was sagt der Faktor aus?
Speaker1: Die 1 ist sozusagen die IT. Es sagt an, wie viel Gesamtenergieverbraucher das
Speaker1: Rechenzentrum, in dem Fall bei 1,2 gehen.
Speaker1: 20 Prozent nochmal extra in Nebensysteme wie Kühlung, Beleuchtung, Pumpensysteme etc.
Speaker1: Das ist sehr, sehr effizient im Jahresmittel. Im Winter ist es deutlich weniger,
Speaker1: weil ich freie Kühlung machen kann.
Speaker1: Im Sommer, wenn es wirklich heiß ist, geht es deutlich nach oben.
Speaker1: Und wir haben diese Vorgabe.
Speaker1: Das heißt, wir treiben das schon sehr.
Speaker1: Und ich glaube auch, dass das langfristig ein Wettbewerbsvorteil auch sein kann.
Speaker1: Diesen Konflikt Rechenzentren versus Oma Erna, die ich übrigens auch immer gerne
Speaker1: in meinen Beispielen nutze, die Oma Erna, den sehe ich nicht so stark. Natürlich sehe ich,
Speaker1: dass wir insbesondere bei Wärmewände und großen Wärmeerzeugern,
Speaker1: wie Großwärmepumpen oder Ähnlichem, brauchen wir auch große Mengen Strom und
Speaker1: da kann ein Versorgungskonflikt entstehen.
Speaker1: Wir sind aber zum Glück in Deutschland jetzt noch nicht in der Situation,
Speaker1: dass Oma Erna oder die Enkelin von Oma Erna auf dem Grundstück von Oma Erna
Speaker1: noch einen kleinen Neubau dazu sitzt und aber keinen Hausanschluss mehr bekommen,
Speaker1: weil der Strom nicht reicht.
Speaker1: Da sind wir nicht und ich glaube nicht, dass wir da hinkommen.
Speaker1: Also da haben wir, glaube ich, in Deutschland schon einen guten Blick drauf,
Speaker1: dass wir diese Grundversorgungsaufträge weiter erfüllen.
Speaker1: Wir haben natürlich schon, und da sprichst du jetzt diesen internen Konflikt
Speaker1: an, die Situation ist schon in Deutschland im Moment so, in den Netzen,
Speaker1: dass wir extrem hohe Netzanschlussanfragen an Zahlen haben.
Speaker1: Die größte Zahl sind Batteriespeicher. Also wir haben, glaube ich,
Speaker1: bei EON aktuell 500 Gigawatt Batteriespeicher-Anfragen.
Speaker1: So eine Spitzenleistung von Deutschland liegt irgendwo bei 75 GW Gigawatt.
Speaker1: Das ist absurd, wenn man sich das überlegt. Da sind super viele spekulative Anfragen drin.
Speaker1: Das belastet die Netze einerseits, also sowohl vom Aufwand her,
Speaker1: als auch ein bestimmter Teil...
Speaker1: Das vereinbart ja auch Netzkapazitäten und blockiert die dann.
Speaker1: Und auch im Rechenzentrumsbereich gibt es in zweistelligen Gigawatt-Bereichen
Speaker1: Netzanschlussanfragen, die oft nicht bedient werden können, aber die erstmal
Speaker1: da sind, bearbeitet, geprüft werden müssen, diskriminierungsfrei und so weiter.
Speaker0: Netzanschluss ist halt eine Option mit Wert und kostet nichts, sie zu beantragen.
Speaker1: Das Land, was keine Stromnetzzusage hat und das Land, was eine Stromnetzzusage
Speaker1: hat, dass der Wert steigt ich weiß nicht wie viel deswegen ist das halt durchaus
Speaker1: auch ein spekulatives Thema, was
Speaker1: sehr belastend ist, deswegen gibt es auch Diskussionen Netzanschlussregime zu
Speaker1: ändern und so weiter und so fort das ist glaube ich wichtig es wird aber nicht
Speaker1: diese Engpässe in diesen Hotspots wie Frankfurt oder Berlin kurzfristig oder mittelfristig lösen,
Speaker1: sondern die werden bleiben und wir müssen uns vielleicht auch nicht so kritisch
Speaker1: mit uns sein, wir sind ja oft sehr kritisch finde ich in Deutschland mit uns,
Speaker1: wenn wir in andere Wachstumsregionen gucken,
Speaker1: Rechensänderungstechnisch, London, Paris, Amsterdam, Mailand,
Speaker1: Dublin, die haben alle die gleichen Herausforderungen.
Speaker1: Das ist so und wir brauchen Lösungen dafür und ich glaube, dafür braucht es
Speaker1: eben auch Erzeugung da, wo der Verbrauch ist, weil ich gleichzeitig damit auch
Speaker1: in eine Situation komme, dass ich Netze auch stützen kann.
Speaker1: Ich glaube, mit großem Verbrauch folgt große Verantwortung, könnte man sagen.
Speaker1: Das heißt, wenn ich so ein großer Verbraucher bin, das hören jetzt meine Kunden
Speaker1: nicht so gerne, dann werde ich einen Beitrag leisten müssen,
Speaker1: um Netze auch zu stabilisieren, um Flexibilität einzubringen.
Speaker1: Diskussionen habt ihr, glaube ich, auch immer mal wieder bei euch im Podcast solche Themen.
Speaker1: Dafür braucht es Lösungen. Wenn ich so ein großer Verbraucher bin,
Speaker1: dann werde ich das über eine teilweise Eigenstromerzeugung am besten hinkriegen können.
Speaker1: Und ich glaube, da bietet das einen großen Mehrwert, auch wieder ein guter Netznutzer
Speaker1: zu sein, ein Grid Citizen, sagen wir sonst immer.
Speaker1: Ich glaube, das wird erforderlich sein. Dafür braucht es wieder ein intelligentes
Speaker1: Management, aber das ist zwingend erforderlich. Wie wir
Speaker1: Das Netz-Entgelt-Regime wird sich voraussichtlich ändern in Deutschland.
Speaker1: Also diese schöne Geschichte.
Speaker0: Da habe ich noch so viele Fragen zu. Ich kriege hier leider im Hintergrund schon
Speaker0: so Handzeichen. Blöd, weil ich habe noch so viele gute Fragen.
Speaker1: Die können uns gerne nächstes Jahr auf der E-World Report dazu.
Speaker0: Oder du kommst mal nach Berlin. Oder es gibt ja so viele Projekte in der Nähe von mir.
Speaker0: Aber nochmal ganz kurz sozusagen die im Kopf-Matte vor Publikum ist immer schwierig.
Speaker0: Aber du hast also 100 GW, 8.760 Stunden sind irgendwie sowas wie, sorry, 100 MW.
Speaker0: Genau, sorry, siehst du, da ist schon der erste Fehler.
Speaker0: 8.760 Stunden im Jahr sind irgendwie sowas wie 800 GWH, also 0,8 TWH.
Speaker0: Du hast gesagt, irgendwie bei dem einen Projekt waren es sogar 700,
Speaker0: das heißt mal 7 wären 5 TWH.
Speaker0: Was ist ein Zehntel von der deutschen, sozusagen vom deutschen...
Speaker1: Ja, wir müssen ein bisschen abschiften. Ich nehme mal das Beispiel,
Speaker1: wir haben ein Rechenzentrum mit 100 MW IT.
Speaker1: Und wir reden ja über
Speaker1: Nebenaufwand noch für Nebensysteme und ein Rechenzentrum wird meistens auf eine
Speaker1: Worst-Case oder wird eigentlich immer auf eine Worst-Case-Situation ausgelegt,
Speaker1: das heißt 100% IT-Auslastung plus, ich sag mal, 42 Grad Außentemperatur,
Speaker1: maximaler Kühlungsaufwand der dann auch entsteht, wenn diese Temperatur länger
Speaker1: hält klar, klar, klar das heißt,
Speaker1: du rechnest meistens so über den Daumen mal 1,5 also du hast sogar ein DRT-NS mit 150 MB Versorgungs
Speaker1: Bedarf grundsätzlich. Die Realität sieht aber so aus, das heißt,
Speaker1: insbesondere im Cloud-Bereich, wir reden über eine IT-Auslastung vielleicht
Speaker1: von 60, 70 Prozent. Lass uns mal 60 nehmen.
Speaker1: Und wir haben ein Average-PoE jetzt als Vorgabe von 1,2.
Speaker1: Das heißt, auf diese 60 MW rechnen wir nochmal mal 1,2. Das heißt, wir haben 150 MW
Speaker1: Versorgungsbedarf im Notfall. Wir haben aber eine Base-Load von 72.
Speaker0: Okay, got it.
Speaker1: Und das ist genau das, wo wir sagen, wir müssen da besser auch mit spielen.
Speaker1: Wenn wir lokale Energieerzeugung dahin bringen, dann haben wir vielleicht nicht
Speaker1: mehr den 150 MW-Netzanschluss, sondern haben wir einen 70 MW-Netzanschluss und
Speaker1: einen 80 MW On-Site Generation. Genau.
Speaker0: Vielleicht noch eine Batterie dazu.
Speaker1: Vielleicht noch eine Batterie dazu, bin ich auch großer Fan von.
Speaker1: Naja, guck. Und spiele damit.
Speaker1: Und dann kann ich nämlich genau das machen. Im Sommer entlaste ich die Netze, wenn ich mehr ziehe.
Speaker1: Warum? Weil vielleicht super viel, PV-Strom produziert wird und ich gleichzeitig
Speaker1: einen hohen Kühlungsbedarf habe, also da gibt es ja praktischerweise auch eine
Speaker1: Überschneidung, dann betreibe ich das Kraftwerk nicht oder nur zu einem geringen Maße.
Speaker1: Im Winter habe ich möglicherweise eben genau das Problem Dunkelflaute,
Speaker1: die ominöse, über die wir immer sprechen.
Speaker1: Das heißt, wir haben Druck aufs Netz, weil eben nicht genug Erzeugung da ist.
Speaker1: Dann fahre ich den Netzbezug runter und fahre meine Eigenerzeugung hoch,
Speaker1: um das Netz zu entlasten. In manchen Setups speise ich vielleicht sogar Energie zurück.
Speaker1: Und damit zu spielen, ich glaube, das wird enorm wichtig sein,
Speaker1: nicht nur um digitales Wachstum zu ermöglichen, sondern auch um unsere Energienetze
Speaker1: zu stammeläsigen und nicht die ganze Verantwortung in irgendwelche anderen Kraftwerkstrategien
Speaker1: oder ähnliches zu packen, sondern es braucht dieses Zusammenspiel.
Speaker0: Janis, herzlichen Dank für deine Zeit. Gab es irgendwas, was ich noch,
Speaker0: sozusagen letzte Joker-Grähtchen-Frage, alles umfassende Frage,
Speaker0: habe ich irgendwas vergessen zu fragen?
Speaker0: Worauf freust du dich auf die nächsten zwölf Monate, wenn wir das nächste Mal sprechen?
Speaker1: So, worauf freue ich mich. Ich glaube, dass wir immer noch an der Schwelle sind,
Speaker1: diese Akzeptanz für lokale Energieerzeugung auf der Rechenzentrumsseite überwinden
Speaker1: zu müssen, weil nur was in den USA irgendwie funktioniert und gemacht wird,
Speaker1: heißt überhaupt nicht, dass es in Europa kommt. Wir sind immer noch an der Schwelle.
Speaker1: Das Zweite ist, Flexibilisierung wird das große Thema werden.
Speaker1: In den nächsten 18 bis 24 Monaten bin ich absolut überzeugt.
Speaker0: Und Agnes, Netzentgeltreform und so.
Speaker1: Genau, sowas bringt dann auch Bewegung da rein. Heute kann ich nur Vermutungen
Speaker1: anstellen, aber ich kann es nicht sauber Business Cases modellieren,
Speaker1: weil ich keine Regelung habe.
Speaker1: Und das dritte Thema wird sein, Wärme da nutzen, wo es irgendwie geht und da
Speaker1: gemeinsam dran zu arbeiten, das muss das Ziel sein.
Speaker0: Lass doch die nächste Folge im Rechenzentrum aufnehmen. Ich will mir sicher.
Speaker1: Ich finde einen Kunden, der es die Möglichkeit gibt. Cool. Janis,
Speaker1: super. Herzlichen Dank.
Speaker0: Bis bald. Yo, das war auch schon wieder die Folge.
Speaker0: Was für ein Deep Dive. Wenn ich eins aus diesem Gespräch mitnehmen würde,
Speaker0: dann wohl Ja, dass die Digitalisierung halt nicht wartet auf irgendwelche Netzentwicklungspläne.
Speaker0: Ich fand den unternehmerischen Pragmatismus von Janis extrem erfrischend,
Speaker0: anstatt jetzt irgendwie in theoretischen, ich sag mal, 100%-Lösungen sich zu
Speaker0: verhellern, die am Ende...
Speaker0: Bürokratisch todreguliert werden,
Speaker0: geht es ja darum, die ersten 80 Prozent überhaupt machbar zu machen.
Speaker0: Also so On-Site Power Generation, effiziente Kühlung, auch dezentrale Wärmenetze,
Speaker0: die wirtschaftlich Sinn ergeben.
Speaker0: Und ja, am Ende des Tages entscheidet der Business Case ja schon darüber,
Speaker0: ob die Abwärme dann wirklich in die Heizungskeller der Kommune kommt oder eben
Speaker0: völlig ungenutzt verpufft.
Speaker0: Und so Großverbraucher wie Rechenzentren sind oder müssen nicht automatisch
Speaker0: die Feinde sein von Oma Erna, sondern können,
Speaker0: wenn man es richtig aufbaut, wenn man die richtigen Leute zusammenbringt und
Speaker0: richtig koordiniert, dann sogar
Speaker0: das Netz ganz gut stützen und stabilisieren, so wie ich das verstehe.
Speaker0: Ja, der Stichwort Grid Citizenship scheint hier für Eon auf jeden Fall das Zauberwort der Zukunft zu sein.
Speaker0: Deshalb hier auch nochmal mein versprochener Shoutout für Teil 2.
Speaker0: Wir wollen wirklich raus aus dem Messestudio und rein in die echte Infrastruktur.
Speaker0: Also welcher Datacenter-Betreiber, Rechenzentrum-Betreiber da draußen hat wirklich
Speaker0: Bock, hat das unternehmerische Mindset und auch die Transparenz,
Speaker0: uns die Energiezone für die nächste Aufnahme direkt ins Rechenzentrum einzuladen.
Speaker0: Jetzt nicht ganz egal, ob Frankfurt oder Berlin. Ich habe natürlich eine Präferenz
Speaker0: auf Berlin, aber irgendwo dazwischen passt schon.
Speaker0: Und wenn ihr selber irgendwie an der Schnittstelle von digitaler Infrastruktur
Speaker0: und Energiewende arbeitet und mitdiskutieren wollt, dann meldet euch gerne bei
Speaker0: mir oder bei Jannis direkt auf LinkedIn.
Speaker0: Let's make it happen. Wäre geil, wenn es klappt.
Speaker0: Und ja, wie immer, wenn euch diese Folge gefallen hat und ihr den analytischen
Speaker0: Blick auf unseren Energiemarkt in der Energiezone schätzt, dann lasst uns gerne
Speaker0: eine Fünf-Sterne-Bewertung bei Spotify oder Apple Podcast da draußen da.
Speaker0: Das dauert für euch exakt irgendwie so 3,4 Sekunden.
Speaker0: Also wirklich nur ein Bruchteil der Latenzzeit zu einem norwegischen Server,
Speaker0: wie wir eben besprochen haben.
Speaker0: Ja, aber teilt die Folge gerne mit euren Kollegen, Kolleginnen,
Speaker0: Freunden, Freunde, Familie und drückt auf Abonnieren. Danke fürs Zuhören.
Speaker0: Bleibt heiß, bleibt laut, bleibt effizient, bleibt unternehmerisch.
Speaker0: Und ausgerechnet auf jeden Fall bis zum nächsten Mal in der Energiezeit.